Bordkarten Tagebuch

Gabelflüge mit Meilen buchen für abwechslungsreiche Roadtrips mit Kindern

Gabelflug-Optimierung für einen Familien-Roadtrip: Miles-and-More-Reiseroute für einen Gabelflug mit Kindern planen

Bei einem Familien-Roadtrip in den USA fährst du oft denselben Straßenabschnitt zweimal – nur weil der Rückflug vom selben Flughafen losgeht wie der Hinflug. Genau um dieses eine Problem geht es bei der Gabelflug-Optimierung, für die wir unsere Miles & More Meilen genutzt haben, inklusive ein paar Premium-Economy-Tipps, die sich für unseren Familien-Roadtrip als nützlich erwiesen haben.

Ein Gabelflug bedeutet, an einem Ort zu landen und von einem anderen wieder nach Hause zu fliegen – die Strecke dazwischen legt man selbst zurück, bei uns mit dem Mietwagen. Bei einem Gabelflug verlangt Miles & More oft genau so viele Meilen wie für einen klassischen Hin- und Rückflug, solange beide Orte in derselben Meilenzone liegen.

Bei uns war das FRA-SFO LH 454, Sitz 32H in der Premium Economy auf der A340-600, im Sommer 2024. Für vier Bordkarten in dieser Klasse haben wir 280.000 Meilen eingelöst, dazu kamen etwa 1.500 Euro Steuern und Gebühren für die ganze Familie.

Gabelflug-Optimierung: was die Meilenzone mit dem Familienpreis zu tun hat

Für einen Nordamerika-Flug in der Premium Economy verlangt Miles & More normalerweise 80.000 Meilen pro Erwachsenem für Hin- und Rückflug. Kinder zwischen 2 und 11 Jahren bekommen 25 Prozent Rabatt auf den Meilenpreis, macht 60.000 Meilen pro Kind. Zwei Erwachsene und zwei Kinder – schon sind es wieder die 280.000 Meilen, die auch unsere erste Buchung gekostet hat.

Gabelflug-Optimierung: Hand zeichnet die Bodenstrecke eines Familien-Roadtrips zwischen Seattle und San Francisco auf der Landkarte ein

Seattle und San Francisco liegen beide in derselben Nordamerika-Zone – der Punkt, an dem sich das Umplanen für uns überhaupt gelohnt hat.

Die Bodenstrecke darf nie länger sein als der Flug

Es gibt eine Faustregel für Gabelflüge: Die Strecke, die man am Boden zurücklegt, darf nicht länger sein als die geflogene Distanz. Bei einer Reise über Frankfurt nach Seattle und zurück ab San Francisco ist das kein Problem – der Pazifische Nordwesten ist groß, aber eben nicht so groß, dass die Regel kippt.

Der Sign-up-Bonus unserer Kreditkarte war vor Jahren der Auslöser für das ganze Meilenkonto, und seit die Kinder mit im Familienkonto gepoolt sind, wächst der Kontostand für so etwas schneller. Wie genau sich die Steuern und Gebühren bei einer solchen Buchung zusammensetzen, habe ich an anderer Stelle im Detail durchgerechnet – hier reicht der Hinweis, dass sie ein echter Teil der Kalkulation sind, kein Kleingedrucktes.

Warum blieb am Ende nur der Anruf beim Service Center?

Die Online-Suche bei Miles & More zeigt kombinierte Gabelflug-Routen nicht zuverlässig an, selbst wenn beide Einzelflüge separat verfügbar sind. Für Standard-Prämienflüge gilt außerdem eine Grenze von maximal zwei Flugsegmenten pro Richtung – München–Frankfurt–Seattle war also erlaubt, nur musste ich die Kombination am Telefon nachbauen lassen.

Miles-and-More-Buchung eines Gabelflugs am Telefon, Notizbuch mit Premium-Economy-Tipps für den Familien-Roadtrip im Vordergrund

Am anderen Ende der Leitung baute die Kollegin vom Service Center die Flüge manuell zusammen, Segment für Segment, fast wie ein Puzzle, bei dem man hofft, dass kein Teil fehlt. Dass ausgerechnet in den Schulferien die Verfügbarkeit für Prämiensitze am knappsten ist, weiß inzwischen jede Familie, die das einmal versucht hat.

Ein Umweg, den ich nicht wiederholen würde: Kurz vor der Buchung habe ich versucht, am Flughafen-Schalter spontan ein Last-Minute-Upgrade für uns alle zu bekommen, um mir die ganze Gabelflug-Rechnerei zu sparen. Ausverkauft, jedes einzelne Mal – an dem Schalter offenbar immer.

Rechne mit einer Alternative, bevor du das Meilen-Konstrukt gefährdest

Fehlt die Verfügbarkeit für den Rückflug ab San Francisco, aber ab Los Angeles ist noch etwas frei, lohnt sich manchmal ein separater, günstiger Inlandsflug in den USA mehr, als die ganze Gabelflug-Buchung am Telefon neu zusammensetzen zu lassen. Das ist die Faustregel, die ich inzwischen anwende, bevor ich überhaupt beim Service Center anrufe. Wir haben früher auch schon mal Meilen durch Versicherungswechsel gesammelt, um das Konto für solche Fälle aufzufüllen.

Falls mal ein paar tausend Meilen für so ein Vorhaben fehlen: Wir haben unser Konto auch schon mit Bundle and Go Aktionen aufgestockt, als uns für die Kinder-Tickets noch etwas fehlte. Es gibt noch mehr Stellschrauben, über die ich an anderer Stelle ausführlicher schreibe – Companion Award, Prämienflüge über Partner-Airlines im Star-Alliance-Netz, wie sich der Einlösewert im Vergleich schlägt oder wie man verhindert, dass Meilen einfach verfallen, bevor man sie einlöst.

Am Ende waren es 800 Kilometer, die wir nicht noch einmal gefahren sind

Die Bestätigung kam, vier Plätze in der Premium Economy, und im Ergebnis stand ein Wert, der uns am Ende wichtiger war als jede Meilenzahl: 800 Kilometer Autofahrt, die wir uns gespart haben, weil wir nicht zum Ausgangspunkt zurückmussten.

Reisekissen auf einem Premium-Economy-Sitz vor einem Miles-and-More-Familien-Roadtrip mit Kindern

Meine Tochter klappte das Tablett auf, sah die extra gefaltete Stoffserviette neben dem Brötchen liegen und sagte nur ein einziges, leises Wow. Genau dieser Moment war es, für den sich die ganze Telefoniererei gelohnt hat.

In der Lounge B1 vor dem Abflug war die klimatisierte Luft nach der Sicherheitskontrolle kühl und roch schwach nach Filterkaffee, während mein Sohn mit Kopfhörern schon in Sitz 32H saß und wartete.

Eine Freundin von mir trainiert gerade für den München-Marathon und sammelt ihre Kilometer Woche für Woche, ganz ohne Abkürzung. Meilen sammeln für einen Familien-Roadtrip fühlt sich für mich manchmal genauso an, nur dass am Ende ein Flug statt einer Ziellinie wartet – ein bisschen wie samstags über den Viktualienmarkt zu gehen und genau zu wissen, an welchem Stand man vorbeigeht, statt ziellos zwischen allen hin- und herzulaufen.

Gabelflüge lohnen sich bei uns immer dann, wenn die Rückreisestadt in derselben Meilenzone liegt, aber weit genug vom Startpunkt entfernt ist, dass sich der Umweg über den Boden nicht lohnen würde. Darunter rechnet sich die ganze Telefoniererei für uns meistens nicht.