Bordkarten Tagebuch

Miles and More Meilen Verfall verhindern: Tipps für das Sammeln als Familie

Miles and More Tipps gegen Meilen-Verfall – Notizbuch mit rot markierten Ablaufdaten am Küchentisch

Meilen verfallen gerade lautlos auf eurem Miles-and-More-Konto, während ihr das hier lest.

Am Gate im Terminal 2 in München treffe ich neulich Arndt Feige, den Kollegen meines Mannes, der zur gleichen Konferenz fliegt wie er. Arndt bucht seit Jahren nur Direktflüge, so günstig wie möglich, ohne ein einziges Konto bei irgendeinem Vielfliegerprogramm. Er wollte wissen, ob sich das Sammeln für seine eigene Familie lohnen würde – und zwar in Zahlen, nicht in Gefühlen, weil er als Maschinenbauingenieur eben so tickt.

Zwei Wege, dachte ich mir, während er auf sein Boarding wartete: Wer nie Meilen sammelt, hat auch nie das Problem, dass sie verfallen. Wer aber wie unsere Familie seit 2022 sammelt, muss sich aktiv kümmern, sonst ist das Konto irgendwann leer, ganz ohne dass ein einziger Flug stattgefunden hat.

Arndt bucht nur Direktflüge – und den Meilenverfall kennt er gar nicht

Für Arndt ist Meilenverfall bisher kein Thema gewesen. Beim Sommerfest seiner Firma letztes Jahr hat er zum ersten Mal von unserem Flug nach San Francisco gehört und fragt seitdem ab und zu nach, ob sich das Sammeln auch für ihn lohnen würde. Sein Ansatz bisher: den günstigsten Direktflug suchen, bezahlen, fertig. Keine Kreditkarte mit Meilen-Bonus, kein Vielfliegerkonto, keine Sorge um irgendeine 36-Monate-Frist. Rein rechnerisch hat er damit sogar recht – wer nichts sammelt, kann auch nichts verlieren.

Unsere Familie hat diesen Vorteil nicht mehr. Seit dem Sign-up-Bonus, den ich 2022 nach der Empfehlung einer Kollegin abgegriffen habe, sammeln wir – erst nur ich, mittlerweile auch mein Mann und über das Pooling sogar die Kinder.

Meilen-Verfall im Blick behalten – Hand markiert Ablaufdatum im Bordkarten-Notizbuch

Fast verloren: unsere 30.000 Meilen aus dem Sign-up-Bonus 2022

Genau diese ersten 30.000 Meilen hätte ich beinahe verschenkt. Zwei Jahre lang lagen sie einfach auf dem Konto, unangetastet, weil ich nicht wusste, was ich damit anfangen sollte, und dachte, Meilen würden sich von selbst halten. Erst der Kontoauszug zeigte mir, wie knapp die Zeit inzwischen geworden war – nur noch wenige Monate bis zum Quartalsende, an dem alles verfallen wäre.

Diese Entdeckung am Küchentisch war der Moment, an dem aus einem netten Nebenprojekt eine echte Aufgabe wurde. Kein Meilenkonto in unserer Familie sollte je wieder so knapp am Verfall vorbeischrammen.

Dass sich die Rettung gelohnt hat, weiß ich noch genau: Ich habe auf Absenden geklickt, der Ladebalken drehte sich eine gefühlte Ewigkeit, und dann stand plötzlich ein neuer Kontostand da: 280.000 Meilen weniger, dafür vier Bordkarten nach San Francisco in der Premium Economy mehr.

Als wir diese 280.000 Meilen für die vier Prämienflüge einlösten, kamen nochmal rund 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf – eine eigene Rechnung, die bei jeder Prämienflug-Buchung neu aufgemacht werden muss. Auch ein Prämienflug über einen Partner aus der Star Alliance statt direkt mit Lufthansa wäre eine Option gewesen, und für die nächste große Reise schaue ich mir inzwischen auch den Companion Award genauer an. Gebucht haben wir damals bewusst außerhalb der Schulferien, was uns bei der Verfügbarkeit einiges leichter gemacht hat.

Wie die 36-Monate-Regel bei Miles & More wirklich funktioniert

Bei Miles & More gilt für Prämienmeilen eine feste Regel: Sie verfallen 36 Monate nach der Gutschrift, und zwar zum Ende des jeweiligen Quartals, nicht auf den Tag genau. Wer im Mai 2022 Meilen bekommt, verliert sie also nicht drei Jahre später auf den Tag, sondern erst zum nächsten Quartalsende danach – bei uns war das der Juni 2025. Dieser Unterschied hat mich am Anfang verwirrt, weil ich falsch gerechnet und mir dadurch weniger Zeit eingeräumt habe, als ich eigentlich hatte.

Zwei Dinge halten diese Uhr an. Erstens eine Miles & More Kreditkarte mit Mindestumsatz, die aktiv genutzt wird – dann verfallen die Meilen auf dem verknüpften Konto gar nicht erst. Zweitens das Kinderprogramm JetFriends: Meilen der Kinder verfallen dort erst mit dem 18. Geburtstag, solange sie bei der Anmeldung mindestens zwei Jahre alt waren.

Familien-Pooling und Kreditkartenschutz im Vergleich

Seit wir die Konten der ganzen Familie über das Pooling verknüpft haben, sehen wir alle Meilen auf einen Blick – wie das Pooling im Detail funktioniert, ist aber nochmal eine eigene Geschichte für sich. Der Kreditkartenschutz war für uns der eigentliche Hebel gegen den Verfall: Mein Mann braucht die Karte ohnehin für seine Reisekosten als Ingenieur, und weil er sie regelmäßig nutzt, pausiert das unser gesamtes verknüpftes Konto – die 36-Monate-Uhr tickt für keinen von uns weiter, solange die Karte aktiv bleibt.

Familien-Pooling in der Miles & More App auf dem Smartphone eingerichtet

Meine Nachbarin Luzia, die jeden Payback-Sonderaktionstag im Kopf hat, wollte wissen, ob das bei Meilen genauso läuft wie bei ihren Punkten. Nicht ganz: Payback hat eigene Regeln, aber das Prinzip ist ähnlich – ungenutzte Punkte sind in keinem Programm wirklich sicher.

Kreditkartenschutz gegen Meilen-Verfall – Miles & More Karte neben Kinderzeitschriften

Bevor ihr euch an ein Upgrade mit Meilen wagt, lohnt sich außerdem ein Blick in Lufthansa Upgrade mit Meilen: Wie wir als Familie die Premium Economy nutzten – dort geht es genau darum, worauf wir beim ersten Versuch nicht geachtet haben.

Wählt Kreditkartenschutz, wenn ihr ohnehin reist – Kontoaktivität, wenn nicht

Für Familien wie unsere, die sowieso eine Reisekreditkarte brauchen, ist der Kreditkartenschutz der einfachste Weg: eine Karte, ein Mindestumsatz, und das ganze Konto ist geschützt. Für Familien, die keine weitere Karte wollen, bleibt die Alternative über Kontoaktivität – etwa über Miles and More Meilen sammeln beim Online Shopping für den Familienurlaub, kleine Prämienflüge oder Bonusmeilen aus dem Alltag, regelmäßig genug, dass nie ein einzelnes Konto drei Jahre lang still liegt.

Und für jemanden wie Arndt, der noch bei null steht: Bevor er überhaupt über Verfall nachdenken muss, sollte er erstmal klären, ob sich das Sammeln für seine Strecke überhaupt lohnt. Das ist wieder eine andere Rechnung, bei der auch der Einlösewert eine Rolle spielt.

Zurück bin ich mit alldem an meinem Schreibtisch am Hinterhof-Fenster gelandet, wo die Bordkarten-Notizbücher inzwischen zu dritt nebeneinanderstehen. Wenn ich die neueste Bordkarte vorsichtig ins oberste Buch schiebe, raschelt das Papier kurz auf – ein Geräusch, das mir inzwischen fast so vertraut ist wie das Ticken der 36-Monate-Uhr selbst. Nach vier Jahren Sammeln weiß ich: Es gibt keinen einzig richtigen Weg, Meilenverfall zu verhindern, nur den, der zur eigenen Familie passt. Arndt wird wahrscheinlich bei seinen Direktflügen bleiben, und das ist völlig in Ordnung. Wir bleiben bei Kreditkarte und Pooling, weil es zu unserem Alltag passt. Diese Miles-and-More-Tipps sind also kein Rezept, sondern eine Entscheidungshilfe, je nachdem, welches Konto gerade gerettet werden muss.