Auf dem JetFriends-Konto meiner Tochter liegen mittlerweile mehr Meilen als auf meinem eigenen, obwohl sie noch nie einen einzigen Flug allein gebucht hat.
Bevor es weitergeht, kurz der Hinweis, den ich eigentlich bei jedem Beitrag wiederhole: Ich verlinke hier auch auf Kurse, die uns als Familie beim Meilensammeln wirklich weitergeholfen haben, und bekomme im Fall eines Kaufs eine kleine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Andere Eltern stellen mir seitdem eigentlich immer dieselben Fragen, also beantworte ich sie hier der Reihe nach, so wie ich sie sonst in mein Notizbuch schreiben würde.
Was ist ein JetFriends-Konto, und warum lohnt es sich für kleine Kinder?
JetFriends ist die Kinder-Variante von Miles & More, gedacht für Kinder zwischen zwei und siebzehn Jahren, mit einem eigenen Konto, das unter dem Namen des Kindes läuft statt unter meinem.
Meine beiden haben ihr Konto, seit ich gemerkt habe, dass ihre Meilen aus früheren Flügen sonst einfach bei mir mitliefen und in der Gesamtsumme verschwanden. Der Unterschied zu meinem eigenen Konto ist entscheidend: Meine Meilen verfallen irgendwann, wenn ich zu lange keine Kreditkarte oder keinen Status dranhänge. Bei den Kindern ist das anders — ihre Meilen bleiben liegen, bis sie volljährig sind, ganz ohne dass ich jeden Monat nachrechnen muss.
Ausgelöst hat das Ganze unser erster großer Meilenflug, vier Plätze in der Premium Economy von Frankfurt nach San Francisco, LH 454, in einem Airbus A340-600, für 280.000 Meilen plus die Steuern und Gebühren obendrauf. Danach wollte ich, dass keine Meile in der Familie mehr ohne Konto herumhängt, und bin so auf das JetFriends-Programm gestoßen.
Der Umweg über Hotelpunkte, der uns nichts gebracht hat
Wir haben nicht direkt bei Flugmeilen angefangen. Ein Versuch davor lief über Hotelpunkte — wir wollten damit einen kompletten Familienurlaub querfinanzieren, ungefähr so, wie man ein Sparschwein leert, bevor der große Ausflug ansteht.
Der Punktestand auf dem Hotelkonto sah auf dem Papier beeindruckend aus. Beim Einlösen kam dann die Ernüchterung: Der Gegenwert pro Punkt war so niedrig, dass wir für eine einzige zusätzliche Nacht fast den ganzen Kontostand gebraucht hätten. Kein Flug, kein Upgrade, nur ein überteuertes Zimmer, das sich am Ende nicht gelohnt hat.
Genau diese Erfahrung war es, die mich dazu gebracht hat, genauer hinzuschauen, wo Punkte und Meilen wirklich etwas wert sind und wo sie nur gut aussehen. Der ausführliche Vergleich, wann sich Worldshop-Prämien und wann ein Flug mehr lohnt, würde hier zu weit führen — das ist ein eigenes Kapitel in meinem Notizbuch.
Wie hängen Pooling, Bonus und Steuern zusammen — und was gehört wohin?
Miles & More erlaubt es, bis zu zwei Erwachsene und fünf Kinder in einem gemeinsamen Meilenpool zusammenzulegen, und genau da laufen die JetFriends-Konten der Kinder bei uns mit ein. Die Details zu diesem Mechanismus habe ich mir größtenteils über den Elite travelhacking BasiX Kurs angeeignet, ohne den hätte ich vermutlich die Hälfte der Regeln übersehen.
Genauso lassen wir uns inzwischen bei jedem Mietwagen für den Urlaub die Meilen gutschreiben. Wie das genau funktioniert, habe ich extra aufgeschrieben: Meilen sammeln mit Mietwagen für den Familienurlaub: So klappt die Gutschrift.
Vor ein paar Wochen, beim Buchen eines kurzen Trips, blinkte plötzlich ein Upgrade-Button auf, den es beim letzten Versuch noch nicht gab, weil der gepoolte Kontostand gerade eben reichte — mein Mann schaute noch skeptisch über meine Schulter, als könnte das nicht stimmen.
Angefangen hat das bei uns übrigens ganz unspektakulär mit einem Anmeldebonus über eine Kreditkarte, dreißigtausend Meilen für die Unterschrift und sonst nichts — der eigentliche Wert kam erst über die Jahre durch das gemeinsame Sammeln.
Wie man so eine Prämienflug-Buchung dann Schritt für Schritt durchklickt und was am Ende wirklich an Steuern und Gebühren hängen bleibt, sind zwei Themen für sich, die jeweils einen eigenen Eintrag verdient haben.
Muss man dafür viel Geld oder viele Flüge im Jahr haben?
Eine Freundin, die sonntags gern über den Flohmarkt am Odeonsplatz zieht und dort nach alten Vinyl-Platten sucht, hat mich neulich genau das gefragt. Sie fliegt mit ihrer Tochter vielleicht einmal im Jahr zu den Großeltern, ohne Business-Trips, ohne Kreditkarte mit hohem Limit.
Meine Antwort war: gerade dann. Ihre Tochter sammelt über ihr eigenes Konto weiter, auch wenn dazwischen Monate ohne einen einzigen Flug liegen, weil die Kinder-Meilen eben nicht verfallen. Das ist kein Trick für Vielflieger, das ist eher ein sehr geduldiges Sparmodell, das niemand vorzeitig anfassen darf.
Ob daraus irgendwann ein Prämienflug über eine Partner-Airline im Star-Alliance-Verbund wird oder ein Companion Award, bei dem eine zweite Person günstiger mitfliegt, hängt von der jeweiligen Situation ab — beides Themen, die ich an anderer Stelle im Detail durchgehe. Genauso die Frage, wie schwer es wird, in den Schulferien überhaupt vier Plätze auf einem Flug zusammenzubekommen, verdient einen eigenen Absatz für sich.
Wer dazu noch ein paar Lufthansa Meilen sammeln mit Zeitschriftenabos nimmt, kommt über die Jahre erstaunlich unauffällig auf genug Meilen für einen Freiflug zusammen — ganz ohne dass viel Geld fließt.
Woran wir bei den Kinderkonten noch arbeiten
An einem Nachmittag am Olympiasee, während die Kinder Enten am Ufer beobachtet haben, ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich schnell die beiden JetFriends-Konten eigentlich wachsen — je nachdem, wie oft welches Kind mitfliegt, wächst das eine spürbar langsamer als das andere.
Auch bei den Kinderkonten tickt am Ende eine Verfallsuhr, nur eben viel weiter weg als bei uns Erwachsenen, weil Kinder deutlich seltener fliegen — und genau das macht die ferne Frist irgendwann zum eigentlichen Knackpunkt. Wie man das im Blick behält, habe ich in einem eigenen Beitrag zum Miles and More Meilen Verfall verhindern aufgeschrieben.
Mein Rat für Eltern, die gerade erst anfangen
Falls das jetzt nach viel Papierkram klingt: Die Kontoeröffnung für ein Kind dauert keine zehn Minuten, der Rest ist reine Geduld. Geblieben ist mir dabei ein kleines Ritual — das leise Rascheln, wenn ich eine Bordkarte kurz vor dem Gate aus der Jackentasche ziehe, bevor sie ins Notizbuch geklebt wird. Bei den Kindern kommt jetzt einfach die JetFriends-Karte mit dazu.
Ob am Ende ein Lufthansa Upgrade mit Meilen dabei herauskommt oder einfach nur ein günstigerer Ferienflug, ist für mich fast zweitrangig — Hauptsache, die Meilen der Kinder liegen nicht mehr namenlos irgendwo herum.
Wer sich fragt, wie man das technisch alles aufsetzt, ohne bei der Miles-&-More-Seite die Nerven zu verlieren: Den Elite travelhacking BasiX Kurs kann ich für den Einstieg als Familie wirklich empfehlen, er hat mir über einige verwirrende Stellen hinweggeholfen. Wer tiefer einsteigen will, findet in der Priority Meilen MasterClass noch mehr Details, für den Anfang reicht aber das Basiswissen völlig.
Ich klappe das Notizbuch für heute zu, zwei neue JetFriends-Karten mehr darin, still und ohne großes Aufsehen.