Bordkarten Tagebuch

Wie Kinder auf Langstreckenflügen in der Premium Economy besser schlafen

Familie mit zwei Kindern schläft während eines Langstreckenflugs in der Premium Economy

Wie schafft es, dass zwei übermüdete Kinder auf einem zehnstündigen Langstreckenflug in der Premium Economy wirklich schlafen, statt sich die halbe Nacht über Ellenbogen und Fußraum zu streiten? Diese Frage bekomme ich nach jeder Reise von anderen Eltern gestellt, die gerade erst anfangen, Meilen zu sammeln, und sich für die nächste Familienreise etwas mehr Ruhe an Bord wünschen. Eine einzige Antwort gibt es nicht – aber ein paar Dinge haben sich bei uns als wirklich entscheidend herausgestellt.

Kurzer Hinweis vorab: In diesem Beitrag verwende ich Affiliate-Links, unter anderem zum Meilen Master. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, der Preis für dich bleibt gleich. Ich schreibe hier nur über Dinge, die uns als Familie tatsächlich weitergeholfen haben, nicht über alles, was auf dem Markt zu finden ist.

Seit vier Jahren schreibe ich jede Bordkarte und jede Buchung in ein kleines Notizbuch, und die Seite zu unserem bisher größten Meilen-Erfolg ist inzwischen ziemlich zerfleddert: FRA-SFO, Lufthansa LH 454, Sommer 2024, 280.000 Meilen für vier Plätze in der Premium Economy, dazu rund 1500 Euro an Steuern und Gebühren obendrauf. Dieser eine Flug ist für mich bis heute die Vergleichsgröße, an der ich jede neue Frage zum Thema Kinder und Langstrecke messe.

Premium Economy: Der Sitzabstand macht den größten Unterschied

38 Zoll Sitzabstand (etwa 96,5 Zentimeter) klingt zunächst nach einer trockenen Zahl aus einem Flugzeug-Datenblatt. Für ein Kind zwischen acht und zehn Jahren ist das aber der Unterschied zwischen einem Abend voller Tritte gegen die Rückenlehne und einem Abend, an dem die Beine einfach ausgestreckt bleiben können.

In der 2-3-2-Konfiguration der Airbus A340-600 sitzt niemand mehr so eingepfercht wie hinten in der Holzklasse.

Premium Economy Sitz mit 38 Zoll Sitzabstand und viel Beinfreiheit für Kinder auf der Langstrecke

Viele Eltern wissen nicht, dass sich die Armlehnen in der Premium Economy nicht hochklappen lassen. Eine durchgehende Liegefläche wie manchmal in einer leeren Economy-Reihe gibt es hier also nicht – jedes Kind schläft in seinem eigenen Sitz, nicht quer über zwei.

Auf unserer Bordkarte von FRA nach SFO steht Sitz 32H. Es ist der Platz, von dem aus ich während der Nacht am häufigsten zur Seite geschaut habe, um zu prüfen, ob die Rückenlehne wirklich weit genug zurückgelehnt ist und ob die dickeren Decken der Premium Economy noch an Ort und Stelle liegen.

Lohnt sich das Upgrade, wenn Kinder sowieso die volle Meilenzahl kosten?

Kinder zwischen zwei und elf Jahren zahlen bei Miles & More die volle Meilenanzahl für einen Prämienflug – ein Punkt, den viele am Anfang gar nicht auf dem Schirm haben.

Ich erinnere mich genau an den Moment, als bei einer unserer Buchungen ein kleines Upgrade-Symbol auf dem Bildschirm aufflackerte und mein Mann neben mir nur fragte, ob das wirklich für alle vier Plätze gelten könne.

Es galt.

Das Thema Upgrade mit Meilen verdient eigentlich einen eigenen Beitrag, aber so viel vorweg: Der Komfortgewinn in der Premium Economy ist für uns als vierköpfige Familie jeden Punkt wert, wenn die Kinder am Zielort nicht komplett übermüdet ankommen.

Steuern und Gebühren: der Posten, den wir fast übersehen hätten

Bei unserer allerersten Buchung hatte ich mich so auf die Meilenzahl konzentriert, dass ich die Steuern und Gebühren fast komplett vergessen hatte einzuplanen.

Als die Summe im Buchungsformular auftauchte, saß ich kurz da und überlegte ernsthaft, ob wir die ganze Reise canceln müssen, weil ich das Geld dafür nicht eingeplant hatte.

Am Ende waren es die besagten rund 1500 Euro für vier Personen – ein Betrag, den man im Kopf haben sollte, bevor man überhaupt mit dem Einlösen anfängt.

Die genaue Steuer- und Gebühren-Kalkulation für eine vierköpfige Familie ist noch mal ein eigenes Thema, aber seitdem rechne ich diesen Posten bei jeder neuen Buchung als Erstes mit ein.

Ich wünschte mir, ich hätte von Anfang an mit einem System wie dem Meilen Master gearbeitet, statt zwei Jahre lang ohne Plan Meilen zu sammeln und solche Überraschungen erst später zu entdecken.

Was hilft wirklich, wenn das Kind trotzdem nicht einschlafen will?

Ein Reisekissen allein reicht nicht immer.

Bei uns wirkt ein kleines Fläschchen Lavendel-Spray inzwischen zuverlässiger als jede Ansage der Crew – ein kurzer Sprühstoß auf das Kissen, und die vertraute Geruchswelt blendet die fremde Kabinenluft für ein paar Stunden aus.

Zwei Kinder schlafen tief in ihren Premium Economy Sitzen während des Nachtflugs auf der Langstrecke

Wichtig dabei: Das Fläschchen muss unter das 100-Milliliter-Limit fürs Handgepäck passen.

Bei der Auswahl des Spielzeugs fürs Handgepäck achte ich inzwischen genau darauf, dass nichts aufgepumpt, aufgeblasen oder laut sein darf – vieles, was im Laden verlockend aussieht, ist in der engen Kabine schlicht unpraktisch oder von der Crew nicht erlaubt.

Unsere feste Handgepäck Packliste für Kinder passt inzwischen genau in die Netztaschen am Vordersitz, und genau das ist der Punkt: Je weniger man am Gate noch überlegen muss, desto entspannter starten auch die Kinder in den Flug.

Lounge, Boarding und die letzten Minuten vor dem Gate

Kurz vor dem Gate ziehe ich die Bordkarte noch einmal aus der Innentasche der Jacke, und das Papier raschelt leise, während die Kinder schon ungeduldig zum Vorhang der Kabine schauen.

Vorher sitzen wir meist noch eine halbe Stunde in der Lounge – Lounge-Zugang mit Familie ist noch mal ein eigenes Thema, aber so viel vorweg: Mit PriorityPass funktioniert das auch ohne Senator-Status erstaunlich gut.

Winold, eine Forum-Bekanntschaft aus einer deutschen Vielflieger-Community, hat mir neulich geschrieben und gefragt, ob sich der Aufwand für eine Familie überhaupt lohnt, wenn man – anders als er, der seit über fünfzehn Jahren fast ausschließlich mit Meilen und Punkten reist – nicht hauptberuflich sammelt.

Meine Antwort: Gerade weil wir keine Vollzeit-Sammler sind, merken wir den Unterschied in der Premium Economy noch deutlicher.

Reinhild aus Hamburg, mit der ich seit dem Studium befreundet bin, fragt inzwischen bei jedem neuen Ziel als Erste, ob wir nicht einfach zusammen fliegen können – das Thema Familien-Pooling zwischen zwei Meilenkonten ist dabei fast unausweichlich, auch wenn wir es noch nicht ausprobiert haben.

Die Verfügbarkeit in den Schulferien für vier Plätze gleichzeitig ist noch mal eine andere Geschichte, die öfter zu Enttäuschungen führt, als man am Anfang denkt.

Unsere Erfahrungen zum Lufthansa Family Check-in in München und zu Prämienflügen für 4 Personen habe ich in zwei separaten Einträgen im Notizbuch festgehalten, falls du tiefer einsteigen willst.

Wenn du selbst überlegst, wie du den nächsten Langstreckenflug für deine Familie planbarer machen kannst, lohnt sich ein Blick auf Programme wie den Meilen Master, einfach um von Anfang an eine Struktur zu haben, statt wie ich erst nach zwei Jahren zu merken, was man mit 280.000 Meilen eigentlich anstellen kann.

Der aktuelle Preis steht immer auf der Seite des Anbieters und kann sich ändern – für uns war die Investition in Ruhe an Bord auf jeden Fall wert.

So viel aus unserem Notizbuch zu diesem Thema. Die nächste Frage kommt sicher bald – meistens kurz bevor das nächste Gate aufgerufen wird.