Bordkarten Tagebuch

Sitzplatzreservierung bei Lufthansa: Meine Erfahrungen in der Premium Economy

Sitzplatzreservierung Lufthansa Premium Economy: Sitzplan und Notizbuch für die Familienreise

Der Cursor blinkt über dem blauen Quadrat für Sitz 32H, und ich klicke trotzdem nicht. Vier Bordkarten für die Premium Economy zwischen Frankfurt und San Francisco liegen praktisch schon in meiner Hand – die Meilen sind eingelöst, Flug LH 454 steht fest –, aber die Sitzplatzreservierung auf der Lufthansa-Seite fühlt sich an wie ein zweites, kleineres Buchungssystem, das mir niemand erklärt hat.

Kurzer Hinweis vorweg: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe nur über Dinge, die bei unserer eigenen Planung tatsächlich mitgeholfen haben. Ich fange schließlich bei jeder Buchung wieder bei null an.

Als UX-Designerin sehe ich mir beruflich fremde Interfaces an, und trotzdem hat mich das Buchungssystem von Lufthansa an diesem Abend fast zur Verzweiflung gebracht. Meilen einlösen war offenbar nur der erste Schritt – wer mit zwei Kindern (8 und 10) reist, weiß, dass „irgendein Platz reicht schon" längst keine Option mehr ist.

Sitzplatzreservierung nach der Lufthansa-Meilen-Einlösung

280.000 Meilen für vier Premium Economy Tickets waren eingelöst, dazu kamen etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren – eine Prämienflug-Buchung ist eben mit dem Absenden des Formulars noch lange nicht fertig, das habe ich erst bei diesem Flug richtig verstanden. Angefangen hatte alles Jahre vorher mit einem einzigen Sign-up-Bonus einer Kreditkarte, von dem ich damals nicht wusste, wofür er später gut sein würde.

Dann lud die Sitzkarte, und im Mittelblock waren nur noch vereinzelte Plätze frei. Sofort dachte ich an all die Familien, die getrennt einsteigen, weil ein Algorithmus einfach die freien Plätze im ganzen Flugzeug zusammensucht.

Handskizzierte Sitzordnung im Notizbuch für die Lufthansa Premium Economy Sitzplatzreservierung

Ich holte meinen Füllfederhalter heraus und skizzierte das 2-3-2 Layout der A350-900 ins Notizbuch, während ich überlegte, welche Reihe uns am ehesten zusammenhalten würde. Zwei Stunden für einen Sitzplan – mein Mann, Maschinenbauingenieur und Freund klarer Zahlen, fand das erst albern und beschwerte sich am Ende doch über zu wenig Knieraum.

Wie viel Platz braucht ein Kind mit Reisekissen wirklich?

Es ist nicht die First Class, über die andere Reiseblogs schreiben. Für unsere Familienreise war es trotzdem der erste echte Erfolg nach zwei Jahren planlosem Meilensammeln. Der Sitzabstand in der Premium Economy liegt bei etwa 38 Zoll – eine Zahl, die erst Sinn ergibt, wenn man sieht, wie die Tochter mit dem Reisekissen einschläft, ohne dass die Beine irgendwo anstoßen.

Wir saßen in Reihe 32H auf einer A340-600, mit Bildschirmen von 11 bis 12 Zoll, deutlich größer als in der normalen Economy, was die Stimmung der Kinder auf dem Transatlantikflug spürbar hebt. Die Reservierung selbst war trotzdem ein Minenfeld: Ich wollte die Bulkhead-Reihe direkt hinter der Trennwand, weil ich dort am meisten Platz vermutete, und interpretierte die Regeln für die sogenannten Preferred Zones komplett falsch. Ohne Senator-Status kosten diese Plätze bei Miles & More oft extra, und nach den Steuern und Gebühren wollte ich nicht noch mehr Geld verbrennen.

Falls dich interessiert, ob sich der ganze Aufwand überhaupt rechnet: In Warum sich Premium Economy für Familien lohnt habe ich das genauer aufgeschrieben.

Sitzabstand in der Lufthansa Premium Economy mit Reisekissen auf der Familienreise

Steuern nachrechnen, bevor man abbricht

Was beim ersten Anlauf schiefging, gehört auch in dieses Notizbuch: Ich hatte bei der allerersten Kalkulation die Steuern und Gebühren schlicht vergessen einzurechnen. Als die Summe dann im Bezahlformular auftauchte, saß ich kurz da und überlegte ernsthaft, die ganze Reise wieder abzusagen. Eine Steuer-und-Gebühren-Kalkulation gehört bei einer Prämienflug-Buchung offenbar genauso dazu wie die Meilenzahl selbst – ein Punkt, den ich seitdem nie mehr überspringe.

Ein Forum-Bekannter, Winold Krauss, der laut eigener Aussage seit über fünfzehn Jahren fast ausschließlich mit Meilen und Bonuspunkten fliegt, hatte mir Wochen vorher einen Hinweis zu den Verfügbarkeitsfenstern gegeben, den ich mir notiert hatte. Genau dieses Timing-Wissen half mir, als ich checken wollte, wann bei Lufthansa neue Plätze für die Bassinet-Reihen freigegeben werden.

Was mir dabei wirklich half, war der Elite travelhacking BasiX Guide – ohne diese Struktur hätte ich wahrscheinlich bis zum Check-in-Fenster 23 Stunden vor Abflug gewartet, ein Risiko, das ich mit zwei Kindern nicht eingehen wollte. Nebenbei lernte ich dort auch, wie Familien ihre Meilen auf einem gemeinsamen Konto bündeln, statt vier einzelne kleine Guthaben zu verwalten, und wie man verhindert, dass ungenutzte Meilen nach Jahren einfach verfallen.

Notiert habe ich auch: FRA-SFO, LH 454, Sitz 32H, und dass wir vor dem Boarding durch die Lufthansa Lounge B1 gegangen sind, dank des PriorityPass über unsere Kreditkarten-Kombination. Ein Tipp am Rande: Lufthansa Lounge Zugang mit Kindern ist Gold wert, wenn die Kinder vor dem Boarding noch eine Stunde überbrücken müssen.

Die Benutzeroberfläche der Lufthansa-Seite nervt mich bis heute, sie wirkt wie ein Relikt aus den frühen 2000ern. Aber mit etwas Geduld und Wissen aus der Travel-Hacking-Community findet man die Lücken im System: Wir haben es geschafft, zwei Zweierblöcke hintereinander zu reservieren, statt vier Einzelplätze über das ganze Flugzeug verstreut zu bekommen.

Lufthansa Sitzplatzreservierung am Laptop bei der Planung der Premium Economy Familienreise

Am Ende zählt die Sitzordnung, nicht die Meilenzahl

Sieben Wochen nach der Einlösung stand die Sitzordnung endlich so, wie ich sie mir vorgestellt hatte – nicht durch einen einzigen Geistesblitz, sondern weil ich jede Woche ein bisschen nachjustiert habe.

Ein paar Tage nach der Rückkehr aus San Francisco – der Rückflug ging Anfang Juni 2026 – saß ich wieder vor meinem Notizbuch und klebte die vier Bordkarten ein, direkt unter die Skizze vom Sitzplan. Daneben schrieb ich nur einen Satz: mit eigenen Meilen bezahlt, kein Euro extra für die Tickets selbst.

Das war der Satz, den ich am längsten angeschaut habe.

Meine Studienfreundin Reinhild aus Hamburg hat, als ich ihr davon erzählte, sofort gefragt, ob wir beim nächsten Ziel nicht einfach zusammen fliegen könnten – so ist sie, bei jedem neuen Reiseplan die Erste mit dieser Frage.

Für den nächsten Trip überlege ich inzwischen auch Dinge, an die ich beim ersten Mal gar nicht gedacht hätte: ob ein Companion Award für uns als Paar Sinn ergibt, ob sich der Einlösewert eher für einen Flug oder für einen Katalogkauf lohnt, und ob eine Prämienflug-Buchung über eine Partner-Airline im Star-Alliance-Netzwerk manchmal die bessere Sitzplatzlage bringt als bei Lufthansa selbst.

Wer wissen will, wie man auch in den Schulferien noch passende Termine findet, dem lege ich Prämienflüge in den Schulferien ans Herz – dort steht die ganze Geschichte dazu.

Die wichtigste Lektion aus diesem Sitzplan-Chaos: Verlass dich nie auf den Zufall bei der Platzvergabe, auch nicht in einer guten Klasse. Ein guter Sitz in einer guten Klasse ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von ziemlich viel stiller Nachrechnerei im Vorfeld.

Nach der Landung in San Francisco meldete sich das Handy in meiner Tasche mit einem kurzen Zittern – die Gutschrift der Meilen für den Rückflug war schon da, kaum dass wir das Gate verlassen hatten.

Wenn du selbst vor deiner ersten großen Einlösung stehst: Fang früh mit der Sitzplatzreservierung an, nicht erst nach der Meilenbuchung. Der Elite travelhacking BasiX Kurs hat mir dabei wirklich die Augen geöffnet, gerade bei den kleinen Details, die sonst untergehen. Und vielleicht schreibst du schon bald deine eigene Bordkarten-Geschichte auf – meine liegt jedenfalls schon wieder zugeklappt, bis die nächste Reise ansteht.