Bordkarten Tagebuch

Miles and More Meilenkonto für Familien: So funktioniert das Miles Pooling

Miles and More Meilenkonto für Familien beim Miles Pooling – vier einzelne Konten wachsen in der App zu einem gemeinsamen Meilentopf zusammen

Vier Miles-and-More-Konten lagen auf vier verschiedenen Zetteln vor mir, und keins davon reichte allein für einen Prämienflug.

Genau an diesem Punkt bleiben die meisten Familien beim Miles Pooling hängen – nicht weil zu wenig Meilen da sind, sondern weil sie über zu viele einzelne Konten verstreut liegen. Bei uns waren das meine eigenen Meilen, die meines Mannes und die kleinen Beträge auf den Kinderkonten, und ich dachte lange, ein Miles and More Meilenkonto für Familien würde sich irgendwann von selbst zusammenfügen. Dabei war genau das am Ende der erste richtige Baustein für unser Familien-Reise-Hacking.

Diesen Denkfehler will ich in diesem Eintrag meines Meilen-Tagebuchs geraderücken, denn genau dieser gemeinsame Topf war die Grundlage für unsere Reise nach Kalifornien, über die ich unter Bordkarte 1: Frankfurt nach San Francisco Premium Economy schon geschrieben habe. Als die vier Bordkarten damals frisch aus dem Check-in-Automaten kamen, mit diesem scharfen, fast beißenden Geruch von frischer Druckertinte, habe ich ein Foto davon an eine Kollegin geschickt. Ihre Antwort kam Sekunden später: Das hast du echt gemacht?

Pooling verschmilzt eure Konten nicht zu einem einzigen

Viele stellen sich das Pooling wie ein gemeinsames Bankkonto vor: einmal eingerichtet, und niemand kümmert sich je wieder um die einzelnen Zugänge. So funktioniert es nicht. Miles & More erlaubt es zwar, mehrere Konten miteinander zu verbinden und die Meilen auf einem Konto zu bündeln – aber nur, solange jedes einzelne Konto in der Gruppe weiterhin aktiv geführt wird. Ruht eines zu lange, wackelt die ganze Konstruktion. Das Kinderkonto meines Sohnes zählt also nur so lange mit, wie es nicht komplett vergessen in einer App-Ecke verstaubt.

Neulich fragte mich Arndt, ein Kollege meines Mannes, der bisher ausschließlich günstige Direktflüge ohne jedes Programm gebucht hat, ob so ein Pool nicht automatisch für ihn mitläuft, sobald er einmal beigetreten ist. Nein, sage ich ihm dann jedes Mal – der Pool ist kein Sparschwein, das sich von selbst füllt und schützt. Er ist eher wie eine Wohnung, die alle gemeinsam bewohnen und deshalb auch alle ab und zu lüften müssen.

Die Spielregeln für den gemeinsamen Miles-and-More-Pool

Technisch ist die Einrichtung überschaubar. Eine Gruppe besteht aus maximal zwei Erwachsenen und bis zu fünf Kindern, und alle Mitglieder müssen ihren Wohnsitz im selben Land haben. Man lädt Partner und Kinder über ihre Servicekartennummer ein, wartet auf die Bestätigung, und aus mehreren kleinen Kontoständen wird ein einziger, sichtbarer Topf.

Bei uns musste mein Mann erst sein Passwort zurücksetzen, bevor er überhaupt zusagen konnte – ein kleiner Klassiker, der bei fast jeder Familie irgendwo dazwischenkommt. Dass Kindermeilen irgendwann verfallen können, wenn niemand regelmäßig hinschaut, ist überhaupt der Grund, warum der Pool bei uns zum Thema wurde, auch wenn ich die Details dazu an anderer Stelle in meinem Notizbuch aufgeschrieben habe. Hier zählt erstmal nur: Der Pool nimmt kleine, sonst nutzlose Beträge und macht daraus etwas, mit dem sich tatsächlich planen lässt.

Warum war die teuerste Kreditkarte nicht die klügste Wahl?

Bevor ich das mit dem Pooling überhaupt verstanden hatte, ist mir ein anderer Fehler unterlaufen. Ich hatte mich für die Kreditkarte mit dem höchsten Jahreszins entschieden, einfach weil sie auf dem Papier mehr Meilen versprach – ohne einmal gegenzurechnen, was uns das eigentlich kostet.

Angefangen hatte bei mir alles ohnehin mit dem Sign-up-Bonus einer ganz anderen Karte, aber wie man als Familie damit richtig startet, ist eine eigene Geschichte für sich. Die teure Karte landete am Ende einfach in der Schublade, während der wirkliche Unterschied für uns nicht die Karte war, sondern dass endlich alle Konten im selben Topf zusammenkamen. Kostenlos ist so eine Reise damit trotzdem nicht – Steuern und Gebühren plane ich inzwischen separat ein, wie genau, habe ich an anderer Stelle im Notizbuch durchgerechnet.

Zählt der Vielflieger-Status dann auch für alle?

Nein, und das ist die zweite Verwechslung, die mir am häufigsten begegnet. Im Pool landen ausschließlich die Prämienmeilen, also die, die man für Flüge und Prämien einlöst. Der Vielflieger-Status hängt an jedem Konto einzeln, und genau diese Verwechslung habe ich mir rot in mein Bordkarten-Notizbuch unterstrichen. Mein Mann bleibt „Blue"-Mitglied, selbst wenn im gemeinsamen Pool eine sechsstellige Zahl an Meilen liegt, und daran ändert auch die beste Bündelung nichts.

Grenzen kennen, bevor der Pool enttäuscht

Der Pool sammelt Meilen, er sucht sie einem aber nicht aus. Ob sich eine Einlösung eher als Prämienflug oder als Punkte im Worldshop lohnt, ist nochmal eine eigene Rechnung für sich. Für vier Plätze gleichzeitig in den Schulferien Verfügbarkeit zu finden, bleibt trotz vollem Topf ein eigenes Kapitel.

Den Companion Award, mit dem manche Familien eine zweite Person günstiger mitnehmen, haben wir bislang gar nicht angerührt, und ob man am Ende bei der Lufthansa selbst oder bei einer Partnerairline aus der Star Alliance einlöst, entscheidet sich sowieso erst kurz vor der Buchung.

Ein kurzer Blick reicht inzwischen aus

Auf dem alten Holzfensterbrett neben meinem Laptop stapeln sich mittlerweile drei Notizbücher, eins pro große Reise, und über dem Monitor hängt ein Korkboard voller kopierter Bordkarten und gelber Zettel. Nachmittags fällt das Licht von der ruhigen Seite unseres Hinterhofs herein, genau dort, wo ich inzwischen ab und zu in die App schaue, um zu sehen, ob alle vier Konten noch aktiv sind.

Meine Nachbarin Luzia, die jeden Payback-Sonderaktionstag im Edeka nebenan auswendig kennt, würde das vermutlich schlicht ihre eigene Version von Haushaltsplanung nennen. Wer also gerade überlegt, den Pool für die eigene Familie einzurichten: Richtet ihn ein, aber vergesst nicht, dass er Pflege statt Autopilot bedeutet. Ein Konto, das ein Jahr lang niemand anfasst, gefährdet den ganzen Topf, und das erst herauszufinden, nachdem der nächste große Flug schon gebucht ist, wäre die teurere Lektion.