Bordkarten Tagebuch

Payback Punkte in Meilen umwandeln: Tipps für den wöchentlichen Familieneinkauf

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Payback Punkte in Meilen umwandeln für die Familienreise — Einkaufszettel und Bordkarte nebeneinander auf dem Küchentisch

Eine vierköpfige Familie benötigt überraschend viele Packungen Klopapier, um am Ende vier Bordkarten in der Hand zu halten. Ich habe genau darüber nachgedacht, während ich in der Lufthansa Lounge B1 saß und meinen Espresso umrührte, den ersten habe ich hier vor Jahren geschenkt bekommen, inzwischen gehört er für uns zum Urlaub dazu wie das Gate-Boarding selbst. Klopapier klingt albern neben Meilen sammeln und Bordkarten in einem Notizbuch. Aber genau davon handelt mein Notizbuch seit ein paar Jahren: wie aus dem ganz normalen Wocheneinkauf einer Münchner Familie am Ende echte Flugmeilen werden. Payback ist dabei unser leisester, aber ehrlichster Baustein: kein Trick, kein Travel Hacking im klassischen Sinn, sondern die Kassenzettel, die sowieso jede Woche bei uns anfallen.

Sommer 2024 haben wir zum ersten Mal richtig durchgerechnet: 280.000 Meilen für vier Plätze in der Premium Economy von Frankfurt nach San Francisco, LH 454 — mein Platz war 31C —, dazu rund 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf. Kein First-Class-Traum, nur eine Klasse über Economy — für uns als Familie trotzdem der erste echte Meilen-Erfolg, den ich seitdem mit jedem Detail in mein Notizbuch schreibe. Als ich später nachgerechnet habe, wie diese 280.000 Meilen überhaupt zusammengekommen sind, war ein überraschend großer Teil davon gar keine Vielfliegerei, sondern Nudeln, Windeln und der ganz normale Samstagseinkauf bei Rewe.

Der Samstagvormittag an der Supermarktkasse

Dieser Moment am Samstagvormittag ist typisch: der Wagen randvoll, die Schlange bei Rewe bis zu den Kühlregalen, eines der Kinder mit gerade aufgerissener Quetschie-Packung. Früher war das für mich nur Stress. Heute ist es immer noch Stress — aber mit einem Ziel dahinter. Wenn ich an der Kasse mein Handy zücke, um den Payback-Coupon zu scannen, kommt dieses helle „Pling" vom Scanner. Für mich klingt das inzwischen nach einem Stück Beinfreiheit auf dem nächsten Flug.

2022 hat das angefangen, fast aus Versehen, nach der Empfehlung einer Kollegin — ein einziger Kreditkarten-Sign-up-Bonus über 30.000 Meilen auf einen Schlag, und ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Zwei Jahre lang haben wir dann ohne echten Plan gesammelt, einfach alles mitgenommen, was ging. Seit dem Sommer mit San Francisco schreibe ich jede Geschichte hinter der Bordkarte auf, und ein großer Teil davon beginnt im Drogeriemarkt oder im Supermarkt um die Ecke.

Payback Coupon auf dem Smartphone scannen im Supermarkt-Gang beim Wocheneinkauf für Meilen sammeln

Payback ist für uns kein Travel Hacking, sondern der ehrliche Wocheneinkauf

Als wir die rund 1500 Euro Steuern und Gebühren für die vier Tickets nach Kalifornien überwiesen haben, schluckte mein Mann kurz — „das ist ja fast ein normaler Flugpreis", meinte er, und ganz falsch lag er damit nicht. Wie wir diese Nebenkosten am Ende überhaupt eingeplant haben, steht ausführlicher hier: Miles and More Steuern und Gebühren: Wie wir 1500 Euro Zusatzkosten planten. Payback selbst kommt in dieser Rechnung kaum vor, dabei ist es für uns der ehrlichste Weg zum Meilenkonto, weil wir das Geld für Lebensmittel und Drogerieartikel ohnehin jede Woche ausgeben.

In München laufen unsere Einkäufe meistens über Rewe, Penny und dm. Die Grundregel ist simpel: ein Punkt pro zwei Euro Umsatz bei Rewe, ein Punkt pro Euro bei dm. Klingt nach wenig. Aber mit Multiplikatoren wird daraus ein anderes Spiel — ein normaler Wocheneinkauf für uns vier liegt bei 150 bis 200 Euro, ohne Coupon macht das 75 bis 100 Punkte. Mit einem 10-fach Coupon, den es fast jede zweite Woche gibt, werden daraus plötzlich 750 bis 1000 Punkte. Pro Woche.

Punkte stapeln statt einzeln sammeln

Seit letztem Winter, ungefähr ab Ende Januar, verfeinere ich das, was ich für mich „Coupon-Stapeln" nenne. Mein Mann schüttelt jedes Mal den Kopf, wenn ich im Flur stehe und schnell noch die Coupons in der App aktiviere, während er schon die Autoschlüssel in der Hand hält. Beim dm zum Beispiel kaufen wir alles, was sich lagern lässt — Windeln, Waschmittel, Zahnpasta im Vorrat — nur noch dort und nur mit mindestens 10-fach oder 20-fach Coupon. Wenn es in München mal wieder regnet und ich keine Lust auf das Parkplatz-Chaos habe, bestellen wir stattdessen beim Rewe-Lieferdienst, wo es oft eigene Online-Coupons gibt. Und als kürzlich eine Aktion bei einem großen Tankstellenpartner lief, haben wir sowieso getankt, für den Ausflug in die Berge — 500 Zusatzpunkte, quasi nebenbei.

Vier Wochen, nachdem ich angefangen hatte, Coupons wirklich bewusst zu stapeln statt sie zufällig mitzunehmen, stand im Payback-Konto eine Zahl, die höher war, als ich erwartet hatte — kein großer Moment, nur eine Kontoübersicht auf dem Handy, aber genug, um dabeizubleiben.

Kind schläft im Lufthansa Premium Economy Sitz auf dem Langstreckenflug, bezahlt mit gesammelten Meilen

Wann lohnt sich der Transfer zu Miles & More wirklich?

Eine Regel steht für uns inzwischen fest: Punkte niemals sofort umtauschen. Ich lasse sie auf dem Payback-Konto liegen wie einen Wein, der noch reifen muss. Zweimal im Jahr, meistens einmal im Frühsommer und einmal kurz vor Weihnachten, gibt es die Aktion mit 25 oder sogar 30 Prozent Bonusmeilen beim Transfer zu Miles & More. Alle unsere Meilen laufen dabei längst in einem gemeinsamen, gepoolten Familienkonto zusammen — ohne das wäre die Buchung für vier Leute kaum planbar.

Letzten Dezember haben wir das zum ersten Mal richtig ausgenutzt: aus rund 40.000 Payback-Punkten, die sich übers Jahr angesammelt hatten, wurden durch den Bonus 50.000 Meilen. Das reicht fast für einen Platz in der Business Class, wenn man Glück mit der Verfügbarkeit hat, oder eben für einen ordentlichen Batzen Richtung nächste Familienreise in der Premium Economy. Mein Mann schaute mir über die Schulter, als ich die Transfers ins Notizbuch eintrug, und meinte nur, wir hätten dafür wahrscheinlich eine kleine Plantage an Äpfeln gekauft. Vielleicht hat er recht. Wann sich Lufthansa-Meilenschnäppchen für Familien überhaupt lohnen, darüber habe ich woanders ausführlicher geschrieben: wann sich die Buchung von Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien wirklich lohnt — gerade in den Schulferien ist die Verfügbarkeit für vier Plätze nebeneinander oft ein Pokerspiel.

Genau das haben wir bei der Planung für den Kurztrip nach London gemerkt: Ich wollte vier Economy-Sitze nebeneinander buchen, und obwohl der Flug noch Monate entfernt war, war schon drei Monate vorher alles ausgebucht. In einem der deutschen Vielflieger-Foren, wo ich manchmal mitlese, schreibt ein gewisser Winold Krauss öfter über genau solche Verfügbarkeitsfenster — er fliegt seit über fünfzehn Jahren praktisch nur noch mit Meilen und Bonuspunkten, und wenn er sagt, für vier Plätze nebeneinander sollte man ein halbes Jahr vorher buchen, glaube ich ihm inzwischen aufs Wort.

Die Lounge als vorübergehendes Familienzimmer

Gestern Abend sind wir in München gelandet, heute sitze ich schon wieder hier in der B1 Lounge in Frankfurt, zwischen dem leisen Klappern der Kaffeetassen und dem Gemurmel der Geschäftsreisenden. Auf dem Weg hierher, über den langen Terminal-Finger, quietschten unsere Rollkoffer auf dem Betonboden so laut, dass die Kinder anfingen, es nachzumachen. Ein Mann im Anzug nebenan wirkt, als mache er das drei Mal die Woche. Wir schaffen das vielleicht zweimal im Jahr richtig groß — dafür genießen wir jede Minute davon.

In meinem Notizbuch klebt jetzt ein neuer Zettel: LH 2472, Sitz 12A, München nach London, März 2026 — nur ein kurzer Flug, aber komplett mit Meilen bezahlt, die beim Wocheneinkauf zusammengekommen sind. Die eigentliche Prämienflug-Buchung dauert inzwischen nur noch wenige Minuten am Bildschirm, das war am Anfang völlig anders. Manche unserer Meilen landen mittlerweile auch bei einem Star-Alliance-Partner statt direkt bei Lufthansa, wenn die Verbindung besser passt. Für nächstes Jahr schaue ich mir außerdem zum ersten Mal einen Companion Award an, falls nur zwei von uns vier fliegen. Dass eine eingelöste Meile hier mehr wert ist als dort, weiß ich längst — die genaue Rechnung dazu spare ich mir an dieser Stelle bewusst.

Espresso und Brezel auf dem Beistelltisch in der Lufthansa Lounge B1 vor dem Weiterflug

Die Kinder freuen sich vor allem darüber, dass sie hier so viel Kakao trinken dürfen, wie sie wollen. Im Hinterkopf behalte ich außerdem, wie lange unsere gesammelten Meilen überhaupt gültig bleiben, bevor sie verfallen könnten — ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle genauer aufgeschrieben habe.

Warum die Haushaltskasse genauso zählt wie das Meilenkonto

Reinhild, meine Freundin aus dem Studium, die längst in Hamburg lebt, hat neulich als Erstes gefragt, ob wir nicht einfach zusammen nach London fliegen könnten, kaum dass ich ihr davon erzählt hatte. Das macht sie bei jedem neuen Ziel so. Wir bekommen es selten wirklich hin, weil sich unsere Ferien nie ganz decken, aber der Gedanke, dass Meilen sammeln plötzlich zu einer gemeinsamen Reiseplanung mit Freundinnen wird, gefällt mir.

Manchmal, wenn die Haushaltskasse zum Monatsende etwas knapp wird — München ist schließlich nicht billig —, lösen wir Payback-Punkte direkt an der Kasse ein, statt sie für Meilen aufzuheben. Der Gegenwert in Meilen wäre theoretisch höher, das weiß ich. Aber als Familie muss man flexibel bleiben: Was ich an der Kasse spare, wandert stattdessen auf unser Reise-Nebenkosten-Konto. Das Ganze fühlt sich manchmal an wie früher die Spardose für das nächste Kinderfahrrad — nur dass die Dose heute eine App ist und am Ende ein Gate steht statt ein Fahrradladen. Ob eine Meile dabei nun etwas mehr oder weniger wert war, ist zweitrangig.

Fazit vom Lounge-Sessel aus

Der Espresso ist leer, und gleich geht es zum Gate. Die Kinder haben ihre Rucksäcke schon aufgesetzt, ich klappe das Notizbuch zu. Sammeln mit Payback ist für uns kein Hobby, sondern ein System, das unseren Familienalltag ein kleines bisschen glänzender macht.

Wenn du das nächste Mal bei Rewe in der Schlange stehst und dich über die Wartezeit ärgerst: Aktiviere den 10-fach Coupon, bevor die Kassiererin scannt, und behalte das „Pling" im Ohr. Man muss nicht in der First Class sitzen, um sich wie eine Gewinnerin zu fühlen. Manchmal reicht eine Reihe in der Premium Economy mit einem schlafenden Kind neben dir und dem Wissen, dass die Nudeln vom letzten Jahr diesen Moment mitbezahlt haben.

Vielleicht sehen wir uns mal an der Kasse oder in einer Lounge — ich bin die mit dem dicken Notizbuch und zwei Kindern, die gerade versuchen, den Pfandautomaten zu verstehen. Fang einfach an. Es ist nie zu spät für die erste Meile beim Klopapierkauf.