Bordkarten Tagebuch

Einfache Strategien zum Meilen sammeln für Familien ohne viel Aufwand

Einfache Strategien zum Meilen sammeln für Familien im Alltag – Miles & More Familienreisen ohne viel Aufwand

Elvira bucht den günstigsten Economy-Sitz und zahlt bar, ich sammle seit Jahren für eine einzige große Prämienbuchung – zwei völlig verschiedene Strategien für dasselbe Ziel: Familienreisen, ohne dass das Budget aus dem Ruder läuft. Sie ist UX-Kollegin, sitzt im selben Bürocluster wie ich, und ein Vielfliegerprogramm war für sie nie ein Thema. Bei mir sind aus zwei Jahren Payback-Punkten, Tankquittungen und Supermarktbons irgendwann vier Bordkarten für die Premium Economy auf der A340-600 nach San Francisco geworden – Flug LH 454, Sitz 32H, 280.000 Meilen bei Miles & More für die ganze Familie. Beide Wege bringen eine Familie zum Flughafen, nur einer davon passt zu unserem Alltag mit zwei Kindern in München.

Cordula Wenk hat mir genau diese Frage per E-Mail geschickt, nachdem sie meinen ersten Artikel über den SFO-Flug gefunden hatte. Drei Kinder im Schulalter, derselbe Wunsch nach Premium Economy über den Atlantik – und die Unsicherheit, ob sich das Sammeln im Alltag überhaupt lohnt, wenn man nicht ständig fliegt.

Zwei Antworten, zwei völlig unterschiedliche Haltungen zum Reisebudget.

Zwei Wege, dieselbe Familie

Für Elvira ist die Rechnung simpel: Sie vergleicht Preise, bucht den günstigsten Flug und fertig. Kein Punktesammeln, kein Pooling, keine Kreditkarte, die extra Meilen verspricht. Wenn sie und ihr Mann einmal im Jahr verreisen, zahlen sie den Flug aus der Haushaltskasse, und das war's. Für zwei Erwachsene ohne Kinder, die selten umbuchen müssen, ist das die unkompliziertere Variante.

Bei uns sieht die Gleichung anders aus. Zwei Kinder, ein geplanter Langstreckenflug pro Jahr, und ein Prämienflug, der 280.000 Meilen gekostet hat, plus etwa 1.500 Euro Steuern und Gebühren obendrauf – da lohnt es sich, jeden Monat ein bisschen beizutragen, statt im Ernstfall alles bar zu bezahlen.

Warum haben uns Payback-Punkte jahrelang nichts gebracht?

Jahrelang habe ich Payback-Punkte einfach so eingelöst, wie sie kamen – für Benzin, für den Wocheneinkauf, für irgendeinen Gutschein an der Supermarktkasse. Nie für Flüge. Drei Euro Rabatt beim Bezahlen fühlten sich im Moment gut an, aber das war pures Verschenken von Wert, ohne dass ich es damals überhaupt gemerkt habe.

Payback-Punkte beim Wocheneinkauf scannen als Alltags-Hack fürs Meilen sammeln mit der Familie

Erst als ich angefangen habe, die Punkte aus unserem Payback-Konto stattdessen zu Miles & More zu transferieren, hat sich das geändert. Die Umrechnung ist unspektakulär, aber sie passiert automatisch im Hintergrund, während wir sowieso einkaufen – an der Supermarktkasse, beim Scannen der App, ohne dass ich extra etwas dafür tun muss.

Mein Mann ist beruflich viel unterwegs und tankt entsprechend oft; seit wir auch das über die passenden Partnerprogramme laufen lassen, wächst das Konto fast nebenbei. Die Details dazu habe ich an anderer Stelle aufgeschrieben: Meilen sammeln beim Tanken.

Wie aus Alltag und Pooling ein Meilenkonto wird

Der zweite Baustein ist das Pooling der Kinder-Meilen in einem gemeinsamen Familienkonto bei Miles & More, damit die paar tausend Meilen, die unsere Kinder bei Besuchen bei den Großeltern oder durch kleine Geschenke sammeln, nicht einfach ungenutzt verfallen, sondern direkt in unseren nächsten Flug einfließen.

Kinder zeigen am Laptop auf die Miles & More Meilen-Pooling Übersicht für Familienreisen

Mein Schreibtisch steht am Fenster zu unserem Hinterhof in Schwabing-West, mit Licht, das eher gedämpft von Nordwesten hereinkommt als in hellen Schüben. Über dem Monitor hängen Kopien alter Bordkarten, mehr Erinnerungsstück als Ordnungssystem, und das aktuelle Notizbuch liegt griffbereit auf dem schmalen Holzbrett neben der Tastatur. Jede neue Bordkarte, die ich dort einklebe, ist für mich der handfeste Beweis, dass wir diesen Flug wirklich mit unseren eigenen Meilen bezahlt haben, nicht mit dem Gehalt vom Monatsende. Warum ich mir diese Mühe mache, hat auch damit zu tun, dass der graue Münchner Winter dadurch leichter zu ertragen ist – mehr dazu in Warum ich ein Bordkarten-Tagebuch für unsere Familienreisen führe.

Wann sich welcher Weg wirklich lohnt

Perfekt läuft dabei nichts. Einmal ist mir eine Online-Buchung mitten im Bezahlvorgang einfach weggebrochen, und ich saß danach eine ganze Weile in der Warteschleife der Hotline. Ich habe meine Miles and More Hotline Erfahrungen damals ziemlich ausführlich aufgeschrieben – man braucht in solchen Momenten vor allem Geduld.

Bordkarte und Kaffee in der Lounge als Erinnerung im Reise-Tagebuch nach der Familienreise

Der Kaffee in der Flughafen-Lounge vor dem Rückflug schmeckt inzwischen vertraut, auch wenn der PriorityPass uns nicht immer reinlässt, wenn drinnen schon alles voll ist.

Wenn ihr einmal im Jahr fliegt, die Ersparnis durch Punkte überschaubar bleibt und ihr euch nicht um ein weiteres Konto kümmern wollt, ist Elviras Weg der ehrlichere: einfach den günstigsten Flug buchen, fertig. Wenn ihr dagegen wie wir sowieso jede Woche einkauft, tankt und laufende Kosten über eine Karte abwickelt, dann lohnt sich das passive Sammeln, weil es neben dem Alltag passiert, ohne zusätzlichen Aufwand. Bei uns war das am Ende der Unterschied zwischen einem Economy-Ticket zu viert und vier Plätzen in der Premium Economy über dem Atlantik.