Bordkarten Tagebuch

Miles and More Meilen kaufen mit Bundle and Go für Familienreisen

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision — für dich ändert sich am Preis nichts.

Fußstütze runter, Kopf zur Seite, und mein Sohn schläft auf Sitz 32H, noch bevor die Anschnallzeichen erlöschen, als würde ihn allein das leise Dröhnen der Triebwerke durch die dicken Fenster in den Schlaf wiegen. Neben ihm sitze ich und rechne im Kopf nach, ob sich der nächste Bundle-and-Go-Kauf bei Miles & More für unsere nächste Familienreise überhaupt lohnt, oder ob ich gerade wieder Geld verbrenne, das im Familienbudget besser aufgehoben wäre.

Die kurze Antwort: kommt drauf an, wohin es geht. Für unsere Langstrecke nach San Francisco war der gezielte Meilenkauf am Ende ein Baustein, der uns gefehlt hat. Für einen Kollegen meines Mannes, der mich neulich nach demselben Trick fragte, wäre er fast ein teurer Fehler geworden. Zwei Situationen, zwei ziemlich unterschiedliche Rechnungen.

Was Bundle and Go eigentlich ist

Miles & More verkauft mit Bundle and Go Pakete in drei Größen — Small, Medium, Large — und packt neben den reinen Meilen noch kleine Boni obendrauf, etwa Prozente auf Hotel- oder Mietwagenbuchungen. Pro Kalenderjahr darf man maximal 250.000 Meilen so dazukaufen. Klingt viel, ist aber schnell weg: Für unsere vier Tickets nach San Francisco haben wir am Ende 280.000 gebraucht.

Meine Nachbarin Luzia, die jeden Payback-Sonderaktionstag im Edeka Schwabing im Kopf hat, meint immer, Punkte seien Punkte, ob nun beim Wocheneinkauf oder bei Miles & More. Beim Bundle-and-Go-Kauf stimmt das nur bedingt. Der Preis pro Meile schwankt, und ohne einen ordentlichen Bonus von 30, 50 oder manchmal sogar 100 Prozent lohnt sich der Klick meistens nicht.

Warum sich Kurzstrecke und Langstrecke so unterschiedlich rechnen

Arndt bucht seit Jahren ausschließlich günstige Direktflüge — von Loyalitätsprogrammen hält er nicht viel. Als er mich neulich fragte, ob sich ein Bundle-and-Go-Kauf für seinen nächsten Kurzstreckenflug lohnt, habe ich mit ihm durchgerechnet, was bei uns damals fast schiefgegangen wäre: 150 Euro für die Meilen, dazu Steuern und Gebühren — unterm Strich mehr, als der Flug direkt gebucht (190 Euro) gekostet hätte. Bei Kurzstrecken frisst die Gebühr fast immer die ganze Ersparnis auf.

Bei unserer eigenen Langstrecke nach San Francisco sah die Rechnung anders aus. Dort standen den 280.000 Meilen rund 1500 Euro Steuern und Gebühren gegenüber — für vier Plätze in der Premium Economy auf dem Flug LH 454, Sitz 32H mit an Bord. Wie die eigentliche Buchung des Prämienflugs für vier Personen damals im Detail ablief, ist eine eigene Geschichte für sich, und wie genau sich diese 1500 Euro zusammensetzen, auch. Auf einer Langstrecke mit klarem Ziel und einer Kabine über Economy verschiebt sich die Rechnung spürbar zugunsten des Meilenkaufs.

Arndt hat sich am Ende gegen den Meilenkauf entschieden. Für seine Strecke war das die richtige Wahl.

Die Kreditkarte, die mehr kostete, als sie brachte

Nicht jede Entscheidung bei uns war so klar. Ich habe mal eine Kreditkarte mit dem höchsten Jahreszins gewählt, einfach weil sie mit mehr Meilen pro Euro Umsatz geworben hat — ohne vorher gegenzurechnen, was mich die höheren Zinsen im Zweifel kosten würden. Das war teures Lehrgeld, und seitdem rechne ich bei jedem Bundle-and-Go-Kauf genauso nüchtern nach, wie ich es bei dieser Karte hätte tun sollen.

Was diese Rechnerei erträglicher macht: Meilen Master hat mir gezeigt, wann die guten Bonus-Aktionen tatsächlich kommen, statt bei jeder E-Mail mit „Angebot" im Betreff gleich zuzuschlagen. Ohne Bonus kaufe ich inzwischen gar nicht mehr.

Kaufen oder nicht: meine Faustregel für Familien

Meine Faustregel danach ist simpel: Bundle and Go kaufe ich nur, wenn ein festes Langstreckenziel und eine genau bezifferte Meilenlücke feststehen. Auf der Kurzstrecke, ohne festen Plan oder für einen Flug innerhalb Europas lasse ich das lieber.

Gekaufte Meilen landen bei uns sofort im gemeinsamen Konto — wie das Pooling in der Familie im Detail funktioniert, erzähle ich ein andermal. Nur so viel: Meilen ohne Status oder passende Karte verfallen nach 36 Monaten, und das sollte man im Kopf behalten, bevor man kauft.

Angefangen hat das bei uns alles mit einem Kreditkarten-Bonus, den ich vor Jahren nach dem Tipp einer Kollegin abgegriffen habe, ohne zunächst zu wissen, was ich damit anfangen soll. Heute kaufe ich nur noch dazu, wenn ich ein konkretes Ziel vor Augen habe — etwa wenn für die Langstrecke nach Vancouver noch 40.000 Meilen fehlen.

Für ein Lufthansa Upgrade mit Meilen: Wie wir als Familie die Premium Economy nutzten war ein gezielter Bundle-and-Go-Nachkauf bei uns am Ende genau der fehlende Baustein. Für Arndts Kurzstrecke wäre derselbe Kauf ein teurer Umweg gewesen.

Wer es langsamer und günstiger mag, dem hilft manchmal auch Lufthansa Meilen sammeln mit Zeitschriftenabos für den nächsten Familienflug weiter — dauert nur eben deutlich länger, als wenn gerade eine Prämienflug-Verfügbarkeit für vier Personen aufblitzt und man sofort zugreifen muss. Solche Verfügbarkeiten in den Schulferien sind wie Einhörner: selten und meistens sofort wieder weg.

Abends, wenn ich noch rechne, sitze ich an dem alten Holzbrett vom Fenster unserer Schwabinger Altbauwohnung, das seit Jahren als Ablage für alles herhalten muss, was mit Flügen zu tun hat. Über mir klemmen an einem Korkboard Bordkarten-Kopien zwischen Haftnotizen, die ich nie wegräume, und daneben stehen inzwischen drei vollgeschriebene Reise-Notizbücher, eines pro große Buchung. Das Licht fällt zu dieser Zeit nur noch flach über den stillen Hinterhof herein — genug, um die Zahlen auf dem Bildschirm zu erkennen, mehr nicht.

Wenn du gerade selbst überlegst, ob sich ein Bundle-and-Go-Kauf für deine Familienreise lohnt, schau dir Meilen Master an. Es ersetzt keine eigene Rechnung, aber es hilft, das blinde Kaufen bei jeder Aktion zu lassen und stattdessen zu erkennen, welche Angebote wirklich etwas bringen.