
35.000 Statusmeilen im Jahr, alternativ 30 Flugsegmente – diese Zahlen stehen bei Miles and More für den Frequent Traveller Status, kurz FTL. Für eine vierköpfige Familie wie unsere klingt das erst mal nach einer Hürde, die man locker nimmt, sobald man einmal im Jahr über den Atlantik fliegt. Das stimmt so nicht, und genau dieser Irrtum kostet viele Familien am Ende mehr Nerven, als die echten Status-Vorteile für Familienreisen wieder zurückgeben.
Ob sich der silberne Status für uns wirklich lohnt, oder ob er nur ein glitzerndes Ego-Projekt für Vielflieger ohne Kinder ist, schwirrt bei uns am Küchentisch herum, seit wir angefangen haben, unsere Flüge für 2026 zu sortieren. Mein Mann rechnet dabei gern in Excel-Tabellen, ich eher in Bordkarten und Bauchgefühl. Aus genau dieser Mischung heraus ist uns der eigentliche Denkfehler aufgefallen, um den es hier geht.
Mein Reisetagebuch enthält an mehreren Stellen Affiliate-Links – bucht oder kauft ihr darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich der Preis für euch ändert. Ich schreibe hier nur über Werkzeuge, die bei uns zwischen Schulferien und Alltag wirklich im Einsatz waren, etwa den Meilen Master.
Der Mythos vom Familienstatus
Der Denkfehler sitzt tief, sobald man ihn zum ersten Mal durchrechnet. Sammelt eine Familie gemeinsam Meilen, denkt man leicht, das Konto wachse wie ein Sparschwein, in das jeder etwas einwirft. Miles and More schreibt Statusmeilen aber exakt der Person gut, die auf dem Ticket steht – mein Mann sammelt seine, ich meine, unsere Kinder ihre eigenen, deutlich kleineren Portionen. Was sich im normalen Meilenkonto über Familien-Pooling zusammenlegen lässt, hilft dem Status selbst kein Stück weiter, weil dort andere Regeln gelten.
Ein zweiter Irrtum betrifft die Begleitperson. Viele glauben, der FTL-Status ziehe automatisch die ganze Familie mit ins Priority Boarding oder in die Lounge. In Wirklichkeit gilt der sogenannte Companion Award meist nur für eine einzige Begleitperson, bei uns wäre das mein Mann, während die Kinder je nach Tarif außen vor bleiben können. Auch der sogenannte Executive Bonus, den Miles and More Statuskunden auf gebuchte Flüge draufgibt, wirkt bei uns real gerechnet kaum, weil wir selten in den teureren Buchungsklassen unterwegs sind. Und der Sign-up-Bonus unserer ersten Kreditkarte, der uns überhaupt erst ins Programm gebracht hat, zählt für den Status gar nicht mit – das sind zwei vollkommen getrennte Rechnungen, die in Gesprächen gern vermischt werden.
Zur Lufthansa Business Lounge für die ganze Familie, dem Vorteil, der uns am meisten reizen würde, kommt man mit dem FTL-Status allein trotzdem nicht automatisch. Der Zugang bleibt an Ticketklasse und Route gekoppelt, nicht nur an die silberne Karte in der App.
Um das gemeinsame Konto zwischen den großen Reisen aufzufüllen, sammle ich nebenbei Lufthansa Meilen über Zeitschriftenabos für den nächsten Familienflug. Für den FTL-Status zählen davon trotzdem nur die Statusmeilen aus wirklich geflogenen Segmenten – gekaufte, geschenkte oder ergatterte Meilen erhöhen zwar das Guthaben, aber nicht die Chance auf die silberne Karte.

Wessen Meilen zählen wirklich für den Status?
Unsere bisher einzige große Einlösung bleibt der Flug FRA–SFO mit LH 454 im Sommer 2024: vier Plätze in der Premium Economy auf einer A340-600, mein eigener Sitz war 32H, macht zusammen 280.000 Meilen plus etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf. Das war ein Prämienflug, kein Statusflug – zwei Dinge, die man in der Aufregung um eine große Buchung leicht durcheinanderbringt. Prämienmeilen füllen den Kontostand, Statusmeilen füllen das Punktekonto für den FTL, und beide Zahlen stehen in derselben App nebeneinander und sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
Was bei der ersten großen Buchung nicht funktioniert hat
Bei genau dieser ersten großen Buchung habe ich die Steuern und Gebühren zunächst komplett übersehen. Ich hatte nur auf die Meilenzahl gestarrt, nicht auf die Summe, die zusätzlich fällig wird, und stand kurz davor, die ganze Reise wieder abzusagen, weil das Budget für diesen Monat plötzlich nicht mehr aufging. Am Ende haben wir umgeschichtet und trotzdem gebucht, aber der Schreck saß tief. Seitdem steht die Steuer-und-Gebühren-Kalkulation bei jeder Prämienbuchung ganz oben auf meiner Liste, noch vor der Freude über die Meilenzahl.
Der erste Espresso in der Lufthansa Lounge B1 war für mich damals noch eine kleine Sensation. Heute gehört die Tasse für uns so selbstverständlich zum Start in den Urlaub wie das Anschnallen selbst, und genau dieser Zugang läuft bei uns bisher über den PriorityPass meiner Kreditkarte, nicht über einen Status, den wir gar nicht haben.
Das leise Rascheln der Bordkarte, wenn ich sie kurz vor dem Gate aus der Jackentasche ziehe, gehört für mich mittlerweile fast zum Ritual dazu. Status hin oder her.
Lounge und Gepäck: Die echten Status-Vorteile
FTL-Status bringt handfeste Vorteile mit sich, nur andere, als die meisten erwarten. Ein zusätzliches Gepäckstück je nach Tarif gehört dazu, und weil jede Airline im Miles-and-More-Verbund und bei den Partner-Airlines eigene Freigrenzen setzt, habe ich mir früh eine Gepäckregeln-Referenztabelle angelegt. Prämienflüge über Partner-Airlines im Star-Alliance-Verbund lösen wir inzwischen genauso selbstverständlich ein wie reine Lufthansa-Flüge – nur die Verfügbarkeit in den Schulferien bleibt dabei die eigentliche Hürde, nicht der fehlende Status.

Timing schlägt Statuskarte
Winold Krauss, eine Forum-Bekanntschaft aus einer deutschen Vielflieger-Community, hat mir vor einer Weile unter einem meiner ersten Blogbeiträge einen langen Kommentar zu Buchungsfenstern für Prämienflüge hinterlassen. Er kennt die Öffnungszeiten für neue Award-Verfügbarkeiten fast auf die Stunde genau. Sein Punkt war einfach: Wer weiß, wann neue Plätze freigeschaltet werden, kommt öfter an gute Prämienflüge als jemand, der nur auf den silbernen Status wartet, der an der Verfügbarkeit selbst gar nichts ändert.
Meine Studienfreundin Reinhild, die heute in Hamburg lebt, sammelt inzwischen ihr eigenes Fotoalbum auf dem Handy, nur mit unseren Bordkarten darin. Sie fragt öfter nach neuen Fotos, als ich neue Flüge buche. Erzähle ich ihr, dass wir über den Status nachdenken, winkt sie meistens ab: Ihr reicht das Bild von der Bordkarte, uns reicht am Ende oft auch einfach der Flug selbst.
Um zu verstehen, welche Buchungsklasse überhaupt Statusmeilen bringt und welche nicht, hat mir der Meilen Master geholfen, die Systematik hinter Miles and More zu entwirren, ohne dass ich mich durch endlose Forenbeiträge wühlen musste.
Wenn du gerade selbst überlegst, ob sich der Weg zum FTL-Status für deine Familie lohnt, schau ihn dir über den Link zum Meilen Master einmal an. Er ersetzt keine eigene Rechnung, aber er hilft, die richtigen Fragen zuerst zu stellen, bevor man sich Segmente zusammenbucht, die dem Familienalltag eigentlich nicht guttun.

Wenn eine Familie allein reist
Eine Bekannte aus unserem Umfeld reist alleinerziehend mit ihrer Tochter, und für sie sieht die Status-Rechnung nochmal anders aus. Ohne zweiten Erwachsenen, der zusätzliche Segmente fliegt, ist die 35.000er-Hürde in einem normalen Jahr kaum zu schaffen, selbst wenn sie es wollte. Sie achtet inzwischen genauer auf den drohenden Meilen-Verfall als auf den Status. Ungenutzte Meilen nützen niemandem, ob mit oder ohne silberne Karte. Ob sich für sie am Ende die Versicherungen der Miles and More Gold Kreditkarte mehr lohnen als der Statusversuch, ist am Ende auch eine Frage des Einlösewert-Vergleichs zwischen Punkten, Meilen und dem, was eine Reise wirklich kostet.
Lufthansa-Status ja oder nein? Unsere Entscheidung für 2026
Unsere Entscheidung für 2026 ist pragmatisch ausgefallen. Den FTL-Status jagen wir nicht aktiv, stattdessen planen wir die Flüge, die ohnehin anstehen, so, dass Umstiege sinnvoll sind, statt künstliche Strecken einzubauen, nur um Segmente zu sammeln. Den Status wegen ein paar zusätzlicher Segmente zu jagen, fühlt sich für uns inzwischen an wie ein Jahres-Schwimmbadticket zu kaufen, das man am Ende nur zweimal im Sommer nutzt. Auf dem Papier ein gutes Angebot, im Alltag oft nur ein schlechtes Gewissen. Als Faustregel gilt bei uns inzwischen: Der Status lohnt sich erst, wenn eine Familie schon aus anderen Gründen mehrfach im Jahr fliegt, nicht, wenn man extra dafür bucht, um ihn überhaupt zu erreichen.
Reise-Hacking klingt nach Tabellen und komplizierten Kalkulationen. Für uns bedeutet es meistens nur, ehrlich nachzurechnen, bevor wir uns von einer silbernen Karte blenden lassen. Der Lufthansa-Status ist für unsere Familie kein Ziel für sich, sondern höchstens ein Nebeneffekt guter Planung. Der größte Mythos bleibt die Vorstellung, er komme automatisch, nur weil man mit Kindern viel unterwegs ist.