Bordkarten Tagebuch

Lufthansa Business Class mit Kindern: Warum wir upgraden statt Premium Economy

Lufthansa Business Class mit Kindern: flacher Sitz als Sinnbild für unsere Familien-Meilen-Strategie beim Umstieg von der Premium Economy

Die beste Familien-Meilen-Strategie bringt wenig, wenn 30.000 geschenkte Meilen ungenutzt auf dem Konto liegen bleiben.

Kurzer Hinweis vorab: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Klickst du darauf und kaufst etwas, bekomme ich eine kleine Provision – am Preis für dich ändert das nichts. Verlinkt ist hier ausschließlich der Meilen Master, das Tool, das unserer vierköpfigen Familie tatsächlich geholfen hat, aus dem Meilen-und-Gebühren-Chaos einen Plan zu machen.

Der Premium-Economy-Mythos vor dem Sprung in die Lufthansa Business Class

Zwei Jahre lang habe ich Meilen gesammelt, ohne einen echten Plan zu haben. Im Sommer 2024 habe ich dann zum ersten Mal richtig eingelöst: 280.000 Meilen für vier Tickets in der Premium Economy, Frankfurt nach San Francisco, LH 454, mein Platz war 32H. Dazu kamen etwa 1500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf.

Klang nach dem großen Wurf – bis ich nachgerechnet habe, was für denselben Steuerbetrag in der Business Class möglich gewesen wäre. Der Mythos, an den ich lange geglaubt habe: Premium Economy sei für Familien mit Meilen automatisch die vernünftigere, sicherere Wahl. Business Class dagegen nur etwas für Leute mit Meilenkonten, von denen man selbst nur träumen kann.

Vergleichbar ist das mit einem Geburtstagsgeschenk, bei dem man ewig spart und sich am Ende doch für die günstigere Variante entscheidet, obwohl das bessere Geschenk kaum mehr gekostet hätte. Genauso ist es mit Meilen: Wer nur auf die Meilenzahl schaut und die Steuern und Gebühren dabei ignoriert, wählt oft die scheinbar sichere, aber schlechtere Option.

Zahlt man in der Business Class wirklich drauf?

Die Antwort ist ernüchternd: kaum. Die Zuzahlung für Steuern und Gebühren ist bei Prämientickets in der Business Class oft nahezu identisch mit der in der Premium Economy – der Unterschied steckt fast nur in der Anzahl der Meilen, nicht im Bargeldanteil.

Angefangen hat das alles 2022 mit 30.000 Meilen Startbonus von der ersten Kreditkarte, ein Tipp meiner Kollegin Elvira Schrank, die selbst kurz zuvor ihren eigenen Bonus abgeholt hatte. Seitdem sitzen wir im selben Büro-Cluster und tauschen uns über jede Dienstreise aus.

Kaum hielt ich die vier Bordkarten für San Francisco in der Hand, schickte ich Elvira ein Foto davon – prompt kam ihre Antwort zurück, mit der Frage, wie viele Meilen wir jetzt wohl noch übrig hätten.

Nahaufnahme einer Lufthansa Bordkarte nach San Francisco neben einem Spielzeugflugzeug – Erinnerung an unsere erste Familien-Meilen-Strategie

32 Kilo statt 23 Kilo verändern die Rechnung am Check-in

Für eine Mutter von zwei Kindern klingt das banal, ist es aber nicht. In der Business Class darf jeder von uns zwei Gepäckstücke bis 32 Kilo mitnehmen, in der Premium Economy waren es nur 23 Kilo pro Koffer. Wer am Check-in in München schon mal Wanderschuhe und Spielzeugautos zwischen drei Koffern hin- und hergeschoben hat, um die Grenze nicht zu reißen, weiß, wovon ich rede.

Am Family-Check-in-Bereich der Lufthansa in München oder Frankfurt geht das inzwischen fast immer schneller als am normalen Priority-Schalter. Der leicht scharfe Geruch von frischer Druckertinte, wenn die Bordkarte aus dem Automaten rutscht, gehört für mich mittlerweile zum Start jeder Reise dazu. Ob dafür eher die Amex Platinum oder Lufthansa Kreditkarte taugt, habe ich lange abgewogen – für den reinen Meilen-Fokus bei Miles & More bleibt bei uns die Lufthansa-Karte im Einsatz.

Der Kinderrabatt, den viele beim Meilen-Sammeln mit Kindern übersehen

Kinder zwischen 2 und 11 Jahren bekommen bei Miles & More einen Meilenrabatt von 25 Prozent auf Prämientickets – ein Detail, das die Business Class für Familien plötzlich viel näher rückt. Bei uns landen die Meilen von allen vier Familienmitgliedern automatisch in einem gemeinsamen Pool, sonst wären die 280.000 Meilen nie zusammengekommen. Zusätzlich achte ich inzwischen darauf, dass wir auch Meilen beim Essengehen mitnehmen, damit zwischen zwei großen Reisen nicht wieder gefühlt bei null angefangen wird.

Jahrelang habe ich meine Payback-Punkte nur für Benzin und den Wocheneinkauf eingelöst, nie für Flüge – schlicht, weil mir nie klar war, dass beides überhaupt zusammenhängt. Meilen verfallen außerdem, wenn auf dem Konto zu lange gar nichts passiert, ein zusätzlicher Grund, sie nicht endlos liegen zu lassen. Eine Leserin aus Düsseldorf, Cordula Wenk, schrieb mir vor Kurzem, sie sammle schon fast zehn Jahre Miles-&-More-Meilen und habe noch keinen einzigen Flug damit eingelöst – derselbe Reflex wie bei meinen Payback-Punkten, nur mit größeren Zahlen.

Espresso in einer Flughafen-Lounge mit gemütlichen Sesseln im Hintergrund – kurze Pause beim Meilen-Sammeln mit Kindern

Sitzpläne genau prüfen, bevor man bucht

Moderne Business-Class-Sitze sind oft kleine Privatkapseln, was für Geschäftsreisende ein Traum, für Eltern nachts aber eher ein Problem ist. Wenn ein Kind unruhig wird, kommt man nicht eben mal schnell rüber, um die Decke zu richten. Die eigentliche Prämienflug-Buchung läuft technisch wie jede andere Buchung ab, nur dass am Ende das Meilenkonto belastet wird statt der Kreditkarte – wichtig wird sie erst, wenn man vorher die Sitzpläne über die Lufthansa App oder SeatGuru genau geprüft hat.

Auf der A340-600 suchen wir gezielt nach Mittelsitzen, damit wir zumindest paarweise nah beieinandersitzen. Das erste Mal, wenn sich der Sitz in die volle Liegeposition fährt – eine Bettlänge von 198 Zentimetern –, ist trotzdem jedes Mal wieder ein besonderer Moment. Die Verfügbarkeit für vier Plätze in den Schulferien ist dabei ein eigenes Kapitel für sich, wer da erst eine Woche vorher sucht, hat meistens schon verloren. Das ist übrigens etwas anderes als ein nachträgliches Upgrade mit Meilen auf einem bereits bezahlten Ticket, das ist nochmal eine eigene Geschichte für sich. Um Statusmeilen für den Senator-Status geht es mir dabei ohnehin nicht, uns interessieren nur die Prämienmeilen für echte Bordkarten.

Wie wir die Meilen-Lücke geschlossen haben

Nach dem SFO-Trip war klar: Ich wollte verstehen, wie man Meilen nicht nur sammelt, sondern gezielt einsetzt. Dafür habe ich mir den Meilen Master geholt – weniger, um noch mehr Meilen zu sammeln, sondern um endlich zu begreifen, wie man die vorhandenen klug verteilt.

Dabei haben wir gelernt, dass Lufthansa Meilenschnäppchen für Familien oft der eigentliche Schlüssel sind, wenn man zeitlich etwas flexibel bleibt. Statt 70.000 Meilen pro Kopf für Premium Economy – wie bei unserem SFO-Ticket – kostet die Business Class über ein Meilenschnäppchen teilweise nur 55.000 Meilen, für zwei Klassen mehr Komfort. Ich schaue inzwischen grob auf den Einlösewert, bevor ich klicke, allerdings ohne mich in Cent-pro-Meile-Tabellen zu verlieren – das überlasse ich lieber anderen.

Flach gestellter Lufthansa Business Class Sitz mit Decke und Kissen – Ziel unserer Travel-Hacking-Strategie in Deutschland

Ein flaches Bett ist Struktur, kein Luxus

An unserem Schreibtisch in der Altbauwohnung in Schwabing-West fällt das Licht meistens von Nordwesten über den ruhigen Hinterhof herein. Auf dem alten Holzfensterbrett neben dem Laptop stapeln sich mittlerweile drei Notizbücher voller Bordkarten, sortiert nach Reise, und über dem Monitor hängt ein Korkboard mit Kopien und Klebezetteln von jeder neuen Buchung.

Travel Hacking in Deutschland gilt oft als Hobby für Leute mit zu viel Geld und zu viel Zeit. Bei uns ist es das Gegenteil: Struktur für eine Familie, die keine Lust mehr hat, gerädert nach elf Stunden Flug auch noch um den Mietwagen zu kämpfen. Business Class mit Kindern ist machbar, sobald man aufhört, nur passiv zu sammeln, und anfängt, die Regeln tatsächlich zu nutzen. Falls du selbst noch am Anfang stehst: Der Meilen Master ist der Punkt, an dem bei uns aus wildem Sammeln ein Plan wurde.