Bordkarten Tagebuch

Lufthansa Lounge München mit Kindern: Ein ehrlicher Erfahrungsbericht

Lufthansa Lounge am Flughafen München mit Kindern – Familienreise-Hacks aus dem Meilen-Sammel-Tagebuch

Zwei Kinderrucksäcke, ein Aktenkoffer und ein Espresso auf grauem Fliesenboden – in der Lufthansa Lounge am Flughafen München sitzen Business-Publikum und Familien mit Kindern in derselben Reihe. Um genau das geht es in diesem Eintrag aus meinem Meilen-Sammel-Tagebuch: keine Familienreise-Hacks von der Stange, sondern was diese eine Lounge einer Familie mit zwei Kindern tatsächlich bringt, bevor der große Flug losgeht.

Bevor es um Sitzplätze und Espresso geht, kurz zur Transparenz: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, dein Preis bleibt gleich. Empfehlungen wie den Meilen Master nenne ich nur, weil sie unsere eigene Meilen-Planung als Familie wirklich vorangebracht haben.

Zugang zur Lufthansa Lounge in München: Wer rein darf

Der Zugang zur Lounge hängt nicht vom Charme an der Rezeption ab, sondern von drei Dingen: Ticketklasse, Status oder Meilen-Guthaben. Business Class und First Class kommen automatisch rein, Economy und Premium Economy meist nur mit Frequent-Traveller-Status, PriorityPass oder einem gebuchten Tagespass. Kinder unter zwei Jahren dürfen als Begleitung oft kostenlos mit hinein, unsere beiden sind acht und zehn – für sie gelten die normalen Regeln, und ohne den passenden Tarif oder einen Meilen-Umweg wird ein Lounge-Nachmittag schnell teuer.

Notizen im Meilen-Sammel-Tagebuch zur Lufthansa Lounge am Flughafen München

Seit vier Jahren sammeln wir als Familie über das Familien-Meilen-Pooling – zwei Erwachsene, bis zu fünf Kinder, ein gemeinsames Konto –, sonst hätten wir uns solche Extras nie regelmäßig leisten können.

Drei Stunden in der Lounge fühlen sich anders an als zwei

Für einen Kurzstreckenhüpfer zu den Großeltern reicht eine Stunde Vorlaufzeit locker. Vor einem Langstreckenflug ändert sich die Rechnung: Wer weiß, dass gleich zehn Stunden über den Atlantik anstehen, plant lieber zwei bis drei Stunden Lounge-Zeit ein, bevor am Gate ohnehin nur noch gestanden wird.

In München gibt es Lounges sowohl im Hauptgebäude als auch im Satellitengebäude, und der Unterschied ist für Familien real: Der Satellit ist oft leerer, die Sitzabstände großzügiger, und der Blick aufs Rollfeld hält Kinder eine ganze Weile bei Laune. Frische Brezn und Leberkas-Semmeln gibt es meistens an beiden Standorten, nur die Warteschlange davor ist unterschiedlich lang.

Nach der dritten Stunde kippt die Stimmung trotzdem – Gummibärchen sind dann durchprobiert, und selbst der schönste Lounge-Sessel wird zur Zappelzone.

Upgrade am Schalter: Das funktioniert meist nicht

An mindestens zwei Flughäfen habe ich versucht, kurz vor dem Boarding noch ein Last-Minute-Upgrade am Schalter zu kaufen. Beide Male hieß es: ausverkauft, das Kontingent für Meilen-Upgrades war schon am Vortag weg. Wer auf diese Karte setzt, plant besser gar nicht erst damit – Upgrades funktionieren fast nur, wenn sie Wochen vorher über Meilen oder eine Warteliste laufen, nicht spontan am Gate.

Wer sich mit den Grundlagen solcher Upgrades schwertut, für den war der Meilen Master Kurs ein guter erster Schritt, bevor überhaupt eine Buchung ansteht.

Genau deshalb überlege ich jede geplante Travel Hacking Strategie inzwischen von hinten nach vorne: erst die Frage, ob sich ein Upgrade mit Meilen überhaupt lohnt, dann erst die Buchung selbst. Der Schalter am Flughafen ist der schlechteste Ort, um diese Entscheidung zu treffen.

Mein Fazit fürs Bordkarten-Tagebuch

Eine Freundin von mir trainiert gerade für den München-Marathon, und wenn wir uns samstags am Viktualienmarkt über den Weg laufen, vergleichen wir unsere Wochenpläne wie zwei Leute, die beide auf ein großes Ziel hinarbeiten – sie auf 42 Kilometer, ich auf die nächste Bordkarte. Meilen sammeln ist für mich inzwischen weniger Urlaubsplanung als eine Art Dauerlauf: kein Sprint, sondern viele kleine Schritte, die sich erst nach einer Weile zu etwas Großem summieren.

Unser bisher größtes Meilen-Geschäft war die Einlösung von 280.000 Meilen für vier Premium-Economy-Sitze auf dem Flug LH 454 von Frankfurt nach San Francisco, Sitz 32H für unseren Sohn auf der A340-600, dazu rund 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf. Als ich einer Kollegin ein Foto der vier Bordkarten schickte, kam nur eine Zeile zurück: Das hast du wirklich hinbekommen.

Zwei Stunden Trubel in der Lounge machen einen Unterschied hörbar, den man sonst überhört: wie leise es hinter den dicken Kabinenfenstern wird, sobald die Triebwerke auf Reiseflughöhe nur noch dumpf im Hintergrund liegen und der Premium-Economy-Sitz sich butterweich nach hinten neigt.

Mein Kriterium ist inzwischen simpel: Bei einem Kurzstreckenhüpfer zu den Großeltern reicht ein Kaffee zwischendurch, der Umweg über die Lounge lohnt sich kaum. Steht dagegen eine lange Nacht im Flugzeug bevor, ist jede ruhige Minute vorher – mit Steckdose, festem Sitzplatz und einer Leberkas-Semmel – eine Investition, die sich für die ganze Familie auszahlt, lange bevor das Boarding überhaupt aufgerufen wird.