Bordkarten Tagebuch

Lufthansa FlyNet mit Meilen bezahlen: Meine Erfahrungen mit Internet an Bord

Lufthansa FlyNet mit Meilen bezahlen – Miles-and-More-Tipps fürs Internet an Bord über dem Atlantik

Sieben Euro oder 2.300 Meilen, für exakt dieselbe Verbindung, dieselbe Wartezeit, denselben zähen Ladebalken. Bei Lufthansa FlyNet mit Meilen bezahlen ist der Unterschied kleiner, als die meisten beim ersten Klick annehmen, wenn sie ihre Meilen einlösen wollen.

Kurz vorweg, weil es dazugehört: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Kauft ihr über einen davon etwas, bekomme ich eine kleine Provision, für euch ändert sich am Preis nichts. Verlinkt sind nur Sachen, die uns beim Meilen-Chaos als Familie wirklich weitergeholfen haben – dazu unten mehr.

Bekommt man für Meilen wirklich besseres Internet an Bord?

Cordula Wenk aus Düsseldorf hat mir genau diese Frage geschrieben, kurz nachdem sie meinen ersten Bericht über unsere vier Premium-Economy-Bordkarten nach San Francisco gelesen hatte – 280.000 Meilen für die Tickets, dazu rund 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf. Ob das mit Meilen bezahlte Internet schneller sei als das gekaufte, wollte sie wissen. Die Antwort: nein. Meilen ersetzen hier nur das Bargeld, nicht die Leistung dahinter – der Tarif bleibt derselbe, ganz gleich, wie du bezahlst.

Genau dieser Irrglaube hält sich hartnäckig, sobald man mit der ganzen Familie ins Travel-Hacking einsteigt.

An Bord unserer LH 454 von Frankfurt nach San Francisco kostete der FlyNet-Surf-Tarif im Sommer 2024 entweder 7 Euro oder ungefähr 2.300 Meilen. Rechnerisch ist das sicher nicht der cleverste Einsatz meiner Meilen. Trotzdem klickte ich auf Meilen, weil es sich in dem Moment einfach richtig anfühlte.

Mein Herz klopfte kurz, als die Bestätigung kam und die erste Nachricht von zu Hause aufploppte. Dieses kleine Gefühl von Zukunft, mitten über dem Atlantik, kriegt mich jedes Mal.

Lufthansa FlyNet Portal auf dem iPad: Meilen einlösen statt Euro zahlen für Bordinternet

600 kBit/s bleiben 600 kBit/s beim Lufthansa FlyNet, egal wie du bezahlst

Wer über den Wolken 4K-Streaming erwartet, wird enttäuscht – der FlyNet-Surf-Tarif ist auf 600 kBit/s gedeckelt, ob man nun mit Karte oder mit Meilen zahlt. Für WhatsApp und ein paar Mails reicht das. Für alles andere braucht es Geduld.

Neben mir hatte unser Sohn die Fußstütze in 32H runtergeklappt und war schneller weg als mein E-Mail-Postfach, das bei 99 Prozent hängen blieb. Meine Kollegin Elvira schickte in genau diesem Moment ein Lounge-Selfie von irgendeiner Dienstreise – mit meinem Meilenkonto hat das nichts zu tun, das macht sie einfach so. Mein Mann neben mir brauchte für sein Taschenbuch gar keinen Connect-Button.

FlyNet nur auf Maschinen mit dem markanten Rumpf-Buckel

Lufthansa rüstet immer mehr Flugzeuge der Airbus A320 Familie mit Internet aus, erkennbar an einem kleinen Buckel auf dem Rumpf. Erwischt man eine dieser Maschinen, lässt sich sogar auf dem Kurzstreckenhüpfer zwischen München und Hamburg kurz die Mailbox checken.

Nicht jede Maschine hat das – vorher nachschauen lohnt sich.

Blick aus dem Fenster auf den FlyNet-Buckel am Rumpf der Airbus A320 Familie

Wenn die Verbindung über dem Nordatlantik aussetzt

Auf einem Flug Richtung Polarregion brach die Verbindung einmal komplett zusammen, mitten in der wichtigsten Mail des Tages. Die Flugbegleiterin zuckte nur mit den Schultern: Satellitenabdeckung über Grönland und Nordkanada sei technisch schwierig. In meinem Notizbuch steht seitdem dick unterstrichen: dort keine Verbindung erwarten.

Bezahlt bleibt bezahlt – die Meilen kommen nicht zurück, egal wie instabil die Verbindung war.

Warum ich froh bin, dass mein Mann mitfliegt

Wie das wohl wäre, allein mit zwei Kindern und dem Anspruch, nebenbei produktiv zu sein? Ich habe das öfter durchgespielt und komme jedes Mal zum gleichen Schluss: Die Idee, das Bordinternet für Arbeit zu nutzen, funktioniert nur, wenn jemand anderes gerade die Unterhaltung übernimmt.

Reisende ohne Partner an Bord haben diesen Luxus oft gar nicht, weil zwei quengelige Kinder allein schon die volle Aufmerksamkeit fordern. Unsere Meilen durch Kreditkartenumsätze im Alltag heben wir uns deshalb lieber für Momente auf, in denen sie wirklich Stress rausnehmen – nicht für jede einzelne Gelegenheit.

Meine Faustregel fürs nächste Meilen-Einlösen

Monatelang habe ich die Miles-and-More-Mails ungelesen weggeklickt, weil sie aussahen wie Werbung, und dabei reihenweise Bonusmeilen-Aktionen verpasst, die genau dort drinstanden.

Das Konto füllt sich sonst vor allem über die tägliche Kreditkartennutzung, tröpfchenweise, nie auf einen Schlag. Denkt an die 36 Monate Gültigkeit, wenn ihr weder Status noch die passende Kreditkarte habt – sonst verfallen die mühsam gesammelten Meilen, bevor ihr sie überhaupt eingelöst habt. Mehr dazu, wie man Miles and More Meilen Verfall verhindern kann, steht in einem anderen Eintrag.

FlyNet-Beleg im Bordkarten-Notizbuch: Miles-and-More-Tipps nach dem Meilen einlösen für Bordinternet

In meinem Notizbuch stehen noch etliche andere Zettel – der Sign-up-Bonus, mit dem alles anfing, das Steuern-und-Gebühren-Puzzle bei jeder Prämienflug-Buchung, Pooling der Meilen in der Familie, Companion Award, Punkte-Transfers, Buchungen bei Partner-Airlines, Stornieren und Umbuchen, Vielfliegerstatus versus normale Meilen, Upgrades mit Meilen bezahlen, Meilen in Bundles kaufen, Mietwagen-Gutschriften nachverfolgen, Schulferien-Verfügbarkeit für vier Personen. Alles eigene Geschichten für ein andermal.

Meine Faustregel inzwischen: erst checken, ob die Maschine überhaupt einen FlyNet-Buckel hat, dann akzeptieren, dass Meilen nur den Zahlweg ändern und nicht die Geschwindigkeit, und nie vergessen, dass bezahlte Meilen bei Verbindungsabbruch nicht zurückkommen. Den maximalen Gegenwert aus jeder einzelnen Meile zu pressen, ist für mich ohnehin nicht der Punkt – dafür gibt es andere Rechenkünstler.

Für alle, die noch ganz am Anfang stehen: Die Basics rund ums Meilen einlösen lassen sich leichter greifen, wenn man einmal eine ordentliche Anleitung dazu liest – bei uns liegt dafür der Meilen Master auf dem Nachttisch.

Ich klappe das iPad jetzt zu, wir sinken gleich. Die Kinder wachen auf und fragen nach Brezeln, mein Mann klappt sein Taschenbuch zu, und San Francisco kommt näher – diesmal mit synchronisierten Dateien und einem ziemlich zufriedenen Gefühl.