Bordkarten Tagebuch

Meine Erfahrungen: Miles and More Gold Kreditkarte Versicherungen für Familien

Miles and More Gold Kreditkarte und Familien-Reiseversicherung: Reisetagebuch mit Bordkarten auf einem Münchner Schreibtisch, Symbolbild für Travel-Hacking in Deutschland
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Eine Kreditkarte, die uns Meilen schenkt, und eine Kreditkarte, die uns im Ernstfall auffängt – für mich waren das zwei Jahre lang ein und dasselbe Versprechen, verpackt in ein einziges Goldkärtchen. Unsere Miles & More Gold Karte hat uns 2022 den ersten Sign-up-Bonus beschert und im Sommer 2024 die 280.000 Meilen für vier Premium-Economy-Bordkarten von Frankfurt nach San Francisco eingebracht – LH 454, Sitz 32H, A340-600, dazu etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf. Über die Familien-Reiseversicherung, die im selben Kärtchen steckt, habe ich in all der Zeit kaum nachgedacht.

Neben meinem Laptop liegt ein altes Holzbrett, das schon in den Sechzigerjahren als Fensterbank in unserer Altbauwohnung in Schwabing-West diente. Drei Notizbücher stapeln sich mittlerweile darauf, eins pro große Reise, und über dem Monitor hängt ein Korkboard mit angehefteten Bordkarten-Kopien und ein paar Klebezetteln. Genau dort, mit Blick auf den ruhigen Hinterhof im Nordwestlicht, habe ich neulich zum ersten Mal wirklich durchgerechnet, was passiert wäre, wenn bei dieser Buchung etwas schiefgegangen wäre.

Ich fragte mich, ob wir eigentlich abgesichert waren oder ob wir einfach nur Glück hatten.

Die Antwort, die ich seitdem für uns gefunden habe, ist eigentlich simpel: Es entscheidet, wessen Karte bei der Buchung hinterlegt ist, wie alt die Mitreisenden sind und ob die Deckungssumme im Ernstfall überhaupt reicht. Drei Fragen, die ich mir jetzt vor jeder Buchung stelle, damals aber komplett übersehen habe.

Die Miles & More Gold Karte und ihre zwei Versprechen

Mein Mann optimiert tagsüber Maschinen in seinem Job als Ingenieur; nachts überlässt er die Optimierung unserer Familien-Absicherung meistens mir.

Reiserücktrittskosten sind bei der Goldkarte offenbar an den Karteneinsatz gebunden, so jedenfalls verstehe ich die Bedingungen, die ich mir endlich vorgenommen habe zu lesen. Dort taucht auch eine Deckungssumme von rund 5.000 Euro auf, für eine vierköpfige Familie mit einem schon bezahlten Hotel in Kalifornien ist das schneller ausgeschöpft, als einem lieb ist.

Acht Wochen nachdem die Karte zum ersten Mal in unserem Briefkasten lag, habe ich diese Bedingungen von vorne bis hinten gelesen, nicht nur überflogen wie beim ersten Mal. Seitdem bucht bei uns nur noch meine Karte, ganz bewusst.

Nahaufnahme einer Hand, die eine Bordkarte in ein Reisetagebuch klebt – Sinnbild fürs Meilensammeln mit der Miles and More Gold Kreditkarte

Wann Kinder nicht mehr unter den Versicherungsschutz fallen

Unsere zwei Kinder sind acht und zehn, für uns ist die Welt gerade noch in Ordnung. Trotzdem hat mich ein Detail aus der Priority Meilen MasterClass ziemlich überrascht: Die Standardversicherung der meisten Kreditkarten, auch der Lufthansa-Karte, deckt Mitreisende offenbar nur bis zum 25. Geburtstag ab.

Elvira, meine Kollegin, fragt mich im Büro noch immer zwischendurch, wie hoch unser Meilenkonto gerade steht, obwohl sie selbst nie mitgesammelt hat. Ihr habe ich neulich erzählt, dass die Kinder in zehn Jahren vielleicht schon zu alt für unseren Versicherungsschutz sein könnten, während sie mit uns reisen, ein Gedanke, den man leicht übersieht, wenn man nur auf den Sign-up-Bonus schaut, mit dem bei uns 2022 alles anfing.

Bei einem Spaziergang mit den Kindern durch den Englischen Garten letztes Wochenende ist mir die Frage wieder eingefallen, ob wir den Companion Award für die ganze Familie überhaupt richtig einsetzen. Falls du selbst noch ganz am Anfang stehst, schau dir am besten gleich an, wie man den Companion Award überhaupt nutzt, bevor das Alter der Kinder zum Problem wird.

Meilenpooling schützt Meilen, nicht Menschen

Wir poolen unsere Meilen intensiv, zwei Erwachsene und aktuell zwei Kinder, bis zu fünf wären bei Lufthansa möglich. Praktisch ist, dass unsere Meilen dank der Kreditkarte nicht nach den sonst üblichen 36 Monaten verfallen, aber das hat mit der Frage, ob wir versichert sind, überhaupt nichts zu tun, das sind zwei komplett verschiedene Baustellen.

Als ich noch einmal nachgelesen habe, was eine Kreditkarte technisch überhaupt garantiert, wurde mir klar, wie sehr ich Meilen-Sammeln und Familien-Absicherung die ganze Zeit in einen Topf geworfen hatte.

Payback hat mich jahrelang in die falsche Richtung geschickt

Jahrelang habe ich meine Payback-Punkte brav an der Tankstelle und im Supermarkt eingelöst, nie für einen Flug, es fühlte sich normal an, Punkte gegen kleine Dinge einzutauschen, statt sie für etwas Großes zu sparen. Genau diese Gewohnheit hat mich am Anfang blind dafür gemacht, dass eine Kreditkarte überhaupt mehr leisten kann als nur Rabatt an der Kasse.

Unser erster echter Erfolg, die 280.000 Meilen für Premium Economy nach SFO, war deshalb eher Zufallstreffer als Strategie, ich wusste kaum etwas über Versicherungsbedingungen oder den Vergleich zur Amex Platinum. Ich wollte einfach nur die Beinfreiheit und die Stoffserviette zum Abendessen.

Travel-Hacking heißt für unsere Familie nicht Kalkulationstabellen, sondern genau solche Bordkarten-Geschichten, deshalb geht es hier auch nicht nur darum, über Sammeln mit Zeitschriften das Meilenpolster aufzustocken, sondern darum, was passiert, wenn eine Reise mal nicht so läuft wie geplant.

Miles and More Gold Kreditkarte liegt neben Unterlagen zur Familien-Reiseversicherung auf einem Holztisch im warmen Licht

Was prüfe ich eigentlich, bevor ich auf „Buchen" klicke?

Bei der Vollkaskoversicherung für Mietwagen schaue ich inzwischen vor jeder Buchung nach, ob wirklich meine eigene Karte hinterlegt ist. Das steht in den Bedingungen ziemlich unauffällig, entscheidet im Ernstfall aber über alles. Meine kleine Checkliste im Notizbuch fragt inzwischen immer dasselbe: Ist es meine Karte? Sind alle Mitreisenden unter 25? Deckt die Summe den Ernstfall überhaupt ab?

An dem Nachmittag, an dem wir in Frankfurt auf unseren Flug nach San Francisco gewartet haben, war die Lufthansa Lounge B1 halb voll mit Passagieren, deren Anschlussflug gestrichen worden war, und einen Fensterplatz gab es für uns nicht mehr.

Trotzdem war genau dieser Nachmittag der Moment, an dem der Espresso in der Lounge für mich zum ersten Mal nicht nur ein netter Bonus war, sondern ein kleines Zeichen dafür, dass diese Karte für uns inzwischen mehr leistet als Punkte, heute gehört dieser Espresso für unsere Familie fast schon zum Urlaubsstart dazu.

Cordula, eine Leserin aus Düsseldorf, hat mir nach meinem ersten Artikel eine lange E-Mail geschrieben, sie sammelt ihre Meilen seit fast zehn Jahren und hat noch nie eingelöst. Als ich ihr von der Versicherungsfrage erzählte, meinte sie nur, darüber habe sie noch nie nachgedacht.

Wer dieses Gefühl von „ich sammle zwar, aber ich habe keinen Plan" loswerden will, dem kann ich den Elite travelhacking BasiX Kurs ans Herz legen, er hat mir geholfen, nach dem Sign-up-Bonus nicht mehr ganz so planlos weiterzumachen. Ein einziger Satz bleibt mir aus diesen acht Wochen hängen: Die Meilen sammeln sich fast von allein, die Absicherung dahinter nicht, die muss man sich vor jeder Buchung aktiv anschauen, nicht danach.