
Du verschenkst wahrscheinlich gerade viele Meilen, ohne es zu merken. Ich habe mir diese Frage lange nicht gestellt, obwohl ich als selbstständige UX-Designerin jeden Monat Rechnungen für Software-Abos, Cloud-Speicher und ein kleines Co-Working-Büro schreibe. Der Stapel auf meinem Schreibtisch wächst, meine Kreditkarte liegt daneben, und lange Zeit habe ich beide Dinge nie zusammengedacht. Business-Travel-Hacking klang für mich nach etwas, das andere Leute machen – Berater mit Vielfliegerstatus, keine Mutter mit zwei Kindern und einem Freelancer-Terminkalender.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision – am Preis für dich ändert sich nichts. Ich schreibe hier nur über Programme und Kurse, die tatsächlich in unserer Familienplanung eine Rolle gespielt haben, darunter der Kurs Luxury Travel Hacking, den ich selbst durchgearbeitet habe.
Nach den 280.000 Meilen, die wir im Sommer 2024 für vier Premium-Economy-Bordkarten von Frankfurt nach San Francisco eingelöst haben – Sitz 32H auf der A340-600, LH 454, dazu ungefähr 1.500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf –, hat sich bei mir etwas verschoben. Kein Loyalitätsprogramm-Fieber, eher eine leise Neugier: Was, wenn meine Rechnungen als Selbstständige genauso viel wert sein könnten wie ein Urlaubsbudget?
Vom Zufallssammler zur Strategin in eigener Sache
Meine Kollegin Elvira hat mir die Karte 2022 empfohlen, kurz nachdem sie selbst den Startbonus abgeholt hatte. Privat bucht sie bis heute am liebsten die günstigste Economy-Option ohne jedes Programm im Hinterkopf – für sie ist Meilen sammeln reine Typsache, keine Pflicht. Bei mir war das am Anfang genauso: Ich habe die Meilen aus dem Sign-up-Bonus einfach liegen lassen, ohne Plan, ohne Ziel.
Das änderte sich, als ich anfing, geschäftliche Ausgaben konsequent über die Miles and More Business Card laufen zu lassen. Privat bekommt man meistens eine Meile pro zwei Euro Umsatz, über die Business-Variante für Selbstständige ist es eine Meile pro Euro. Auf mein MacBook-Upgrade, die Cloud-Abos und die Miete für mein kleines Co-Working-Büro gerechnet, hat sich meine Meilenausbeute dadurch fast verdoppelt – ganz ohne mehr auszugeben.

Ein System dafür zu haben, macht den Unterschied. Ich habe mir vieles über den Meilen Master angeeignet, gerade weil der Einstieg dort recht zugänglich ist – auch wenn der eigentliche Preis erst im Bestellprozess sichtbar wird, was mich beim ersten Mal kurz stutzen ließ. Wenn das Meilenkonto für vier Personen mal wieder knapp wird, gleiche ich Lücken manchmal auch über Amex Punkte zu Miles and More übertragen über Payback für Familienflüge aus – Meilen über mehrere Konten der Familie zu bündeln ist für uns inzwischen Alltag geworden, auch wenn ich das an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben habe.
Was bringt die Miles and More Strategie im Alltag als Selbstständige wirklich?
Die Umsatzsteuervoranmeldung ist für mich seit Jahren ein notwendiges Übel. 19 Prozent auf jede Rechnung tun weh, bis ich anfing, diese Beträge bewusst über die Karte laufen zu lassen. Auf einmal war ein Business-Class-Flug nach Nordamerika, laut Prämientabelle rund 112.000 Meilen, kein abstraktes Ziel mehr, sondern etwas, das ich tatsächlich erreichen konnte, ohne einen Cent mehr auszugeben als ohnehin fällig war. Wie sich Steuern und Gebühren bei einer Einlösung im Detail zusammensetzen, habe ich an anderer Stelle durchgerechnet – hier reicht mir der Gedanke, dass ehrliche Steuerzahlerin und Meilensammlerin plötzlich kein Widerspruch mehr waren.
Ungefähr in der zehnten Woche, nachdem ich angefangen hatte, jede Rechnung bewusst der richtigen Karte zuzuordnen, saß ich am Laptop und sah eine Upgrade-Bestätigung auf dem Bildschirm aufblinken. Mein Mann stand hinter mir und fragte nur: „Warte, was genau ist da gerade passiert?" Ich konnte es ihm in dem Moment selbst kaum erklären – nur, dass aus stumpfem Sammeln plötzlich etwas Konkretes geworden war.

An meinem Schreibtisch in Schwabing-West liegt das alte Holzfensterbrett direkt neben dem Laptop, und dort stapeln sich inzwischen drei Notizbücher, eins pro große Reise. Über dem Monitor hängt ein Korkbrett voller Bordkarten-Kopien und Zettel mit Erinnerungen, und im Winter fällt das Licht von Nordwesten schräg über den ruhigen Hinterhof, während ich Rechnungen sortiere. Genau dort, zwischen Rechnungsnummern und Bordkarten, ist aus einem Zufallsfund eine echte Gewohnheit geworden.
Nicht jede Bonusaktion habe ich mitgenommen
Nicht alles daran lief von Anfang an rund. Monatelang habe ich die E-Mails von Miles and More ungelesen gelöscht, weil mein Postfach als Selbstständige ohnehin überquillt. Erst später habe ich gemerkt, wie viele Bonusmeilen-Aktionen ich dadurch einfach verpasst habe.
Es ärgert mich bis heute ein bisschen, weil es der einfachste Fehler war, den ich mir hätte ersparen können.
Eine Leserin aus Düsseldorf, Cordula Wenk, hat mir nach meinem ersten Artikel über die Buchung nach San Francisco eine lange E-Mail geschrieben. Sie hat drei Kinder im Schulalter und träumt vom selben Flug, kämpft aber mit genau dem Problem, das uns auch schon Kopfzerbrechen bereitet hat: Verfügbarkeit in den Schulferien ist für vier oder fünf Personen auf einmal ein echtes Puzzle, und wer nicht Monate im Voraus plant, schaut oft in die Röhre. Ich habe ihr geraten, sich vorher auch mit meinen Erfahrungen zur Miles and More Gold Kreditkarte und ihren Versicherungen zu beschäftigen, allein schon wegen der Absicherung bei Verspätungen, wenn man mit mehreren Kindern unterwegs ist. Meilen verfallen zu lassen ist da nochmal ein anderes Ärgernis, über das ich an anderer Stelle ausführlicher geschrieben habe – hier reicht mir der Hinweis, dass ein Kalender-Reminder mehr wert ist als jede gute Absicht.
Bevor es Richtung San Francisco überhaupt losging, hat mein Sohn sein Reisekissen fast in der Lounge liegen lassen – ein Bild, das mir aus dem ganzen Buchungsstress am längsten geblieben ist.

Rechnungen sortieren, Meilen im Blick behalten
Die Karte lohnt sich also für Selbstständige im Berufsalltag. Für mich ja – nicht, weil ich jetzt dauernd Business Class fliege, sondern weil die Hürde für die nächste Familienreise kleiner geworden ist. Die eine Lektion, die ich aus alldem mitnehme: Eine Ausgabe, die sowieso fällig ist, kostet nicht mehr, nur weil sie über die richtige Karte läuft – aber sie bringt auch nichts, wenn niemand hinschaut, wohin die Meilen am Ende gehen.
Wer selbst gerade erst anfängt, Rechnungen, Meilen und Kreditkarten zu sortieren, findet im Leitfaden von Luxury Travel Hacking einen guten Ausgangspunkt – über 150 Bewertungen mit der Note SEHR GUT, und bis zu 80 Prozent Ersparnis sind laut den Erfahrungsberichten anderer Nutzer drin, wenn man die Strategien konsequent anwendet. Am meisten profitieren davon alle, die regelmäßig unterwegs sind; bei einer Reise im Jahr würde ich eher klein anfangen.
Ich klappe mein Notizbuch zu Rechnungen und Bordkarten wieder zu. Die nächste Familienreise wird ohnehin schon geplant, sobald die nächste Rechnung reinkommt.