
Ich habe gerade zum dritten Mal in diesem Monat ein Abo-Formular ausgefüllt, diesmal für ein Wirtschaftsmagazin, das mein Mann garantiert nie aufschlagen wird, das aber laut Miles & More gerade eine ordentliche Meilenzahl bringt. Für unsere vierköpfige Familie ist das inzwischen eine zweite Meilen-Strategie neben der Kreditkarte geworden: gezielt ausgesuchte Zeitschriftenabos statt wahllos bestellter Hefte. Eine Familienreise mit vier Sitzen kostet Meilen, die man nicht mal eben zwischen zwei Kartenabrechnungen zusammenbekommt, also behandle ich den Papierstapel neben dem Sofa inzwischen wie eine kleine Investition.
Zeitschriftenabos als zweite Meilen-Strategie neben der Kreditkarte
Der Sign-up-Bonus von 30.000 Meilen der Kreditkarte war 2022 der Startschuss, aber ein Kartenbonus kommt nur einmal. Abos sind der Hebel, der jeden Monat weiterläuft, ohne dass wir dafür einen einzigen Flug buchen müssen.
Dahinter steckt auch ein nüchterner Grund: Ohne Status verfallen unsere Meilen nach 36 Monaten, und für vier Plätze in den Schulferien reicht ein gelegentlicher Flug niemals aus.

Woran ich ein Abo erkenne, das sich für uns lohnt
Meine Faustregel ist simpel: Die Meilenzahl muss im Verhältnis zum Abopreis wirklich hoch wirken, nicht nur wie ein netter Bonus obendrauf. Eine Kochzeitschrift zum Kioskpreis bringt selten genug, um damit ernsthaft zu planen.
Wirtschaftsmagazine und Fachtitel liegen bei mir inzwischen weit vorn, während die klassische Klatschpresse fast nie in die engere Auswahl kommt. Die Titel mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten liefern oft die konstantere Ausbeute, gerade weil sie seltener beworben werden und dadurch immer wieder eigene, kleinere Aktionen auflegen, die in keinem Wartezimmer-Regal auftauchen. Ich vergleiche inzwischen weniger nach Titelbild und mehr danach, wie regelmäßig ein Verlag überhaupt neue Bonusrunden startet.
Manchmal kommt dann plötzlich eine Gutschrift von 15.000 oder 20.000 Meilen auf einen Schlag. Ein Betrag, für den man sonst mehrere Kurzstrecken bräuchte, nur eben ohne einen einzigen Flug.
Geduld einplanen, bis die Meilen wirklich ankommen
Die Gutschrift selbst braucht Zeit. Sie kommt meistens erst nach Zahlungseingang und nach Ablauf der Widerrufsfrist, manchmal erst Wochen später, als man beim Bestellen erwartet hätte. Wer ungeduldig jeden Tag die App aktualisiert, wird davon nur nervös. Ich trage die Abos inzwischen einfach in mein Notizbuch ein und hake sie ab, sobald die Meilen tatsächlich auftauchen.
Bei uns landen die Abo-Meilen automatisch im gemeinsamen Familientopf, weil wir die Konten meines Mannes und der Kinder mit meinem verbunden haben. Das macht die Planung für vier Plätze deutlich einfacher, als vier getrennte Konten zu jonglieren. Andere in der Community schwören eher auf den Companion Award, wieder andere vergleichen lieber den Einlösewert zwischen Prämienflug und Worldshop-Katalog oder schauen bei den Partnern der Star Alliance nach freien Plätzen, wenn Lufthansa selbst ausgebucht ist. Wir bleiben bei dem, was für vier Personen und Schulferien am ehesten aufgeht.
Was bei uns nicht funktioniert hat
Lange habe ich jede Miles & More Mail ungelesen weggeklickt, weil das nach Werbung aussah. Genau dadurch sind mir reihenweise Bonusaktionen für Abo-Meilen durch die Finger gegangen, ohne dass ich es überhaupt gemerkt habe.
Das war kein Buchungsfehler, nur pure Nachlässigkeit, und trotzdem hat es uns spürbar Meilen gekostet.
Wohin die Abo-Meilen am Ende fließen
Neulich habe ich Elvira ein Foto unserer vier Bordkarten geschickt, einfach so, zwischen zwei Meetings. Ihre Antwort kam sofort zurück, ob wir das wirklich selbst gebucht hätten, ganz ohne Firmenkonto im Rücken.
Diese Bordkarten stehen für die 280.000 Meilen, die wir im Sommer 2024 gegen vier Sitze in der Premium Economy von Frankfurt nach San Francisco getauscht haben, LH 454, Sitz 32H einer davon, dazu die etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren, die on top dazukamen. Ein gutes Stück davon kam nicht von Dienstreisen, sondern von genau den Zeitschriften, die neben dem Sofa gestapelt lagen, Monat für Monat, lange bevor überhaupt ein Reisedatum feststand.
Wer selbst gerade erst mit dem Sammeln anfängt, muss nicht gleich alles umstellen. Ich schaue trotzdem regelmäßig nach, ob Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien gerade zu den Abo-Meilen passen, damit aus Papierstapel und Kartenbonus am Ende wieder vier Plätze in einem Flugzeug werden.