Bordkarten Tagebuch

Lufthansa Meilenflug stornieren oder umbuchen: Tipps und Kosten für Familien

Lufthansa Meilenflug stornieren oder umbuchen – Miles and More Bordkarten einer Familienreise in der Premium Economy
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Die Warteschleifenmelodie der Miles & More Hotline läuft zum vierten Mal von vorne, während ich am Flaucher an der Isar auf und ab laufe, das Handy fest ans Ohr gepresst. Stornieren oder umbuchen: Bei einer Familienreise mit Prämienflug in der Premium Economy klingt das für die meisten erstmal nach einem Albtraum aus verlorenen Meilen und explodierenden Gebühren. Genau das ist der Mythos, der mir in dieser Warteschleife gerade zum wiederholten Mal widerlegt wird.

Wahr ist etwas viel Nüchterneres: Miles & More rechnet pro Person eine feste Gebühr, egal ob du stornierst oder umbuchst – kein Kulanz-Roulette, keine geheime Formel. Sortiert habe ich unser eigenes Meilen-Chaos damals unter anderem mit dem Meilen Master, der mir half, überhaupt zu verstehen, wonach ich in den Miles & More Bedingungen suchen musste.

Der Mythos vom teuren Stornieren bei Miles & More

Unsere eigene Buchung war der Prämienflug nach San Francisco, Sommer 2024 – vier Tickets in der Premium Economy, Plätze 24D bis G, 280.000 Meilen für die vier Tickets. Noch bevor wir losgeflogen sind, mussten wir einmal umbuchen, weil sich unser Reisezeitraum verschoben hat. Die Angst vorher: dass die Meilen und die schon gezahlten Steuern und Gebühren einfach im System verschwinden.

Taten sie nicht.

Die eigentliche Buchung eines Prämienflugs ist noch mal ein eigenes Kapitel, das ich woanders ausführlicher aufgeschrieben habe – hier geht es nur um das, was danach passiert, wenn der Plan kippt. Ob sich der ganze Meilen-Aufwand am Ende überhaupt lohnt, siehst du in meinem Vergleich Lufthansa Meilen im Worldshop vs. Prämienflüge. Spoiler: Die Flüge gewinnen bei uns fast immer.

Handschriftliche Notizen zu Miles and More Stornierung und Umbuchungsgebühr im Bordkarten-Notizbuch für die Familienreise

Umbuchen oder stornieren: Was kostet was?

Miles & More berechnet 50 Euro Umbuchungsgebühr pro Person, egal ob Kind oder Erwachsener. Bei uns zu viert macht das 200 Euro. Storniert man komplett, fällt dieselbe Gebühr an, dafür kommen die restlichen Steuern und Gebühren sowie sämtliche Meilen zurück aufs Konto. Winold, eine Forum-Bekanntschaft aus der deutschen Vielflieger-Szene, weist bei praktisch jeder Gelegenheit auf die Steuer- und Gebührenlast bei Miles & More hin, und ganz unrecht hat er nicht, wenn man wie wir mit rund 1.500 Euro Steuern und Gebühren kalkuliert.

Wie genau man diese Steuern und Gebühren im Vorfeld für vier Personen durchrechnet, ist ein Thema für sich. Und wie lange zurückgebuchte Meilen überhaupt gültig bleiben, bevor sie verfallen, auch.

Vier Plätze in der Premium Economy zu finden ist das eigentliche Nadelöhr

Das eigentliche Problem war ohnehin nicht das Geld. Es war der Platz. Ich habe es sogar mit vier Economy-Sitzen nebeneinander versucht, in der Annahme, dass sich dort leichter etwas findet als in der Premium Economy – drei Monate vor Abflug war dort schon nichts mehr frei. Für Familien, die sich an Schulferien-Terminen orientieren müssen, ist genau das der Engpass, über den ich an anderer Stelle noch ausführlicher schreibe.

Jemand aus der Community schlug mir vor, es über ein Companion-Award-Modell zu versuchen, was für uns als vierköpfige Familie aber nicht wirklich passte. Am Ende habe ich auch geschaut, ob eine Partner-Airline aus dem Star-Alliance-Verbund freie Plätze hatte – ebenfalls ein eigenes Thema für sich. Wirklich geholfen hat mir am Ende, in Ruhe mit dem Meilen Master noch mal durchzugehen, wonach ich in der Buchungsmaske überhaupt suchen musste, statt panisch zu klicken.

Für alle, die noch tiefer in Business- und First-Class-Strategien einsteigen wollen, gibt es Kurse wie Luxury Travel Hacking – für uns als vierköpfige Familie war aber schon die gerettete Premium Economy ein Erfolg, den ich mir ins Notizbuch geschrieben habe.

Lohnt sich das Umbuchen für deine Familienreise?

Angefangen hat bei uns alles mit dem Willkommensbonus einer Kreditkarte, die mir 2022 eine Kollegin empfohlen hat – ohne große Strategie dahinter, einfach ausprobiert.

Als Ehepaar mit zwei Kindern ist das Zusammenlegen der Meilen auf einem Familienkonto bei uns unkompliziert – kompliziert wird es angeblich erst, wenn Konten getrennt geführt werden, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Der Moment, der mir aus der ganzen Aktion am meisten hängen geblieben ist: Mitten im Chat mit dem Kundenservice blinkte auf einmal ein Upgrade-Angebot auf meinem Bildschirm auf, während mein Mann über meine Schulter schaute und nur fragte, ob das jetzt wirklich für uns sei. Wie so ein Upgrade mit Meilen im Detail funktioniert, ist noch mal ein eigener Beitrag – hier reicht der Moment am Bildschirm.

Meiner alten Studienfreundin Reinhild, die inzwischen in Hamburg lebt, erzähle ich solche Geschichten öfter. Sie plant ihren ersten eigenen Meilenflug jetzt seit zwei Jahren und kommt einfach nicht ins Handeln – genau solche Umbuchungs-Geschichten bringen sie dann wieder ein Stück näher an die Buchung, glaube ich. Wer wissen will, ob sich zusätzlich ein Vielflieger-Status lohnt, findet mehr dazu in Lohnt sich der Miles and More Frequent Traveller Status für Familienreisen?

Manche in der Community übertragen zusätzlich Punkte aus Partnerprogrammen auf ihr Miles & More Konto, um schneller genug für vier Tickets zusammenzubekommen – bei uns lief bisher alles klassisch über die eine Kreditkarte.

Bevor du deinen nächsten Meilenflug buchst

Was ich jeder Familie mitgeben würde, die gerade zum ersten Mal vor einer Umbuchung steht: Storniere nicht am Tag des Abflugs, wenn es sich vermeiden lässt, sondern spätestens 24 Stunden vorher – das spart Nerven und manchmal zusätzliche Gebühren. Halte außerdem deine Buchungscodes sowie die Meilennummern der Kinder griffbereit, bevor du in der Warteschleife landest.

Wenn ich an unseren nächsten Abflug denke, höre ich schon fast das Quietschen der Kofferrollen auf dem Betonboden im langen Terminalgang in Frankfurt – ein Geräusch, das sich bei uns inzwischen fast wie der Start des eigentlichen Urlaubs anfühlt. Die Entscheidung, ob wir umbuchen oder stornieren, treffen wir mittlerweile ähnlich nüchtern wie die Wahl eines Geburtstagsgeschenks: lieber einmal in Ruhe vergleichen, als hinterher etwas zu bereuen, das sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Falls du noch ganz am Anfang stehst und noch nicht auf 280.000 Meilen sitzt: Das ist völlig okay, wir haben auch mal mit einem einzelnen Bonus angefangen, ohne zu wissen, was wir damit sollen. Ein guter Einstieg kann sein, dich erst mal mit Gabelflüge mit Meilen zu buchen vertraut zu machen, bevor die erste große Familienbuchung ansteht. Der eigentliche Mythos war ohnehin nie das Geld – es war die Angst, überhaupt etwas falsch zu machen. Und die ist, zumindest bei Stornierung und Umbuchung, unbegründet.