
Zwölf Jahre ist die Altersgrenze für den Lufthansa Family Check-in am Flughafen München – unsere Zehnjährige hat die Marke gerade noch so mitgenommen. Diese Zahl ging mir ausgerechnet an diesem chaotischen Samstagmorgen durch den Kopf, während wir uns als komplette Familienreise-Truppe Richtung Terminal 2 geschoben haben. Für unsere kleine Meilen-Strategie war der Tag ohnehin ein Prüfstein: 280.000 Meilen stecken in den vier Premium-Economy-Bordkarten für Frankfurt nach San Francisco, die wir heute zum ersten Mal wirklich einlösen.
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Unser Samstagmorgen war ziemlich chaotisch, bevor wir das Terminal überhaupt erreicht haben
Der Morgen in unserer Wohnung lief, sagen wir mal, energiegeladen. Ein höfliches Wort dafür, dass ich versucht habe, zwei Jahre Meilen-Träume in vier Koffer zu quetschen, während mein Mann, der Ingenieur in ihm liebt Effizienz und hasst Zeitdruck, den Kindern erklärt hat, warum nicht noch drei weitere Kuscheltiere ins Handgepäck passen. Geflogen wird heute FRA-SFO mit der LH 454, nur der Zubringer startet eben hier in München.
Seit diesem ersten Bonus von 30.000 Meilen, den wir 2022 nach der Empfehlung einer Kollegin bekommen haben, habe ich zwei Jahre ohne echten Plan gesammelt. Erst in diesem Sommer haben wir es ernst gemeint: 280.000 Meilen für vier Plätze in der Premium Economy, inklusive etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf. Keine First Class, aber für uns fühlt sich das gerade nach dem größten Erfolg überhaupt an. Wie man als vierköpfige Familie an so einen gemeinsamen Prämienflug kommt, ist eine eigene lange Geschichte, die ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben habe.
Bevor wir überhaupt ins Auto gestiegen sind, haben wir noch schnell am Viktualienmarkt belegte Brötchen für die Fahrt geholt – die einzige ruhige Minute des ganzen Morgens. Eine Freundin von mir trainiert gerade für den München-Marathon, und wenn sie von ihrem stumpfen Wochenplan erzählt, denke ich oft: genau so fühlt sich das Meilen-Sammeln auch an. Kleine, witzlose Wiederholung über Monate, bis am Ende doch eine ganze Familie damit nach San Francisco fliegt.

Schalter 425 bis 429 am Flughafen München
In München ist der Lufthansa Family Check-in im Terminal 2 auf Ebene 4 schwer zu übersehen. Vor den riesigen Abflugtafeln muss man sich eigentlich nur an den lebensgroßen Figuren von Lu und Cosmo orientieren. Die Schalter 425 bis 429 sind Familien mit Kindern bis zwölf Jahren vorbehalten – genau die Grenze, die unserer Zehnjährigen gerade noch gereicht hat. Früher hätte ich dieses Detail komplett überlesen, heute, mit dem Bordkarten-Notizbuch unter dem Arm, sauge ich es förmlich auf.
Während wir in der Schlange standen – die übrigens deutlich kürzer war als die bei den Automaten – wühlte ich kurz panisch im Rucksack nach den Pässen der Kinder. Mein Mann hatte sie der Dame am Schalter natürlich schon längst gegeben. Klassiker. Dafür passierte etwas Schönes: Die Kinder bekamen eine eigene kleine Bordkarte für ihre Stofftiere, und der Stresspegel der beiden sank praktisch auf null.
Wir reisen in der Premium Economy mit einer Freigepäckmenge von 2 x 23 Kilo pro Person – purer Luxus, wenn man bedenkt, wie wir früher jeden Zentimeter im Koffer berechnet haben. Als die Dame am Schalter die glänzenden Premium-Economy-Anhänger an unsere Koffer band, merkte ich, wie meine Schultern ein Stück weiter runtergingen. Es ist offiziell: Wir fliegen wirklich.
Der Family Check-in für Alleinreisende mit Kindern: Die Unterschiede
Direkt neben uns stand ein Vater mit zwei Kleinkindern, vermutlich noch im Buggy-Alter, während unsere Koffer aufs Band rutschten. In vielen Foren liest man Tipps wie "Nutze lieber den Automaten, das geht schneller" – Unsinn, wenn niemand da ist, der das Gepäck im Auge hat, während man ein Kind zur Toilette bringt oder den Buggy zusammenklappt.
Am Family Check-in in München ist das Personal genau darauf eingestellt. Die Wartebereiche sind breiter, es gibt kleine Treppchen, damit Kinder den Monitor sehen können, und niemand verdreht die Augen, wenn das Auspacken des Reisepasses drei Sekunden länger dauert. Wer noch ziemlich am Anfang der eigenen Meilen-Strategie steht, findet im /try/main einen Einstieg, der genau solche Abläufe für Familien erklärt, ohne sich in Details zu verlieren. Dass heute überhaupt vier Plätze in der Premium Economy frei waren, hat sicher auch damit zu tun, dass wir bewusst außerhalb der bayerischen Ferien-Stoßzeiten gebucht haben, wenn Prämiensitze eher zu bekommen sind.
Zweimal haben wir in der Vergangenheit versucht, direkt am Schalter ein Last-Minute-Upgrade mit Meilen zu kaufen – beide Male war die bessere Kategorie schon ausverkauft, bevor wir den Preis überhaupt gehört haben. Wie ein Upgrade mit Meilen wirklich funktioniert, wenn es mal klappt, ist nochmal ein eigenes Kapitel für sich.

Kleinigkeiten notieren, die sonst niemand aufschreibt
Das Terminal 2 ist ein Gemeinschaftsprojekt von Lufthansa und dem Flughafen München, und genau das merkt man am Servicelevel hier – kein Vergleich zu den reinen Self-Service-Bereichen. Der PriorityPass, den ich über meine Kreditkarte habe, hat uns heute außerdem in die Lounge B1 gebracht, was die Zeit bis zum Boarding ziemlich entspannt hat.
Während die Kinder dort die Kekse begutachtet haben, musste ich kurz an unseren letzten Rückflug denken – wie mein Handy mitten in der Nacht nach der Landung leise auf dem Nachttisch vibriert hat, einfach weil die Meilen schon gutgeschrieben waren, bevor ich überhaupt richtig wach war. Acht Wochen vor diesem Flug habe ich angefangen, für jedes Kind eine eigene kleine Liste zu führen – Pass, Lieblingskuscheltier, Kopfhörer, abgehakt statt bloß gehofft. Bis zu dieser achten Woche lief das Durchzählen am Morgen spürbar ruhiger als bei den Reisen davor. Wer noch ganz am Anfang seiner eigenen Liste steht, findet in der Handgepäck Packliste für Kinder einen guten Ausgangspunkt.
Der Check-in ist der eigentliche Start der Reise
Man könnte sagen: Check-in ist nur Check-in. Für mich, die mit dem strategischen Sammeln viel zu spät angefangen hat, ist dieser Samstagmorgen trotzdem ein kleiner Beweis, dass Dranbleiben sich lohnt. Ich denke noch immer an die Kollegin von 2022 zurück und daran, wie lange es gedauert hat, bis aus ihrem Tipp wirklich eine Reise wurde.
Dieses Mal haben wir uns bewusst gegen das Parken am Flughafen München mit Meilen entschieden und sind stattdessen mit der S-Bahn gekommen, um die Meilen für das nächste große Ziel zu sparen. Vielleicht wird es ja irgendwann die Business Class. In meinem Notizbuch habe ich schon eine Seite für die Travel Hacking Strategie für Familien reserviert.

Gleich geht es weiter zum Gate, und Sitz 32H wartet schon auf mich. Im Tablett der Premium Economy liegt eine echte Stoffserviette statt Plastik – ein kleines Detail, das nach zwei Jahren ziellosem Sammeln plötzlich greifbar wirkt. Noch am Gate habe ich die Bordkarte vorsichtig ins Notizbuch geklebt und kurz gedacht: Die hier haben wir uns wirklich selbst erflogen, mit unseren eigenen Meilen, nicht mit Glück. Falls du das Gefühl hast, bei den Meilen spät dran zu sein: Die eigentliche Lektion aus diesem Samstagmorgen ist nicht die große Business-Class-Buchung, sondern die kleine Checkliste, die am Ende mehr bringt als jedes große Versprechen. Wer einen Startpunkt sucht, ohne hundert Blogs zu lesen, findet im /try/main einen vernünftigen Anfang.
Bis zum nächsten Eintrag aus San Francisco!