
120.000 Meilen für zwei Nächte in einem Familienzimmer in London – so viel stand neulich auf meinem Bildschirm, als ich die Miles and More Hotelbuchung für unsere nächste Familienreise durchgerechnet habe. Zum Vergleich: Für den kompletten Langstreckenflug FRA-SFO LH 454, Sitz 32H, haben wir vier Premium-Economy-Tickets für 280.000 Meilen und rund 1500 Euro Steuern und Gebühren bekommen. Zwei Nächte in einem Hotelzimmer kosten also fast die Hälfte von vier Sitzen über den ganzen Atlantik.
Kollege meines Mannes, Arndt Feige, hat mir genau diese Frage gestellt: Lohnt es sich, Meilen für ein Hotelzimmer einzulösen, oder sollte man sie lieber für Flüge zurücklegen? Seit er selbst eine eigene Miles and More Kreditkarte hat, will er bei solchen Themen am liebsten Zahlen sehen statt Bauchgefühl. Also habe ich beide Wege nebeneinandergelegt.
Der Rechen-Moment: Was 120.000 Meilen für ein Hotelzimmer wirklich bedeuten
Wer Meilen über das Hotelportal einlöst, bekommt bei Miles and More oft nur 0,3 bis 0,4 Cent pro Meile zurück. Bei einer Prämienflug-Buchung liegt der Gegenwert meistens deutlich höher, gerade in der Premium Economy oder Business Class. Genau dieser Unterschied erklärt, warum ich unsere Kalifornien-Reise nie über das Hotelportal hätte einlösen können – für vier Zimmer wären am Ende mehr Meilen nötig gewesen, als wir für die Flüge gebraucht haben.
Bei jeder größeren Buchung rechne ich inzwischen die Steuern und Gebühren separat mit ein, bevor ich mich zwischen Hotel und Flug entscheide. Das allein verschiebt die Rechnung oft schon spürbar zugunsten der Flüge.

Lohnt sich das Einlösen für Hotels überhaupt?
In den Pfingstferien war für unsere Wunschroute ohnehin kaum ein Prämiensitz frei, was die Hotel-Variante für diesen einen Trip zunächst attraktiver aussehen ließ, als sie eigentlich ist.
Nicht jede Entscheidung von mir war klug. Bei der ersten Kreditkarte habe ich die mit dem höchsten Jahreszins gewählt, weil sie auf dem Papier die meisten Meilen versprach – ohne die Kosten dagegenzurechnen. Das hat sich nicht ausgezahlt, und ich habe die Karte später gewechselt.
Angefangen hat das Ganze 2022 mit dem Sign-up-Bonus unserer ersten Karte: 30.000 Meilen, mit denen ich damals erst mal gar nichts anzufangen wusste. Zwei Jahre später wurden daraus die Tickets nach San Francisco.
Meine Reise-Strategie: Sammeln statt Einlösen
Über das Miles and More Online Shopping Portal sammle ich inzwischen lieber, statt direkt einzulösen. Die Standard-Rate bei Booking.com liegt bei 1 Meile pro Euro – nicht viel, aber für eine vierköpfige Familie kommt bei einer Woche Urlaub einiges zusammen. Fast so verlässlich wie das, was ich unter Miles and More Meilen sammeln beim Online Shopping für den Familienurlaub für uns festgehalten habe.
Zur Promotion vor den Pfingstferien: Statt einer Meile pro Euro gab es plötzlich acht. Aus der ohnehin geplanten London-Buchung wurden dadurch fast 10.000 zusätzliche Meilen, ohne dass wir einen Cent mehr bezahlt haben.
Weil wir als Familie alle Meilen auf einem gemeinsamen Konto poolen, füllt sich so ein Guthaben schneller, als man denkt. Und weil Meilen ohne Kreditkarte oder Status nach 36 Monaten verfallen, bin ich froh über jede Aktion, die das Konto in Bewegung hält – mehr dazu habe ich unter Miles and More Meilen Verfall verhindern: Tipps für das Sammeln als Familie notiert.

Wann ich Meilen doch fürs Hotel ausgebe
Für kurze Strecken schaue ich mir inzwischen eher einen Companion Award an, wenn zwei von uns zusammen unterwegs sind, oder einen Prämienflug über eine Star-Alliance-Partnerairline, wenn die Lufthansa-Route selbst ausgebucht ist. Beides schont das Konto meistens mehr als jede Hotelnacht.
Meine Nachbarin Luzia Mayr hält das Ganze für Familien grundsätzlich für überschätzt. Sie glaubt nicht, dass sich der Aufwand mit Kreditkarten und Meilenkonten für einen normalen Haushalt wirklich lohnt. Ihren Punkt verstehe ich, auch wenn bei uns genau eine Buchung nach Kalifornien den Unterschied gemacht hat.
Die Bordkarte von diesem Flug klebt heute noch in meinem Notizbuch, direkt neben dem Vermerk, dass wir die Tickets komplett mit unseren eigenen Meilen bezahlt haben, ohne einen einzigen Euro für die Sitze selbst. Auf meinem Schreibtisch am Hinterhof-Fenster in Schwabing-West liegt dieses Notizbuch inzwischen neben zwei weiteren, je eins pro große Reise.
Für Arndt und alle, die ähnlich rechnen: Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien: Wann sich die Buchung wirklich lohnt zeigt, wie ich einzelne Buchungen inzwischen bewerte. Meine Faustregel bleibt einfach: Meilen fürs Hotel gebe ich nur aus, wenn eine Bonusaktion die Sammelrate vervielfacht und die Buchung sowieso ansteht. Für ein einzelnes Wochenende in der Stadt löse ich sie nicht mehr ein – die spare ich für den nächsten Langstreckenflug, bei dem wir wieder zu viert nebeneinandersitzen.