Bordkarten Tagebuch

Amex Platinum oder Lufthansa Kreditkarte: Was lohnt sich für Familien mehr?

Amex Platinum und Lufthansa Miles & More Kreditkarte im Vergleich für Familien beim Meilen sammeln

660 Euro Jahresgebühr gegen eine Karte, die praktisch nichts kostet – so hat mein Mann die Rechnung aufgemacht, als wir über unsere Kreditkarten fürs Meilen sammeln als Familie gesprochen haben. Auf dem Papier hat er recht. Mit zwei Kindern, einem Notizbuch voller Bordkarten und einem Konto, das seit vier Jahren langsam wächst, sieht die Antwort für mich anders aus.

Bevor es weitergeht, kurz der Disclaimer: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe hier ausschließlich über Programme und Kurse, die uns beim Travel Hacking und Meilen sammeln als Familie wirklich weitergeholfen haben, nicht über irgendwas, das ich nur vom Hörensagen kenne.

Brauchen wir wirklich beide Kreditkarten?

Nein, wenn du einmal im Jahr für eine Woche nach Italien fliegst. Die Frage kommt bei uns trotzdem jedes Jahr wieder auf den Tisch, meistens genau dann, wenn die Jahresabrechnung ins Haus flattert und mein Mann mit hochgezogener Augenbraue auf die 660 Euro zeigt.

Seit vier Jahren sammeln wir als Familie Meilen und Punkte, und die Lufthansa Miles & More Kreditkarte war unsere allererste – sie ist der Grund, warum die Meilen aus unserem ersten Antrag nicht schon verfallen sind, denn normalerweise gilt bei Miles & More eine Gültigkeit von Miles & More Meilen von genau 36 Monaten.

Angefangen hat bei uns alles mit dem Willkommensbonus der ersten Kartenanmeldung, lange bevor ich überhaupt wusste, was ich mit den Punkten anfangen sollte; wie das damals ablief, steht ausführlicher in Zu spät angefangen mit Travel Hacking? Mein Weg zum ersten Meilenflug 2024.

Kreditkartenvergleich Amex Platinum und Lufthansa Karte auf Reiseunterlagen für Travel Hacking Deutschland

Was die Amex Platinum bringt, was Miles & More nicht kann

Mitte Februar standen wir zu viert vor der Lufthansa Lounge B1 in Frankfurt, und die Lounge war so voll, dass wir fast auf dem Boden hätten sitzen müssen. Genau da wird der Unterschied zwischen den beiden Karten greifbar.

Mit der Amex Platinum bekommen mein Mann und ich je einen eigenen Priority Pass, und jede von uns darf eine Begleitperson kostenlos mitnehmen – zwei Erwachsene plus zwei Kinder, ohne Diskussion am Eingang. Bei der Lufthansa Karte ist das komplizierter, wenn man keinen Status hat, von dem ich als Gelegenheits-Sammlerin nur träume. Ganz ähnlich wie beim sogenannten Companion Award mancher Vielflieger-Programme, nur eben für die Lounge statt für den Sitzplatz, und das ist wirklich ein eigenes Kapitel für sich.

Wie flexibel sind die Membership-Rewards-Punkte wirklich?

Die Amex sammelt keine Meilen, sondern Membership-Rewards-Punkte, und genau das macht sie zur Versicherung gegen schlechte Verfügbarkeit. Findet Lufthansa keine vier Plätze in der Premium Economy – wo jedes Gepäckstück übrigens 23 Kilogramm wiegen darf, was mit zwei Kindern im Gepäck lebenswichtig ist –, schiebe ich die Punkte einfach zu einem anderen Programm.

Ob sich Meilen verschiedener Familienmitglieder überhaupt bündeln lassen, ist eine Frage, die uns öfter erreicht – bei uns bisher nicht nötig, weil ich die meisten Buchungen ohnehin über mein eigenes Konto mache.

Das Transferverhältnis liegt meist bei 5 zu 4: 50.000 Amex-Punkte werden zu 40.000 Meilen bei British Airways, Emirates oder Qatar. Nur bei Lufthansa selbst braucht es in Deutschland einen kleinen Umweg über Payback. Wie man einen Prämienflug am Ende tatsächlich zusammenklickt, ist ein eigenes Thema, das ich hier nicht aufrolle, und ob sich das gegenüber anderen Einlösewegen wirklich lohnt, ist eine Rechnung für einen anderen Artikel.

Genau an diesem Umweg über Payback wäre ich fast verzweifelt, weil er beim ersten Lesen kompliziert klang. Die Priority Meilen MasterClass geht diese Transferwege für Familienurlaube Schritt für Schritt durch, teilweise mit deutlicher Ersparnis über geschickte Meilen- und Punkte-Strategien plus Hotel-Status, und andere Nutzerinnen haben sie richtig gut bewertet. Dort geht es unter anderem auch um Prämienflüge über andere Star-Alliance-Partner, wenn Lufthansa selbst keine Plätze mehr frei hat.

Miles and More Tipps: Laptop-Bildschirm mit Prämienflug-Buchung in der Premium Economy

Der Versicherungsschutz, den man erst bei einer Fieberattacke merkt

Als Mutter von zwei Kindern ist meine größte Sorge nicht der verlorene Koffer, sondern eine Mittelohrentzündung, die eine ganze Reise kippt. Bei der Lufthansa Karte greift der Versicherungsschutz nur, wenn wir die komplette Reise auch über diese Karte bezahlen.

Die Amex Platinum ist in der aktuellen Version großzügiger, was die Absicherung der ganzen Familie angeht, selbst wenn eine Teilstrecke über eine andere Karte lief. Als ich die Versicherungsbedingungen beider Karten nebeneinandergelegt habe, war der Unterschied bei den Deckungssummen für eine vierköpfige Familie deutlich spürbar – genau das Gefühl von Sicherheit, für das man die höhere Gebühr eigentlich bezahlt.

Wer bei null anfängt und noch keine Ahnung hat, wo er einsteigen soll, dem empfehle ich das Elite travelhacking BasiX als Basis – ein niedriger Einstiegspreis für erste Meilen-Lernerinnen, auch wenn der genaue Betrag erst im Checkout sichtbar wird, was mich beim ersten Mal etwas stutzig gemacht hat. Der Anbieter ist noch recht neu am Markt, aber für den Einstieg ins Meilen-Denken hat er uns geholfen, als wir selbst noch komplett planlos vor den Buchungsmasken saßen.

Reisekissen und Spielzeugflugzeug als Symbol für Meilen sammeln als Familie mit Kindern

Lohnt sich der Aufwand für eine vierköpfige Familie wie unsere?

Am Frankfurter Flughafen-Schalter haben wir einmal versucht, kurzfristig ein Upgrade zu kaufen, weil noch Sitze in der Business Class frei sein sollten. Ausverkauft, jedes einzelne Mal, noch bevor die Anfrage überhaupt fertig war – seitdem verlasse ich mich nicht mehr auf den Zufall am Schalter, sondern auf das, was sich vorher mit Meilen planen lässt.

Unser Sohn saß auf dem Flug LH 454 von Frankfurt nach San Francisco in Sitz 32H, klappte die Fußstütze runter und war innerhalb einer Minute weg – dieses eine Bild reicht mir bis heute, um zu wissen, wofür sich das Punkte-Jonglieren lohnt. Lehnt man sich selbst in den Premium-Economy-Sitz zurück, hört man das Triebwerk nur noch als gedämpftes Grummeln durch die dicken Kabinenfenster, und genau in dem Moment waren mir die 280.000 Meilen für unsere vier Bordkarten jeden einzelnen Punkt wert.

Dass wir diese vier Plätze überhaupt zusammen bekommen haben, war auch reines Glück – vier Sitze in der Premium Economy während der Schulferien zusammenzubekommen, ist nochmal eine ganz eigene Herausforderung, die ich hier nicht im Detail auswälze.

Eine Freundin von mir trainiert gerade für den München-Marathon, und wenn wir uns nach ihrer Laufrunde auf einen Kaffee am Viktualienmarkt treffen, vergleicht sie ihre Trainingspläne gern mit meinen Bordkarten-Notizen. Beides sind Projekte, die sich nur auszahlen, wenn man drangeblieben ist, ganz ähnlich wie bei einem langen Spar-Ziel für ein Geburtstagsgeschenk, auch wenn zwischendurch monatelang nichts Spektakuläres passiert.

Nicht nur die großen Prämienflüge machen den Unterschied – auch die kleinen Payback-Punkte vom wöchentlichen Familieneinkauf laufen bei uns inzwischen automatisch in Richtung Meilenkonto, wie ich in Payback Punkte in Meilen umwandeln: Tipps für den wöchentlichen Familieneinkauf beschrieben habe.

Hand schreibt Bordkarten-Notizen fürs Miles and More Meilen sammeln der Familie ins Notizbuch

Mein Rat: beide Karten kombinieren, aber bewusst einsetzen

Wer nur einmal im Jahr für eine Woche verreist, kommt vermutlich mit der günstigeren Lufthansa Karte allein gut aus. Wer wie wir mehrmals im Jahr größere Prämienflüge plant, mehrere Lounges pro Jahr nutzt oder öfter kurzfristig umbuchen muss, für den gleicht die Amex Platinum ihre Gebühr über Lounge-Zugang und Versicherungsschutz ziemlich schnell wieder aus.

Der Aufwand mit den Transferpartnern lohnt sich aus meiner Sicht nur, wenn man auch wirklich Zeit investieren will zu verstehen, wann welcher Punkt wo am meisten wert ist. Wer diesen Umweg abkürzen will, findet in der Priority Meilen MasterClass ziemlich genau den Fahrplan, den ich mir am Anfang gewünscht hätte.

Unser Notizbuch mit den Bordkarten wird jedenfalls nicht kleiner, und die Lufthansa Karte bleibt trotzdem im Portemonnaie, allein schon wegen des Meilenschutzes. Wer mehr über unsere Steuern-und-Gebühren-Rechnung wissen will, findet die genaue Aufschlüsselung in Miles and More Steuern und Gebühren: Wie wir 1500 Euro Zusatzkosten planten.