
Vier Plätze nebeneinander, drei Monate vor Abflug, gab es für unseren Dubai-Flug bei Miles & More nicht mehr, ausgebucht, obwohl wir dachten, früh genug dran zu sein. Aus einem simplen Meilen einlösen für Dubai wurde in diesem Moment ein echtes Abwägen zwischen zwei Wegen: dem, was wir uns beim Familienreisen mit Meilen leisten wollten, und dem, was für zwei Kinder auf einem Sechs-Stunden-Flug wirklich zählt. Miles & More Tipps klingen in Foren oft, als gäbe es genau eine richtige Antwort. Bei uns gab es an diesem Abend zwei, und wir mussten uns für eine entscheiden.
Zusammensitzen erzwingen oder getrennte Plätze akzeptieren?
Drei Monate im Voraus hatte ich die Buchungsmaske geöffnet, überzeugt, dass für die Osterferien 2026 noch genug Auswahl da wäre. Für die Route MUC-DXB mit der LH 638 zeigte das System exakt null zusammenhängende Vierer-Blöcke in der Economy. Die Verfügbarkeit während der bayerischen Schulferien war offenbar der eigentliche Gegner, nicht die Meilenanzahl selbst.

Zwei Optionen blieben übrig. Entweder wir zahlten extra für eine garantierte Sitzplatzreservierung, damit alle vier nebeneinander sitzen, oder wir buchten getrennt und verließen uns darauf, dass sich beim Einchecken oder Boarding noch etwas tauschen lässt. Unsere vier Miles & More Konten liefen für die Buchung ohnehin gepoolt zusammen, was die Sache wenigstens organisatorisch einfacher machte, auch wenn das eine andere Geschichte ist.
Kaum stand Dubai als Ziel fest, meldete sich Reinhild aus Hamburg, sie fragt bei uns immer als Erste, ob wir nicht wieder zusammen fliegen könnten, und diesmal ging es sogar um ein gemeinsames Companion-Ticket. Wir haben die Idee für einen anderen Urlaub aufgehoben, weil zwei Familien gleichzeitig um Plätze zu pokern uns für Dubai zu riskant erschien.
Business Class fiel für unsere Familienreise mit Meilen aus.
Business war kurz eine Versuchung, wie eigentlich immer. Bei vier Personen hätten die Steuern und Gebühren für die Business Class nach Dubai bei geschätzt 500 bis 600 Euro pro Kopf gelegen, macht über 2.000 Euro obendruff, nur für Gebühren, bevor auch nur ein Hotelzimmer gebucht ist.
Economy wirkte dagegen fast bescheiden. Sechs Stunden Direktflug ab München sind mit Kindern machbar, das hatten wir nach San Francisco bereits im Rücken, auch wenn dort noch ein Premium-Economy-Sitz mit Reisekissen dazwischenlag. Die Kinderermäßigung von 25 Prozent auf Lufthansa-Prämienflügen kannte ich diesmal schon, das hat die Rechnung zusätzlich erleichtert.

Kleine Kompromisse beim Reisen mit Kindern
Ohne die Kreditkarte im Rücken wären uns ein paar tausend Meilen bald verfallen, bevor wir sie überhaupt für Dubai einsetzen konnten. Damals hatte ich lange überlegt, ob die Amex Platinum oder die Lufthansa Kreditkarte besser zu uns passt, und genau in solchen Momenten bin ich froh über die Entscheidung von damals.
Für sechs Stunden Flugzeit mit zwei Kindern plant man den Komfort besser selbst. Wir kaufen diesmal vorab Lufthansa FlyNet mit Meilen bezahlen dazu, für den Fall, dass die eigene Playlist nach zwei Stunden langweilig wird. Kein Luxus, eher eine kleine Versicherung gegen quengelige Kinder auf der Sitzreihe.

Am Isar-Ufer die Entscheidung treffen
Am Isar-Ufer am Flaucher haben wir die Entscheidung schließlich laut ausgesprochen, zwischen zwei Spaziergängen mit den Kindern vorneweg. Getrennt sitzen, dafür das Geld für die Sitzplatzreservierung sparen und stattdessen in ein Hotel mit Pool stecken, das war für uns am Ende der klarere Weg als jede Gebühr fürs Zusammenbleiben.
Mein Sohn landete auf Sitz 32H, klappte die Fußstütze runter und schlief keine zehn Minuten nach dem Start ein, ganz ohne Premium Economy, ganz ohne Sitzplatzgarantie. Noch im Ohr hatte ich das gedämpfte Rauschen der Triebwerke durch die dicken Kabinenfenster von damals, als ich mich im Premium-Economy-Sitz nach San Francisco zurücklehnte; diesmal reichte die einfache Armlehne der Economy völlig aus.
Wenn euch Zusammensitzen wichtiger ist als jeder Euro, zahlt die Gebühr für die Sitzplatzreservierung, sobald die Buchung offen ist, am besten so früh wie irgend möglich. Wenn Budget und Flexibilität für euch schwerer wiegen als die Sitzordnung, bucht getrennt und vertraut darauf, dass sich beim Boarding fast immer noch etwas tauschen lässt. Für unsere Familie war die zweite Option diesmal die richtige, nicht weil sie eleganter ist, sondern weil sie ehrlicher zu unserem Budget war.