
Die Buchungsbestätigung lädt zum dritten Mal neu, und die Zahl bleibt exakt gleich: 280.000 Meilen für vier Plätze in der Premium Economy, dazu 1.500 Euro Steuern und Gebühren, die sich nicht wegklicken lassen. Genau in diesem Moment wird aus dem, was ich bis dahin nur nebenbei als Travel Hacking betrieben hatte, eine echte Rechnung für unsere Familienreise – und aus meinem Miles & More Konto ein Budgetposten.
Kleiner Hinweis vorab: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon etwas, bekomme ich eine kleine Provision, dein Preis ändert sich dadurch nicht. Ich erwähne zum Beispiel das Elite travelhacking BasiX Programm, weil es uns damals tatsächlich half, das Gebühren-Wirrwarr zu verstehen, bevor wir den Buchen-Button gedrückt haben.
Der Plan, der nicht aufging: Hotelpunkte für den Familienurlaub
Bevor die Fluglinie überhaupt zum Thema wurde, wollte ich unseren Familienurlaub über Hotelpunkte finanzieren. Mein Mann und ich hatten über Jahre bei jedem Aufenthalt Punkte gesammelt, ganz ohne Plan, einfach weil die Kreditkarte das so anbot.
Meine Nachbarin verbringt ihre freien Samstage auf dem Flohmarkt am Odeonsplatz und wühlt dort nach alten Vinylplatten – ich saß in der gleichen Zeit über der Punkteübersicht unseres Hotelprogramms und rechnete durch, wie viele Nächte uns das wohl einbringen würde.
Die Antwort war ernüchternd: Für eine einzige Nacht in der Nebensaison hätte es gerade so gereicht, für eine ganze Familienreise nicht annähernd. Der Einlösewert war schlicht zu gering, um damit irgendetwas Großes zu planen.
Also blieb am Ende doch nur die Fluglinie. Ich hatte 2022 eher zufällig den Sign-Up-Bonus einer Kreditkarte mitgenommen, dreißigtausend Meilen, nachdem eine Kollegin mir davon erzählt hatte, ohne selbst genau zu wissen, wofür das reichen sollte. Zwei Jahre lang kam Miles and More Meilen sammeln beim Online Shopping für den Familienurlaub dazu, eher aus Gewohnheit als aus Strategie.

So kommen die 1.500 Euro Steuern und Gebühren zustande
Mein Mann bekam die Zahlen erst richtig zu fassen, als er die sogenannten Carrier Imposed Surcharges neben die Buchung legte – für ihn als Maschinenbauingenieur war das eine Rechnung, die er nachvollziehen wollte, keine Überraschung, die man einfach hinnimmt. Diese Zuschläge erhebt Lufthansa unabhängig davon, wie viele Meilen du einlöst.
Das eigentliche Problem: Die Gebühren skalieren nicht mit der Meilenzahl. Ob du in der Economy oder in der Premium Economy sitzt, die Zuschläge bleiben sich auf der gleichen Strecke oft ziemlich ähnlich. Für uns vier bedeutete das am Ende genau diese 1.500 Euro.
1.500 Euro klingen erst mal nach viel, bis du sie neben andere Familienausgaben legst. Bei uns war das ungefähr das, was wir sonst über ein ganzes Jahr an Ausflügen in den Olympiapark und drumherum ausgeben.
Wie die eigentliche Buchung im Miles & More Portal technisch abläuft, ist noch mal ein ganz eigenes Thema – mir ging es hier nur um die Frage, was am Ende an Zusatzkosten kleben bleibt.
Genau diese Logik hinter den Zuschlägen ist es, die mir das Elite travelhacking BasiX Programm am klarsten erklärt hat – hätte ich es schon 2024 gekannt, wäre mir die eine oder andere schlaflose Nacht über der Buchungsübersicht erspart geblieben.
Warum am Ende doch Miles & More gewonnen hat
Für eine vierköpfige Familie ist nicht nur der Preis das Problem, sondern die Verfügbarkeit selbst. Vier Plätze in der Premium Economy auf derselben Maschine zu finden, ist in den bayerischen Schulferien so gut wie ausgeschlossen, und selbst die Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien passten fast nie zu unserem Zeitraum.
Der reguläre Preis für vier Tickets in der Premium Economy nach San Francisco lag damals bei fast 6.000 Euro. Mit 280.000 Meilen und 1.500 Euro Zuschlägen haben wir effektiv etwa 4.500 Euro gespart – ein Betrag, den keine Hotelpunkte-Sammlung je hätte einbringen können.
Punkte für eine einzelne Hotelnacht auf der einen Seite. Vier Sitze über den Atlantik auf der anderen. Am Ende war das keine schwere Entscheidung mehr.
Dass wir dafür die Meilen meines Mannes und meine eigenen zusammengelegt haben, ist noch mal eine andere Geschichte, genau wie die Frage, ob sich über andere Star-Alliance-Partner günstigere Zuschläge ergeben hätten – das habe ich mir bislang nicht im Detail angeschaut.

Auf Sitz 32H sagt meine Tochter nur ein leises Wow
Die Bordkarte von damals liegt noch in meinem Notizbuch: Sommer 2024, LH 454, Frankfurt nach San Francisco, Sitz 32H auf der A340-600.
In der Lufthansa Lounge B1 mussten wir gut zwanzig Minuten nach vier freien Plätzen nebeneinander suchen, PriorityPass hin oder her – aber sobald wir saßen, war das Warten vergessen.
Als meine Tochter das kleine Klapptablett herunterließ und die echte Stoffserviette darauf entdeckte, sagte sie nur ein leises Wow. Mehr Bestätigung für die 1.500 Euro brauchte ich in dem Moment nicht. San Francisco mit Kindern fängt für uns eben schon im Flugzeug an.
Kaum dass wir in San Francisco durch den Gang liefen, vibrierte mein Handy leise in der Tasche. Die Meilen-Gutschrift war schneller da als unser Gepäck. Perfekt war der Flug trotzdem nicht: Die Kinder fanden das Bordprogramm spannender als den Schlaf, und ich hatte am Ende die inzwischen obligatorischen Augenringe.
Für die nächste große Buchung schaue ich mir inzwischen genauer an, ob sich der Miles and More Companion Award nutzen lässt – aber das ist wieder ein anderes Kapitel.
Dass Meilen irgendwann verfallen können, wenn man sie zu lange liegen lässt, ist bei uns inzwischen ebenfalls ein Thema – nur nicht das dieser Geschichte.
Hotelpunkte oder Flugmeilen: Was ich heute anders entscheiden würde
Ob sich unsere Meilen nicht doch besser im Worldshop einlösen ließen als in einen Flug, habe ich mir kurz überlegt und dann wieder verworfen. Für eine vierköpfige Familie war der Flug für uns immer der klarere Wert.
Nach jetzt vier Jahren würde ich es wieder genauso machen, nur schneller: Hotelpunkte lohnen sich bei uns höchstens noch für einen spontanen Kurztrip zu zweit, wo wenige Punkte für eine Nacht reichen. Für einen großen Familienflug mit vier Sitzen über den Atlantik sind Fluglinien-Meilen die einzige Option, die für uns überhaupt in Frage kommt – man muss nur die Steuern und Gebühren von Anfang an ins Budget einplanen, statt sie als böse Überraschung am Ende zu erleben.
Wer tiefer in die Materie einsteigen will, um bei der Gebühren-Kalkulation noch das letzte bisschen herauszuholen, findet in der Priority Meilen MasterClass einen guten nächsten Schritt – für uns war das eher die Phase nach dem ersten Flug, nicht davor.
Wie handhabt ihr das bei euren Buchungen – plant ihr die Zuschläge fest ein, oder sind sie bei euch am Ende immer die Überraschung?