
Zweihundert Payback-Punkte müssen mindestens auf dem Konto stehen, bevor bei Miles & More überhaupt ein Transfer startet. Keine Ausnahme, keine Kulanz – nur diese eine Zahl, die entscheidet, ob beim Meilen-Sammeln gerade etwas passiert oder nicht. Bei uns als vierköpfiger Familie in München ist genau an dieser Schwelle eine Frage entstanden, die sich bis heute wiederholt: Lösen wir die Amex-Punkte über die Payback-Umwandlung lieber gleich für den Alltag ein, oder heben wir sie für die nächste Familienreise auf?
Der fehlende Button zwischen Amex und Miles & More
Ein Klick auf 'Übertragen', und die Punkte springen von Amex zu Lufthansa, so hatte ich mir das am Anfang vorgestellt. Diesen Button gibt es nicht. Wer als UX-Designerin einfache Nutzerpfade gewohnt ist, muss hier erst akzeptieren, dass der einzige Weg über Payback führt, mit allem, was nach Rabattmarken und Supermarktkasse klingt. Zwei Amex-Punkte werden zu einem Payback-Punkt, und dieser wandert anschließend eins zu eins weiter zu Miles & More. Wer Amex-Punkte ohnehin schon im Alltag sammelt, merkt schnell, dass sich das trotz des Umrechnungsverlusts summiert.

Familienreise planen: Alltagspunkte einlösen oder für den nächsten Flug sparen?
Arndt, ein Kollege meines Mannes, fragt seit einem Sommerfest im vergangenen Jahr immer wieder nach, sobald das Thema Meilen fällt. Am liebsten hätte er vorher eine Tabelle mit dem Wert pro Flugkilometer. Ich habe ihm gesagt, dass ich diese Rechnung nicht aufmache – ich kann nur erzählen, wie sich die beiden Wege bei uns ganz konkret angefühlt haben.
Bevor überhaupt ein Transfer laufen konnte, mussten die Konten verknüpft werden, was sich anfühlt, als würde man kurz zur Hackerin, obwohl nur zwei Passwörter eingegeben werden. Den Sign-up-Bonus hatte ich damals schon durch die Kreditkarte im Konto – wie der Einstieg als Familie überhaupt funktioniert, habe ich in einem anderen Text aufgeschrieben: wie man mit der Lufthansa Miles and More Kreditkarte als Familie startet.
Der erste Weg ist danach schnell erklärt. Payback-Punkte lassen sich sofort gegen Prämien oder als Rabatt an der Kasse eintauschen, ganz ohne Wartezeit und ohne Mindestschwelle für Miles & More. Praktisch ist das vor allem, wenn gerade Windeln, Schulhefte oder der Wocheneinkauf anstehen – dazu habe ich an anderer Stelle ein paar Tipps für den wöchentlichen Familieneinkauf gesammelt.
Geduld braucht dagegen der zweite Weg. Man wartet auf die Wochen, in denen Payback und Miles & More gemeinsam einen Transferbonus anbieten, meistens rund 25 Prozent obendrauf, und erst dann lohnt sich der Umtausch für eine große Reise wirklich. Das ist ungefähr wie bei einem Geburtstagsgeschenk, das man lieber zwei Monate anspart, statt es sofort vom Girokonto abzubuchen – am Ende ist mehr drin, aber man muss stillhalten können.
Den Amex-Transfer über Payback in der Praxis anstoßen
Luzia von unten fragt mich inzwischen vor jeder Ferienbuchung, wann ich online gehe, weil wir beide wissen, wie schnell die Plätze in den Schulferien weg sind, wenn man zu spät klickt. Wir stimmen unsere Buchungstermine ab wie zwei Nachbarinnen, die zufällig dasselbe Flugzeug wollen.
Einmal hätte ich fast einen großen Teil unserer gesammelten Meilen verfallen lassen, weil das Konto über zwei Jahre kaum bewegt wurde – erst eine Erinnerungsmail hat mich wachgerüttelt. Seitdem behandle ich das Ablaufdatum der Meilen genauso ernst wie einen Impftermin der Kinder.

Auch Familien-Pooling, bei dem sich die Meilen mehrerer Konten bündeln lassen, spielt bei uns im Hintergrund mit, auch wenn ich das hier nicht im Detail aufdröseln will. Und ob sich der Einlösewert am Ende gegen den Worldshop-Katalog rechnet, ist wieder eine andere Vergleichsfrage, die ich bewusst einer anderen Geschichte überlasse.
Wann sich der Umweg lohnt – und wann nicht
Wir sind mit unserer letzten großen Buchung von Frankfurt nach San Francisco geflogen, FRA-SFO LH 454, Sitz 32H, 280.000 Meilen für vier Premium-Economy-Tickets, dazu rund 1500 Euro Steuern und Gebühren. Ohne den Umweg über Payback hätten wir diese Meilenmenge nie so schnell zusammenbekommen.
Am Flughafen München, Terminal 2, beim Warten auf den Boarding-Aufruf, kam der Moment, der die ganze Rechnerei rechtfertigt: Meine Tochter klappte das Tablett auf, sah die extra gefaltete Stoffserviette und sagte nur 'Wow'. Für diesen einen Satz lohnt sich jede Wartezeit auf einen Transferbonus.
Trotzdem würde ich niemandem raten, jeden einzelnen Payback-Punkt für Meilen zu reservieren. Wenn eine Reise noch weit weg ist und das Konto sowieso gerade Ebbe hat, nehme ich die Alltagsprämie – dazu gehören auch die Extrapunkte, die wir über Meilen mit Mietwagen für den Familienurlaub sammeln. Steht dagegen eine große Familienreise fest und ein Bonusfenster naht, warte ich und transferiere gebündelt.
Prämienflug-Buchungen selbst, der Companion Award oder Prämienflüge über Partner-Airlines im Star-Alliance-Verbund sind für uns ohnehin jeweils eigene Kapitel, die ich an anderer Stelle ausführlicher erzähle. Hier ging es nur um die Frage, die am Küchentisch am Ende zählt: Alltag oder Flug – und wann sich welche Antwort richtig anfühlt.

Arndt bekommt von mir also weiterhin keine Tabelle. Aber wenn er beim nächsten Grillabend fragt, kann ich ihm wenigstens sagen, wann sich bei uns der Umweg gelohnt hat und wann nicht.