Bordkarten Tagebuch

Prämienflüge bei Partner Airlines: Meilen flexibler einlösen als Familie

Prämienflüge bei Partner-Airlines der Star Alliance: Familie plant die nächste Meilen-Buchung

Wenn die Buchungsmaske deiner Wunsch-Airline für vier Personen in den Ferien nur „keine Prämienflüge verfügbar" anzeigt, ist Aufgeben die naheliegende Antwort. Bei uns war sie lange Zeit die falsche.

Der Irrglaube, mit dem fast jede Meilen sammelnde Familie anfängt, klingt einleuchtend: Nur wer bei der eigenen Airline einlöst, holt wirklich etwas aus dem Konto heraus. Bei uns war das über Jahre die Lufthansa, weil genau diese Marke auf der Kreditkarte stand, mit der vor vier Jahren alles anfing, ein Sign-up-Bonus, eine Kollegin, die mir die Karte empfohlen hatte, und plötzlich 30.000 Meilen auf einem Konto, mit denen ich anfangs nichts anzufangen wusste.

Der Mythos: Nur die eigene Airline lohnt sich bei Miles & More

Für die Osterferien hatte ich genau diesen Denkfehler gemacht. Ich saß vor dem Rechner, tippte München als Abflughafen ein und bekam für vier Premium-Economy-Plätze nur eine leere Trefferliste. Kein Direktflug, kein Prämiensitz, nichts.

Also erinnerte ich mich an etwas, das ich lange verdrängt hatte: Es gibt nicht nur eine einzige Fluggesellschaft, sondern 26 Star Alliance Mitglieder, die theoretisch alle für unsere Suche infrage kommen. Eine ganze Flotte, die die ganze Zeit neben der Lufthansa-Suchmaske gewartet hat, ohne dass ich sie je angeklickt hätte.

Laptop-Bildschirm zeigt verfügbare Prämienflüge bei Star-Alliance-Partnern für eine vierköpfige Familie

Was Partner-Airlines der Star Alliance für Familien wirklich bedeuten

Ausgerechnet die Fixierung auf eine Marke ist bei vier Tickets das teuerste, was man sich an Zeit und Nerven leisten kann. Swiss über Zürich, Austrian über Wien, manchmal sogar ANA über einen ganz anderen Umweg. Sobald ich den Filter „nur Lufthansa" im Kopf abgeschaltet hatte, tauchten Verbindungen auf, nach denen ich vorher schlicht nie gesucht hatte.

Miles & More poolt die Meilen unserer ganzen Familie mittlerweile in einem gemeinsamen Konto, was die Suche über Partner erst richtig praktikabel macht – wie das im Detail eingerichtet wird, ist aber nochmal ein eigenes Kapitel für sich. Der Companion Award, mit dem manche Paare einen zweiten Sitz günstiger bekommen, spielt für uns als vierköpfige Crew dagegen kaum eine Rolle.

Die Bordkarte, die ich am längsten angeschaut habe, ist immer noch die vom letzten Sommer: FRA–SFO, LH 454, 280.000 Meilen für vier Plätze in der Premium Economy. Mein Sohn saß in 32H, klappte die Fußstütze runter und war keine fünf Minuten nach dem Start weg – während ich noch mit dem Kopfhörerkabel kämpfte.

Ich habe daraus zwei Sachen mitgenommen: Erstens sind Sign-up-Bonus und die ersten Meilen nur der Anfang, nicht das Ziel. Zweitens bringt die schönste Premium-Economy-Buchung nichts, wenn sie sich für die nächste Reise nicht wiederholen lässt, weil ich stur bei einer einzigen Airline suche.

Zürich, Wien und die Sache mit der Verfügbarkeit

Der eigentliche Durchbruch kam über die Hubs. Frankfurt und München wirken in den bayerischen Schulferien für Prämienplätze oft wie leergefegt, aber ein Umstieg über Zürich oder Wien öffnet plötzlich Türen, die von München aus verschlossen bleiben.

Bei einer Suche, die ich fast schon abgebrochen hätte, wechselte ich testweise auf die Verbindung über Zürich – und da waren sie: vier grüne Kästchen nebeneinander, zum ersten Mal seit Wochen des Suchens.

Handschriftliche Notizen zu Umsteigeverbindungen über Zürich und Wien für Prämienflüge

Wien funktioniert nach demselben Prinzip, nur mit Austrian statt Swiss als Partner im Hintergrund. Ob sich am Ende ein Flug über den Umweg oder eine andere Route mehr lohnt, ist übrigens eine Rechnung, die ich bewusst nicht in diesem Text mache. Cent-pro-Meile-Kalkulationen gehören für mich nicht in ein Bordkarten-Tagebuch.

Bei der ersten Buchung ging etwas schief

Nicht alles daran war elegant. Bei der allerersten großen Buchung, noch vor dem Partner-Airline-Umweg, hatte ich schlicht vergessen, die Steuern und Gebühren vorab einzukalkulieren, und stand plötzlich vor einem Betrag, der unseren Reise-Puffer fast gesprengt hätte. Wir haben damals für die vier Plätze nach San Francisco etwa 1.500 Euro obendrauf gezahlt, und einen Moment lang stand die ganze Reise infrage, weil dieses Geld einfach nicht eingeplant war.

Winold Krauss, ein Forums-Bekannter aus einer deutschen Vielflieger-Community, hat genau davor immer gewarnt, und er weist in praktisch jeder Diskussion auf die hohe Steuer- und Gebührenlast bei Miles & More hin, und an dem Abend hatte er einfach recht. Wie man diese Kosten sauber vorab durchrechnet, ist ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben habe.

So gehst du die Partner-Suche für eure nächste Reise an

Wenn du das nächste Mal vor einer leeren Trefferliste sitzt, wechsle zuerst den Abflugort oder Umsteigeflughafen, bevor du das Datum änderst. Das bringt bei uns öfter Ergebnisse als stures Warten auf einen Preisdrop. Und kalkuliere die Steuern und Gebühren, bevor du auf „Buchen" drückst, nicht danach.

Meine alte Studienfreundin Reinhild, die inzwischen in Hamburg lebt, plant ihren ersten eigenen Meilenflug jetzt schon seit zwei Jahren. Am Telefon, meistens spät abends, wenn bei beiden Familien die Kinder schon schlafen, landen wir jedes Mal wieder beim selben Thema, und jedes Mal bleibt es bei der Planung.

Vielleicht schicke ich ihr diesen Text als Sprachnachricht – mit dem Hinweis, dass sie nicht auf die eine perfekte Lufthansa-Verbindung warten muss, sondern den Radius einfach öffnen kann.

Espressotasse in der Lufthansa Lounge B1 nach der Buchung der Partner-Airline-Prämienflüge

Kurz danach saßen wir wieder in der Lounge B1 in Frankfurt, direkt nach der Sicherheitskontrolle, wo die Luft angenehm kühl wird und ein bisschen nach Filterkaffee riecht, noch bevor man überhaupt am Tresen war. Genau in solchen Momenten merke ich, dass sich der Umweg über Zürich oder Wien gelohnt hat, wenn wir am Ende trotzdem entspannt ankommen.

Wie man aus so einem Partner-Ticket später sogar noch Lufthansa Upgrades mit Meilen herausholen kann, ist eine ganz eigene Geschichte, die ich woanders erzählt habe.

Und ja, ich schaue auch weiterhin regelmäßig bei den Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien vorbei, nur eben nicht mehr als einzige Quelle – die Partner-Airlines stehen inzwischen gleichberechtigt daneben.

Auch wie die eigentliche Prämienflug-Buchung im Miles & More Portal technisch abläuft oder wann Meilen überhaupt zu verfallen drohen, sind Themen, die ich bewusst ausklammere – dieser Text ist nur über die Airline-Auswahl, nicht über das Kontomanagement drumherum.

Der Mythos vom einen richtigen Anbieter hält sich hartnäckig, weil er einfach ist – eine Marke, eine App, ein Login. Die Realität für eine vierköpfige Familie sieht anders aus: Man braucht die ganze Allianz als Spielfeld, nicht nur den Kranich.

Genau das meine ich, wenn ich von Familien-Reise-Hacking spreche – nicht Status, nicht Champagner im Liegesitz, sondern vier Sitze nebeneinander, egal unter welchem Logo sie am Ende stehen.