Bordkarten Tagebuch

Miles and More Companion Award nutzen: So sparen Familien Meilen beim Buchen

Miles and More Companion Award für Familienreisen – Symbolbild rund um Senator-Status und Meilen sparen

Wie viele Meilen liegen gerade auf dem Konto deines Partners oder deiner Partnerin brach, nur weil ihr bei Miles & More nie zusammen bucht? Bei uns steckte die Antwort jahrelang im Senator-Status meines Mannes, den er sich durch seine Dienstreisen als Ingenieur eingesammelt hat, ohne dass ich lange verstanden habe, was das eigentlich für unsere Familienreise bedeutet. Der Baustein, um den es dabei geht, heißt Companion Award, und er ist einer der am meisten unterschätzten Hebel im ganzen Travel-Hacking rund um Miles & More.

Cordula Wenk, eine Leserin aus Düsseldorf, hat mir vor ein paar Wochen einen Screenshot aus dem Miles & More Portal geschickt und gefragt, warum bei ihrer Buchung plötzlich zwei verschiedene Meilenpreise nebeneinander standen. Genau diese Verwirrung will ich hier einmal sauber auseinandernehmen – ohne Vergleichstabelle, aber mit den Zahlen, die bei uns tatsächlich auf dem Kontoauszug standen.

Der Companion Award im Miles & More Programm

Der Companion Award ist im Kern eine Statusvergünstigung: Wenn ein Senator oder ein HON Circle Member bei Miles & More einen Prämienflug bucht, zahlt eine mitreisende Begleitperson nur die Hälfte der sonst fälligen Meilen. Das gilt pro Buchung, nicht pro Jahr, und es funktioniert unabhängig davon, ob die Begleitperson selbst irgendeinen Status besitzt. Für uns heißt das konkret: Mein Mann zahlt als Senator den vollen Meilenpreis, ich als seine Begleitung zahle nur fünfzig Prozent davon. Unsere beiden Kinder zahlen ganz normal den Kindertarif, ohne Rabatt, weil der Companion Award ausschließlich für die eine Begleitperson gilt.

Nahaufnahme einer Hand mit Taschenrechner neben einem Miles and More Statusbrief zum Senator-Status – Basis für die Companion-Award-Rechnung einer Familienreise.

Den Senator-Status hat mein Mann übrigens nicht wegen eines cleveren Plans erreicht, sondern schlicht, weil er beruflich mehr als 2.000 Qualifying Points im Jahr zusammenbekommt. Für ihn war das ein Nebenprodukt seiner Reisetätigkeit. Für uns als Familie ist es seitdem ein fester Baustein in der Reiseplanung.

Eine vierköpfige Familie spart damit ordentlich Meilen

Ein regulärer Prämienflug in der Premium Economy kostet auf der Nordamerika-Strecke 35.000 Meilen pro Person und Richtung. Für uns vier wären das 140.000 Meilen in eine Richtung, ganz ohne Rabatt. Mit dem Companion Award zahlt mein Mann weiterhin die vollen 35.000 Meilen, ich zahle nur 17.500, und rechnet man das für das Elternpaar zusammen, sparen wir als Familie effektiv ein Viertel der Meilen, die für uns beide sonst fällig gewesen wären.

Genau nach diesem Muster haben wir im Sommer 2024 unsere vier Tickets für den Flug LH 454 von Frankfurt nach San Francisco gebucht, insgesamt 280.000 Meilen für die komplette Familie hin und zurück. Die Bordkarte mit der Sitznummer 32H klebt bis heute in meinem Notizbuch, direkt neben der Zahl, die mich damals am meisten überrascht hat: bezahlt allein mit unseren eigenen Meilen, ganz ohne einen einzigen Euro fürs Ticket selbst.

Die Steuern und Gebühren bleiben trotzdem gleich

Wichtig ist dabei: Der Companion Award spart ausschließlich Meilen, keine Euro. Die Steuern und Gebühren, die bei uns für den SFO-Flug obendrauf kamen, bleiben mit oder ohne Rabatt exakt gleich hoch. Wie wir diese zusätzlichen Kosten für den SFO-Flug eingeplant haben, steht in einem eigenen Artikel, denn das ist eine ganz eigene Rechnung für sich.

Das ist der Haken, den viele beim Companion Award übersehen.

Wann lohnt sich der Companion Award nicht?

Bei Sonderaktionen wie Fly Smart Prämien ist der Companion Award meistens gesperrt, und genau da lohnt sich ein zweiter Blick, bevor man Meilen anfasst. Ich habe das Anfang April selbst versucht: eine besonders günstige Aktionsrate für die ganze Familie gesucht, den Companion-Rabatt schon fest eingeplant – und am Ende stand da nur ein ausgegrautes Feld, weil der Rabatt bei dieser Rate schlicht nicht greift. Meine Faustregel seitdem: Erst die reguläre Meilenrate mit Rabatt gegen die Aktionsrate ohne Rabatt gegenrechnen, und erst danach entscheiden, welche Buchung tatsächlich weniger Meilen kostet.

Blaues Kinder-Reisekissen neben einem Laptop mit Miles-and-More-Buchungsseite für den Companion Award bei einer Familienreise.

Diese Abwägung fühlt sich für mich manchmal an wie die Frage, ob man ein Geburtstagsgeschenk sofort mit dem gesparten Geld kauft oder noch auf ein besseres Angebot wartet – reine Kopfsache, keine Wissenschaft. Payback-Punkte habe ich jahrelang nur für Benzin und Einkäufe eingelöst, nie für Flüge, weil mir schlicht nicht klar war, dass Meilen bei Miles & More nach ganz anderen Regeln funktionieren als Punkte im Supermarkt.

Meilen und Status gemeinsam nutzen

Der Companion Award funktioniert dabei völlig unabhängig vom Pooling unserer Familien-Meilenkonten – beides hat seinen Platz, je nachdem wie viele Meilen man wo liegen hat. Wenn wir zu viert unterwegs sind, ist ohnehin die Verfügbarkeit das größere Nadelöhr, nicht der Rabatt selbst. Oft ist es einfacher, zwei Sitzplätze über den Companion Award zu sichern und die anderen beiden Sitzplätze über ein zweites, gepooltes Konto zu buchen, als zu versuchen, alle vier Plätze mit demselben Rabatt in einer einzigen Buchung unterzubringen.

Ohne den Sign-up-Bonus meiner allerersten Miles & More Kreditkarte 2022 hätten wir übrigens gar keinen Grundstock an Meilen gehabt, mit dem sich ein Companion Award überhaupt lohnt. Wenn wir inzwischen in der Lufthansa Lounge B1 sitzen, ist die oft so voll, dass wir froh sind, überhaupt zwei freie Plätze für die Kinder am Fenster zu finden – Status hin oder her. Und ohne den Senator-Status meines Mannes gäbe es diesen Rabatt für mich gar nicht erst.

Weitere Bausteine rund um die Meilenstrategie

Verfügbarkeit in den Schulferien ist noch mal ein eigenes Kapitel, das den Companion Award schnell zur Nebensache macht, weil man froh sein muss, überhaupt vier Plätze zusammen zu finden. Meilenverfall ist ein anderes Thema, das wir bei uns strikt getrennt im Blick behalten, unabhängig vom Companion Award. Ob sich Meilen woanders – etwa im Worldshop – besser einlösen lassen als für einen Flug, ist wieder eine ganz andere Rechnung, die ich hier nicht aufmache. Und bei Prämienflügen über Partner-Airlines der Star Alliance gelten für den Companion Award noch mal andere Spielregeln, die eine eigene Geschichte wert sind.

Wie sich so eine Prämienflug-Buchung am Ende ganz konkret anfühlt, mit allen Zahlen und Nerven, kannst du in meinen Notizen zur Bordkarte von unserem ersten großen Flug nachlesen.

Am Ende bleibt der Companion Award für uns ein nützliches Werkzeug, kein Zaubertrick: Er spart Meilen, wenn Status und Verfügbarkeit zusammenpassen, und er verschwindet in der Bedeutungslosigkeit, sobald eine Aktionsrate oder ein Ferientermin dazwischenfunkt. Genau deshalb schaue ich inzwischen bei jeder Buchung zuerst auf die Meilenrate mit und ohne Rabatt, bevor überhaupt jemand aus der Familie einen Sitzplatz aussucht.