Bordkarten Tagebuch

Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien: Wann sich die Buchung wirklich lohnt

Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien: Bordkarten-Notizbuch und Laptop mit Meilenkonto am Fensterbrett
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Genau 120 Tage vorher, keinen Tag früher, öffnet Lufthansa das Buchungsfenster für die meisten Meilenschnäppchen. Für uns als vierköpfige Familie in München entscheidet diese eine Zahl inzwischen mehr über eine gelungene Familienreise als der Meilenpreis, der in der Miles & More Mail am ersten Werktag jedes Monats so verlockend aussieht.

Chicago für 30.000 Meilen pro Person in der Premium Economy, Business Class für 55.000 – auf dem Papier liest sich das wie ein Fund. Bei uns zu viert wären das 120.000 Meilen gewesen.

Ich habe damals lange im Miles & More-Kalender nach vier freien Plätzen gesucht, bevor ich überhaupt bei der Preisübersicht mit den Steuern und Gebühren ankam.

Rund 2.400 Euro Steuern und Gebühren wären für die ganze Familie dazugekommen – für eine Kabinenklasse, die uns beim regulären Prämienflug am Ende günstiger kam.

Lufthansa Miles-and-More Buchungsmaske mit Fehlermeldung zu wenig Plätzen für vier Familien-Sitzplätze

Was die 120 Tage Vorlauf für vier Plätze bedeuten

Die meisten Meilenschnäppchen laufen über ein enges Zeitfenster: Anmeldung rund 120 Tage vor Abflug, Reisezeitraum oft nur wenige Wochen. Für Paare oder Alleinreisende ist das kein Problem, weil sie einfach buchen, sobald der Kalender frei ist. Für uns mit zwei schulpflichtigen Kindern ist der Spielraum kleiner, weil der Reisezeitraum ziemlich genau mit den bayerischen Ferien überlappen muss – ein eigenes Thema für sich, das ich hier nicht weiter aufdrösle.

Ich vergleiche das mittlerweile mit dem Sparen auf ein bestimmtes Geburtstagsgeschenk: Das Zieldatum steht fest, aber ob am Ende wirklich genug zusammenkommt, zeigt sich erst kurz vorher.

Handschriftliche Notizen im Bordkarten-Tagebuch zu Lufthansa Meilenschnäppchen und Meilenpreisen

Reicht die Verfügbarkeit wirklich für eine ganze Familienreise?

Vier Plätze in derselben Kabine, auf demselben Flug, im selben Zeitraum – das ist die eigentliche Hürde bei jedem Meilenschnäppchen. Links neben meinem Monitor stapeln sich mittlerweile mehrere Bordkarten-Notizbücher, eins pro Reise, und im Nachmittagslicht vom Hinterhoffenster hängt darüber ein Korkbrett voller angehefteter Bordkarten-Kopien. Unter dem Versuch für New York steht dort nur ein Satz: zwei Plätze verfügbar, für uns also keine Option.

Wenn die Schnäppchen-Kontingente nicht reichen, weiche ich inzwischen auf reguläre Prämienflüge aus. Die Priority Meilen MasterClass hat mir gezeigt, wie ich Verfügbarkeit für vier Personen systematisch statt zufällig suche – dazu gehört auch, wann sich der Miles and More Companion Award zu nutzen lohnt.

Die Gebührenfrage, die über den Deal entscheidet

Ein Meilenschnäppchen ist nur dann eins, wenn ich die Steuern und Gebühren für alle vier zusammenrechne – nicht nur die Meilenzahl pro Person. Bei unserem Chicago-Versuch wären das die erwähnten 2.400 Euro gewesen, für eine Kabinenklasse, die uns bei einem regulären Prämienflug am Ende günstiger kam.

Wie schnell sich diese Differenz ausgleicht, hängt auch davon ab, wie diszipliniert man das ganze Jahr über Miles Pooling für Familien nutzt, statt erst kurz vor der Buchung nachzuzählen.

Reisekissen für Kinder bereit für die nächste Familienreise mit Miles-and-More Meilen

Warum mir die Bonusmeilen-Aktionen so lange durchgerutscht sind

Es gibt einen ziemlich unspektakulären Grund, warum unser Meilenkonto lange langsamer wuchs, als es hätte müssen: Ich habe die Miles & More Mails so gut wie nie geöffnet. Sie kamen zu oft, sahen sich alle ähnlich, landeten ungelesen im Papierkorb – und mit ihnen jede Bonusmeilen-Aktion, die genau in ein passendes Buchungsfenster gefallen wäre.

Im Westpark, während die Kinder Enten fütterten, hab ich mal wieder so eine Mail weggewischt, ohne sie überhaupt anzutippen – und erst beim nächsten Login gesehen, dass da schon wieder eine Bonusmeilen-Aktion vorbeigezogen war, die genau in unser Chicago-Zeitfenster gepasst hätte.

Mein Check, bevor ich überhaupt auf 'Buchen' klicke

Inzwischen frage ich mich vor jedem Meilenschnäppchen dasselbe: Passt der Reisezeitraum wirklich in die Ferien, gibt es vier Plätze in derselben Kabine, und was kosten die Steuern und Gebühren für alle zusammen – nicht pro Person. Erst wenn alle drei Antworten passen, lohnt sich der Klick.

Der Startbonus, mit dem meine Sammlung vor Jahren überhaupt erst losging, spielt bei dieser Rechnung längst keine Rolle mehr.

Genauso wenig rechne ich hier den Verfall alter Meilen mit ein, auch wenn das ein eigenes Ärgernis ist, oder den genauen Einlösewert im Worldshop im Vergleich zu Prämienflügen, beides würde diesen Check nur unnötig aufblähen.

Und wenn Lufthansa selbst keine vier Plätze hat, schaue ich kurz bei den Partner-Airlines der Star Alliance vorbei, bevor ich das Zeitfenster ganz abschreibe.

Eine Leserin aus Düsseldorf, Cordula Wenk, schrieb mir vor Kurzem, dass sie seit fast zehn Jahren Miles & More Meilen sammelt und noch nie eingelöst hat. Für solche Fälle lohnt sich dieser Check am meisten – nicht für die eine ideale Buchung, sondern damit aus jahrelangem Sammeln irgendwann tatsächlich eine Bordkarte wird.

Espresso am Lounge-Tisch vor dem Langstreckenflug mit Prämienflug-Meilen

Meilenschnäppchen oder regulärer Prämienflug – was am Ende für unsere Familienreise zählt

Für Paare oder Alleinreisende bleiben Meilenschnäppchen eine echte Chance, weil ihnen die Flexibilität fehlt, die uns als vierköpfige Familie fehlt. Unsere bisher einzige echte Prämienbuchung – FRA-SFO mit LH 454, Sitz 32H in der Premium Economy – hat uns etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren gekostet, ohne Schnäppchen-Etikett, aber mit Plätzen für alle vier.

Meine Kollegin Elvira fragt regelmäßig nach dem Stand meines Meilenkontos, sammelt selbst aber keine Meilen – für sie klingt das ganze System nach Arbeit, für mich ist es Routine geworden. Wer beim Travel-Hacking für Familien bei null anfängt, findet in der Elite travelhacking BasiX die Grundlagen, mit denen ich selbst noch mal anfangen würde.

Die kühle, klimatisierte Luft der Lounge nach der Kontrolle, irgendwo dazwischen ein Hauch Filterkaffee, daran erinnere ich mich noch genauer als an die Zahlen auf dem Bildschirm. Auf dem Rückflug klappte meine Tochter das Tablett auf, sah die gefaltete Stoffserviette der Premium Economy und fragte nur, ob das jetzt immer so sei.

Ein Meilenschnäppchen hätte uns diesen Flug vermutlich nie beschert – zu eng das Zeitfenster, zu knapp die Plätze für vier. Wer trotzdem in die Kalender der Schnäppchen-Mails einsteigen will, findet in der Priority Meilen MasterClass die Strategien, mit denen sich wenigstens die Verfügbarkeits-Suche systematischer angehen lässt – der reguläre Weg bleibt bei uns trotzdem meist die verlässlichere Wahl.