
Der Kies knirscht unter meinen Laufschuhen im Englischer Garten, mitten im Tempo spüre ich mein Handy in der Jackentasche vibrieren, und noch bevor ich es herausziehen kann, weiß ich schon, was es ist: eine Gutschrift in der Miles & More App. Mein Mann hat gerade im Elektromarkt bezahlt, mit der Partnerkarte, die seit ein paar Monaten in seinem Portemonnaie steckt statt der alten Debitkarte seiner Hausbank. Kreditkarten-Vorteile für Familienreisen klingen abstrakt, bis man mitten im Joggen sieht, wie seine Meilen ganz automatisch auf meinem Konto landen. Genau darum geht es beim Meilen sammeln als Paar bei Miles and More: nicht mehr allein rechnen, sondern gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten.
Zwei Jahre lang hatte nur ich gesammelt, er gar nicht.
Mein Mann zahlte jahrelang, ohne dass eine einzige Meile bei mir ankam
Angefangen hat das Ganze 2022, als meine Kollegin Elvira Schrank mir von ihrem gerade abgeholten Startbonus erzählte und ich dachte, das könnte auch für uns funktionieren. Elvira selbst bucht für sich privat bis heute am liebsten die günstigste Economy-Option ohne jedes Vielfliegerprogramm, was sie an meiner Bordkarten-Sammlerei immer ein bisschen belustigt hat. Die Kreditkarte war in meinem Kopf lange nur mein eigenes Projekt, nicht unseres, und mein Mann zahlte parallel brav alles über seine eigene Debitkarte, ohne dass davon je eine Meile bei mir ankam.
Dabei hatte ich selbst jahrelang etwas sehr Ähnliches gemacht, nur mit Payback-Punkten: Jahrelang habe ich sie ausschließlich für Benzin und den Wocheneinkauf eingelöst, nie für Flüge, obwohl eine Übertragung ins Miles-and-More-Konto möglich gewesen wäre. Erst als ich das bei mir selbst erkannt habe, wurde mir klar, wie viel Potenzial bei uns beiden einfach verpufft.

Gemeinsames Meilen sammeln dank Partnerkarte
Bei der Miles & More Gold Credit Card kostet die Partnerkarte 65 Euro im Jahr, und die Meilen, die mein Mann darüber sammelt, landen automatisch auf meinem Konto, ohne Pooling-Formular oder zweite App. Auf der privaten Karte gibt es 1 Meile pro 2 Euro Umsatz, was nach wenig klingt, bis man sieht, was ein Vier-Personen-Haushalt in München an Wocheneinkäufen, Werkzeug und Kinderausflügen im Monat ausgibt. Mein Mann, gelernter Maschinenbauingenieur, zahlte vorher alles über seine Hausbank-Karte, ohne je an Meilen zu denken. Es fühlt sich inzwischen an wie ein gemeinsames Sparschwein für das nächste Geburtstagsgeschenk der Kinder, nur dass hier niemand Bargeld einwirft, sondern ganz nebenbei beim Einkaufen mitsammelt. Vom klassischen Familien-Pooling unterscheidet sich das zwar technisch, aber der Effekt für uns als Paar war ganz ähnlich.
FRA nach San Francisco, Sommer 2024, vier Plätze in der Premium Economy für 280.000 Meilen plus etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren, das war unser bisher größter Erfolg als Familie. Als meine Tochter das kleine Tablett aufklappte und die extra gefaltete Stoffserviette entdeckte, sagte sie nur leise „Wow", fast überrascht von sich selbst. Diesen einen Ton in ihrer Stimme vergesse ich nicht, und er ist der eigentliche Grund, warum ich seither so viel konsequenter sammle als früher. Solange die Karte aktiv bleibt, mache ich mir um ein Verfallsdatum meiner Meilen erst mal keine Sorgen.

Was tun, wenn die Kartenverknüpfung nicht klappt?
Ganz reibungslos lief die Umstellung nicht. Beim Verknüpfen der Karten in der App bin ich fast verzweifelt, weil ich ein Formular übersehen hatte und am Ende in der Warteschleife der Hotline landete. Meine Miles and More Hotline Erfahrungen waren an dem Nachmittag eher durchwachsen, um es freundlich zu sagen, und mein Mann, der Ingenieur ist und Logik liebt, fragte mich danach noch tagelang, warum das nicht auf Anhieb funktioniert hat. Eine richtig gute Antwort hatte ich darauf ehrlicherweise nicht.
Lohnt sich die Partnerkarte für jede Familie?
An meinem Schreibtisch in unserer Altbauwohnung in Schwabing-West, direkt am Fenster zum Hinterhof, stapeln sich mittlerweile drei Notizbücher voller Bordkarten, und über dem Monitor hängt ein Korkbrett, das langsam unter Bordkarten-Kopien und Klebezetteln verschwindet. Nur ein gleichmäßiges Nordwestlicht fällt hier über den stillen Hof herein, aber genug zum Nachrechnen. Für eine Freundin habe ich neulich grob überschlagen, ab wann sich die 65 Euro Jahresgebühr überhaupt auszahlen, und die Antwort passt vermutlich auch für dich: Wer die Karte nur für einen Kaffee im Monat zückt, gleicht die Gebühr mit dem Meilenwert nie aus. Läuft aber der komplette Haushalt darüber, Versicherung, Werkzeug, Wocheneinkauf, dann ist die Rechnung schnell entschieden, und genau nach diesem Prinzip sammeln wir inzwischen ziemlich bewusst, ganz ähnlich wie in meiner Travel Hacking Strategie für Familien beschrieben.

Eine Leserin fragt nach, ich antworte ehrlich
Vor ein paar Wochen schrieb mir eine Leserin aus Düsseldorf, Cordula Wenk, eine lange Mail. Sie hat drei Kinder im Schulalter und träumt vom selben Flug nach San Francisco, den wir 2024 gebucht haben, und wollte wissen, ob sich die Partnerkarte für ihren Mann überhaupt lohnt, wenn er kaum online einkauft. Meine Antwort war schlicht: Es kommt nicht darauf an, wie oft er online bestellt, sondern wie viel insgesamt über seine Karte läuft, ob Handwerkerrechnung, Versicherung oder der große Wocheneinkauf. Nicht die Anzahl der Buchungen zählt, sondern das Volumen dahinter.
Fünf Wochen später: ein klarer Unterschied
Fünf Wochen nach der ersten gemeinsamen Abrechnung saß ich wieder an besagtem Schreibtisch und verglich die Kontostände mit denen vor der Partnerkarte. Der Unterschied war so deutlich, dass ich die Zahl zweimal nachgerechnet habe, einfach weil mein Mann in dieser Zeit nichts anders eingekauft hatte als sonst, nur eben mit der goldenen Karte statt der alten Debitkarte. Kein Zufall, keine plötzliche Erleuchtung, nur die simple Verschiebung von einer Zahlmethode zur anderen.

Was ich daraus für andere Familien mitnehme, ist simpel: Bevor man neue Kreditkarten vergleicht oder komplizierte Vielfliegerprogramme wälzt, lohnt sich der Blick auf die einfachste Frage überhaupt, nämlich wer im Haushalt gerade woanders zahlt, ohne dass die Meilen bei irgendjemandem ankommen. Diese eine Antwort hat bei uns mehr gebracht als jede Strategie, die ich vorher ausprobiert hatte.