Bordkarten Tagebuch

Meilen einlösen für 4 Personen: Warum sich Premium Economy für Familien lohnt

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Premium Economy Kabine im Lufthansa Airbus A350 – Meilen einlösen für eine vierköpfige Familienreise ab München

70.000 Meilen hat jeder von uns vier bezahlt, um mit Lufthansa nach Tokio-Haneda zu fliegen — und keiner von uns hat dabei auch nur einen Fuß in die Business Class gesetzt. Wer beim Meilen einlösen automatisch an Champagner und flachliegende Sitze denkt, hätte bei uns am Gate in Terminal 2 in München ziemlich lange gewartet. Für eine Familienreise mit zwei Kindern war die Premium Economy von Anfang an das Ziel — nicht der Trostpreis, für den sie oft gehalten wird.

Mein Sohn saß in Sitz 32H, klappte die Fußstütze runter und war praktisch im selben Atemzug weg, Kopf zur Seite, Mund leicht offen, für den Rest des zwölfstündigen Flugs kein Ton mehr von ihm. Ein paar Reihen weiter vorn, auf 12G, hatte ich eine Stoffserviette auf meinem Tablett und genug Platz, um mein Buch aufzuschlagen, ohne dass mir jemand beim Zurücklehnen ins Genick atmete. Genau diese Szene ist der Grund, warum ich widerspreche, wenn jemand behauptet, ein echter Meilen-Erfolg zeige sich nur ganz vorne im Flugzeug.

Der Irrglaube: Nur Business Class zählt beim Meilen einlösen

Diese Annahme hält sich hartnäckig in praktisch jedem Reise-Forum: Wer seine Meilen nicht in Business oder First steckt, hat sie irgendwie vergeudet. Für eine vierköpfige Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern ist das reine Theorie. Vier Business-Class-Sitze gemeinsam auf einem Langstreckenflug zu finden, ist in den Ferien ungefähr so wahrscheinlich wie ein Sonntagvormittag ohne Geschwisterstreit.

Angefangen hat das Ganze mit einem Sign-up-Bonus auf der Kreditkarte, den mir eine Kollegin ans Herz gelegt hat, mehr Strategie steckte damals nicht dahinter. Erst als wir die Meilen von meinem Mann und mir auf ein gemeinsames Konto gebündelt hatten, kamen wir überhaupt auf die 280.000, die für vier Plätze nötig waren; ohne dieses Pooling wäre die Rechnung nie aufgegangen. Für die Steuern und Gebühren blieben trotzdem etwa 1.900 Euro für uns vier übrig — bei einer vierköpfigen Familie multipliziert sich das eben schnell, auch wenn man nicht in der teuersten Kabine sitzt.

Premium Economy Tablett mit Stoffserviette und Porzellangeschirr an Bord eines Lufthansa Airbus A350 bei einem Miles & More Prämienflug

Premium Economy reicht für eine vierköpfige Familie völlig aus

Meine Nachbarin Luzia, die eine Etage unter uns wohnt, bucht mit ihrer Familie fast zeitgleich mit uns — ihre Kinder gehen mit meinem Ältesten in dieselbe Grundschule, also sprechen wir die Ferientermine ab, sonst schnappt sich eine Familie die letzten freien Plätze weg. Wer schon einmal versucht hat, Miles and More Prämienflüge finden in den Schulferien für 4 Personen zu realisieren, weiß, dass Verfügbarkeit die eigentliche Währung ist, nicht die Meilenzahl auf dem Konto.

Diesmal ging es mit dem Airbus A350 der Lufthansa in die Luft, und mein Mann bringt als Maschinenbauingenieur seine 1,90 Meter mit auf jeden Flug. In der normalen Economy tut mir jedes Mal sein Rücken leid, wenn er aussteigt. Mit rund 97 Zentimetern Sitzabstand in der Premium Economy muss er seine Knie nicht mehr in die Lehne vor sich falten, für uns keine Spielerei, sondern der Unterschied zwischen einem Flug, nach dem er noch laufen kann, und einem, nach dem er sich erst mal hinlegen muss.

Dazu kommt, dass wir den Miles and More Companion Award nutzen konnten, was uns bei der Buchung noch ein paar Meilen gespart hat — ein kleiner Sieg fürs Haushaltsbuch. Die eigentliche Leistung ist nicht der große Wurf, sondern die Summe vieler kleiner richtiger Entscheidungen.

Die Grundentscheidung ganz am Anfang war übrigens eine Kreditkarte, keine Fluggesellschaft. Ob am Ende die Amex Platinum oder Lufthansa Kreditkarte: Was lohnt sich für Familien mehr? die richtige Wahl war, habe ich damals eher aus dem Bauch heraus entschieden, eine Entscheidung, die uns heute trotzdem noch jeden dieser Flüge ermöglicht.

Fast verfallene Meilen und eine Portion Glück

Der eigentliche Klick auf 'Zahlungspflichtig buchen' im Miles & More Portal dauert am Ende nur Sekunden. Die Vorarbeit davor ist die eigentliche Arbeit, und bei uns lief die alles andere als geradlinig.

Bevor überhaupt eine Buchung im Raum stand, lagen unsere Meilen eine ganze Weile einfach nur auf dem Konto herum, kein Plan, kein Ziel, nur eine Zahl, die langsam wuchs. Irgendwann kam eine Nachricht von Miles & More, dass ein Teil davon bald verfällt, wenn sich nichts tut, und ich saß mit einem echten Schreck da, weil all das Sammeln fast umsonst gewesen wäre.

Erst dieser Schreck machte aus einer vagen Idee ein konkretes Ziel. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich noch länger keine Ahnung gehabt, dass unsere Meilen für einen kompletten Flug nach Japan reichen würden.

Das fühlt sich ein bisschen an wie ein Sparschwein, das jahrelang gefüttert wurde, ohne dass jemand genau wusste, wofür, bis es plötzlich für genau die eine große Sache reicht, die man sich sonst nie gegönnt hätte. Bei uns war das kein Geburtstagsgeschenk, sondern ein Rückflugticket nach Japan.

Erst die Plätze prüfen, dann über die Klasse reden

Ein Kollege meines Mannes, Arndt, fragt seit dem Sommerfest immer wieder nach unseren Meilenflügen, er ist Ingenieur und würde am liebsten eine Tabelle mit dem Wert pro Flugkilometer sehen, bevor er irgendetwas bucht. Die habe ich nie gebaut, und ich glaube auch nicht, dass sie ihm am Ende weiterhelfen würde. Am Ende zählt nur eine einzige Frage: Gibt es für alle vier von uns in derselben Klasse überhaupt freie Plätze, am selben Flug, am selben Tag? Erst danach lohnt es sich, über Business oder Premium Economy nachzudenken.

Auf einen Prämienflug mit einer Partnerairline aus der Star Alliance haben wir uns bisher nicht getraut, wir bleiben meistens bei Lufthansa direkt, weil wir wenigstens dort einigermaßen verstehen, wie das System tickt. Vielleicht ändert sich das noch. Für jetzt reicht uns die Regel, die sich bei uns durchgesetzt hat: Verfügbarkeit für vier Personen schlägt jede Wunschvorstellung von der bestmöglichen Kabine.

Wer beim Meilen einlösen zuerst an die teuerste Kabine denkt, denkt in der falschen Reihenfolge. Für uns als Familie zählt zuerst, ob wir zu viert überhaupt gemeinsam wegkommen, und erst danach, wie bequem der Sitz ist. Premium Economy ist bei uns deshalb kein Kompromiss mehr, sondern die Antwort, die am Ende jedes Mal übrig bleibt.