Bordkarten Tagebuch

Meilen einlösen für Familien: Wie wir die besten Prämienflüge nach Asien finden

Familie plant Meilen einlösen für Prämienflüge nach Asien mit Miles & More am Laptop

Ein Blick auf die Buchungsmaske zeigt, ob eine vierköpfige Familie mit Meilen nach Asien kommt oder zu Hause bleibt. Genau diese Frage hängt bei uns seit Tagen über dem Küchentisch, seit ich zum ersten Mal versucht habe, die Tokio-Route für uns vier durchzurechnen. Meilen einlösen fühlt sich zu zweit fast spielerisch an. Bei einer Familienreise mit vier Personen wird aus jeder Buchung plötzlich eine kleine Rechenaufgabe mit echten Konsequenzen für die Asien-Planung.

Zwei Wege standen für uns zur Wahl, als der Blick Richtung Tokio ging: entweder vier Plätze in der Economy zusammenhalten oder auf die Premium Economy mit Kinderrabatt setzen. Wie zwei Erwachsene und mehrere Kinder ihre Meilen bei Miles & More technisch bündeln, habe ich an anderer Stelle schon ausführlich beschrieben – hier geht es nur darum, was die zwei Buchungswege für unsere Asien-Planung in der Praxis bedeutet haben.

Nahaufnahme einer Hand, die Details zum Meilen einlösen für die Familienreise nach Asien ins Reisetagebuch schreibt

Vier Economy-Plätze: Warum es nicht funktioniert

Im Frühjahr habe ich zuerst die einfache Variante versucht: vier Sitze nebeneinander in der Economy, Frankfurt nach Tokio, Zielraum Sommerferien. Drei Monate vor dem Wunschtermin war die Maschine für uns vier schon komplett ausgebucht, nicht einmal zwei Plätze nebeneinander waren mehr frei. Wie eine Prämienflug-Buchung technisch von der ersten Suche bis zur Bestätigung abläuft, habe ich schon bei unserer Reise im vergangenen Sommer – Frankfurt nach San Francisco, Sitz 32H, 280.000 Meilen für vier Plätze in der Premium Economy – bis ins letzte Klickfeld aufgeschrieben, deshalb spare ich mir das an dieser Stelle.

Winold, ein Bekannter aus einem deutschen Vielflieger-Forum, hat mir danach am Telefon ziemlich trocken erklärt, dass ich zu spät dran war. Er kennt die Öffnungszeiten für neue Award-Kontingente bei Miles & More fast auf die Stunde genau und meinte nur, vier zusammenhängende Economy-Plätze in der Ferienzeit müsse man am ersten Tag greifen, an dem die Strecke überhaupt buchbar wird, ungefähr 360 Tage im Voraus. Dass ausgerechnet Verfügbarkeiten für vier Personen in den Schulferien die knappste Ressource im ganzen System sind, wusste ich bis dahin nur theoretisch.

Den Gedanken habe ich später bei einem Spaziergang am Isar-Ufer beim Flaucher weitergesponnen, während die Kinder Kieselsteine ins Wasser geworfen haben.

Die Premium Economy löst das Platzproblem anders

Also haben wir umgeplant: statt auf vier freie Economy-Plätze zu hoffen, habe ich die Premium Economy mit der Kinderflugprämie kombiniert. Kinder zwischen 2 und 11 Jahren zahlen bei Lufthansa, Austrian oder SWISS nur 75 Prozent der Meilen eines Erwachsenen, und dieser Rabatt hat bei vier Personen den Ausschlag gegeben. Manche Familien lösen ihre Meilen lieber für ein einzelnes Upgrade auf einem bereits gekauften Ticket ein – für uns war das nie das Ziel, weil wir alle vier zusammen sitzen wollten, nicht nur zwei von uns bequemer.

Ein Companion Award, bei dem eine zweite Person günstiger mitfliegt, wäre für eine vierköpfige Familie ohnehin die falsche Rechnung gewesen. Prämienflüge über andere Star-Alliance-Partner statt direkt mit Lufthansa habe ich kurz geprüft, aber für die Strecke nach Tokio blieb die Lufthansa-Verbindung selbst am Ende die praktikabelste.

Spiegelung des Miles & More Familienpooling-Kontos für die Asien-Planung in der Brille einer Frau

Kinderflugprämie und Steuern: die Lücke im System finden

Bei Miles & More heißt das offiziell Kinderflugprämie, aber im Buchungsfenster fühlt sich der Rabatt eher an wie ein Türspalt, der sich nur für ein paar Minuten öffnet. Am Ende hatten wir vier Plätze in der Premium Economy nach Tokio, mit etwa 1.500 Euro Steuern und Gebühren für alle vier zusammen – genau die Summe, die wir schon von unserer Reise nach San Francisco kannten.

Wie man diese Steuern und Gebühren im Detail durchrechnet, bevor man überhaupt bucht, ist ein eigenes Kapitel, das ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben habe. Ob sich Meilen eher für einen Flug oder für den Miles & More Worldshop lohnen, ist übrigens auch so eine Frage für sich – bei uns war die Antwort seit dem ersten Flug nach Kalifornien klar, weil ein Flug für vier Personen einfach mehr wert ist als ein Katalogprodukt aus dem Worldshop.

Kurz vor der endgültigen Buchung ist mir fast noch ein Fehler unterlaufen. Ich hatte eine Verbindung über eine Partner-Airline im Blick, bei der der Kinderrabatt gar nicht galt, und wollte schon bestätigen. Meine Erfahrungen mit der Miles and More Hotline bei Buchungsproblemen stammen genau aus so einem Moment – dem Anruf, bei dem ich noch einmal nachgefragt habe, bevor ich das Feld tatsächlich bestätigt habe.

Premium-Economy-Sitz der Lufthansa mit Kinderreisekissen, gebucht über Prämienflüge mit eingelösten Meilen

Zwei Wege zur Familienreise nach Asien abwägen

Wenn ich die zwei Wege heute nebeneinanderlege, sieht die Sache für uns so aus: Vier Plätze in der reinen Economy funktionieren nur, wenn man buchstäblich am Tag der Freischaltung sucht, fast ein Jahr vorher, und selbst dann bleibt es für Familien mit Schulkindern ein Glücksspiel. Die Premium Economy mit Kinderflugprämie braucht mehr Meilen pro Person, gibt einem dafür aber deutlich mehr zeitlichen Spielraum bei der Suche und am Ende die Sicherheit, wirklich zu viert nebeneinander zu sitzen. Es fühlt sich ein bisschen an wie das lange Sparen auf ein großes Geburtstagsgeschenk – man weiß genau, wonach man sucht, aber der richtige Moment kommt nicht auf Bestellung.

In meinem Notizbuch stehen inzwischen auch Dinge, die mit dieser Buchung nichts zu tun hatten, aber am Rand mitgelaufen sind: dass Statusmeilen und Prämienmeilen zwei ganz unterschiedliche Konten sind, dass Meilen irgendwann verfallen können, wenn ein Konto zu lange stillsteht, und dass man Punkte aus Programmen wie Payback oder Amex grundsätzlich zu Miles & More transferieren kann. Für unsere Tokio-Buchung war nichts davon entscheidend, aber ich schreibe es trotzdem auf, für die Seite im Buch, die noch offen ist. Genauso wenig haben wir diesmal Meilen dazugekauft oder die Meilengutschrift von einem Mietwagen-Partner nachverfolgen müssen – auch das sind Themen, die bei uns erst noch kommen.

Falls Tokio doch noch kippt, weil ein Kind krank wird oder sich die Schulferien verschieben, habe ich mir vorher genau angeschaut, wie flexibel diese Buchung überhaupt ist. Was es bedeutet, wenn man einen Lufthansa-Meilenflug stornieren oder umbuchen muss, habe ich mir vorsichtshalber schon vorher notiert, auch wenn wir es für diese Reise hoffentlich nicht brauchen.

Ausgedruckte Prämienflug-Bestätigung nach Tokio neben Kindersonnenbrille und Spielzeugflugzeug, Ergebnis der Asien-Planung mit Miles & More

Meine alte Studienfreundin Reinhild, die längst in Hamburg lebt, wollte nach unserem Telefonat nur ein Foto von der Buchungsbestätigung – für ihr eigenes Handy-Album, in dem sie seit Jahren meine Bordkarten sammelt.

Wenn ich in Gedanken schon in der Lounge B1 sitze, mit dieser kühlen, leicht nach Kaffee riechenden Luft direkt hinter der Sicherheitskontrolle, fällt mir das ganze Rechnen davor gleich leichter.

Die alte Bordkarte von Sitz 32H klebt seit diesem Buchungsabend noch fester in meinem Notizbuch als vorher – ein Beweis dafür, dass wir uns das nicht geschenkt, sondern mit eigenen Meilen bezahlt haben.

Angefangen hat das Ganze vor Jahren mit einem simplen Sign-up-Bonus auf eine Kreditkarte, wie man damit als Familie einsteigt, ist aber eine andere Geschichte als diese hier. Für Tokio bleibt jetzt nur noch, die freie Seite im Notizbuch zu füllen – welche Lounge, welche Sitze, wie viele Meilen für die nächste Familienreise nach Asien schon wieder zusammenkommen.