Bordkarten Tagebuch

First Class mit Kindern fliegen: Warum wir jetzt für die ganze Familie planen

First Class mit Kindern fliegen am Münchner Flughafen: Meilen-Strategie für die ganze Familie

Der Rollkoffer des Mädchens vor uns kippt beinahe um, genau am First-Class-Schalter der Lufthansa in Terminal 2 – die Mutter fängt ihn auf, ohne den Blick von ihrem Handy zu heben, auf dem gerade vier digitale Bordkarten laden. Zwei Meter dahinter stehe ich mit unseren eigenen zwei Kindern am Münchner Flughafen und beobachte, wie selbstverständlich das bei anderen aussieht. Genau dieses Bild habe ich vor Augen, seit wir eine richtige Meilen-Strategie für unsere Familie aufbauen – kein großes Travel-Hacking, wie es manche in Deutschland zelebrieren, sondern das beharrliche Sammeln einer Anfängerin beim Meilensammeln, die spät angefangen hat.

Kurzer Hinweis vorweg: Ich verlinke hier Programme, die uns bei der Planung wirklich geholfen haben, und bekomme bei einem Kauf über diese Links eine Provision – am Preis für dich ändert das nichts.

Warum ist First Class für uns überhaupt eine Familienfrage?

Mein Mann, der Ingenieur, wollte zuerst wissen, ob das nicht einfach unnötig teuer sei – „Zu viert?", hat er gefragt, mit demselben skeptischen Blick, den er sonst für schlecht dokumentierte Konstruktionszeichnungen reserviert. Die Antwort liegt vor allem im Gepäck und im Platz: In der First Class steht jedem von uns spürbar mehr Freigepäck zu als in der Economy, und mit zwei Kindern, die für jeden Urlaub gefühlt ihr halbes Zimmer einpacken wollen, ist das keine Spielerei, sondern weniger Stress am Check-in-Schalter.

Genauso wichtig: Niemand muss über Sitzreihen hinweg rufen, wenn ein Kind Hunger hat oder ein Getränk umkippt. Der Raum selbst nimmt einen Teil der Anspannung raus, die sonst jede Langstrecke mit Kindern begleitet.

Nahaufnahme einer Hand, die für die Meilen-Strategie der Familie Reiseerinnerungen und alte Bordkarten in ein Notizbuch klebt.

Meilen-Strategie für die Familie: die Fragen, die uns alle stellen

Seit Kolleginnen und Nachbarn mitbekommen haben, dass wir für vier Bordkarten in der Lufthansa First Class planen, kommen ständig dieselben Fragen. Hier die ehrlichen Antworten – ohne Tabellenkalkulation, dafür mit allem, was bei uns tatsächlich besprochen wird.

Muss man erst Business fliegen, bevor First Class überhaupt infrage kommt?

Nein. Unser bisher einziger echter Meilenflug als Familie ging in der Premium Economy – FRA-SFO, vier Bordkarten, gebucht mit eigenen Meilen plus Steuern und Gebühren obendrauf. Wie diese erste Buchung im Detail ablief, habe ich an anderer Stelle ausführlich aufgeschrieben, hier reicht der Kern: Man braucht keine Business-Erfahrung, um sich an First Class heranzuwagen. Man muss nur verstehen, wie Prämienflüge grundsätzlich funktionieren, und genau dafür gibt es andere Artikel hier auf dem Blog.

Der Sign-up-Bonus war der Einstieg, nicht der Plan

Vier Jahre ist es her, dass eine Kollegin mir von ihrer Lufthansa-Kreditkarte erzählt hat und ich den ersten Sign-up-Bonus abgegriffen habe, ohne wirklich zu wissen, wofür – ein Bonus bringt dich rein ins System, ersetzt aber keinen Plan für eine vierköpfige Familie, die First Class will.

Was passiert, wenn Meilen einfach liegen bleiben?

Genau das ist uns passiert. Nach dem ersten Bonus ist das Konto einfach liegen geblieben – über Jahre, bis irgendwann eine Erinnerungsmail kam, dass ein großer Teil davon bald verfällt. Kein Beinbruch, aber ein Schreckmoment am Küchentisch.

Wie man das systematisch verhindert, ist wieder ein eigenes Thema – bei uns half am Ende nur, das Konto endlich wirklich zu nutzen statt es zu horten.

Als ich kurz darauf einen kleinen Flug tatsächlich komplett mit eigenen Meilen bezahlt habe, ohne Bonus, ohne Umweg, habe ich die Bordkarte noch am Gate ins Notizbuch geklebt.

Meilenkonten in der Familie zusammenlegen

Unsere Nachbarin Luzia Mayr und ich stimmen inzwischen ab, wann wir beide unsere Ferienstart-Buchungen machen – sonst konkurrieren wir am gleichen Tag um dieselben Plätze. Familien-Pooling bei Miles & More heißt, dass man Meilen im Haushalt zusammenlegen kann, und für uns war genau das der Moment, in dem aus meinem einzelnen Konto ein Familienprojekt wurde. Prämienflüge in den Schulferien zu bekommen bleibt dabei die eigentliche Herausforderung, mehr noch als die Meilenzahl selbst.

Braucht man eine Tabelle mit Meilenwert pro Kilometer?

Arndt Feige, ein Kollege meines Mannes, fragt seit dem letzten Sommerfest der Firma regelmäßig nach und will am liebsten eine Tabelle mit dem genauen Meilenwert pro Flugkilometer sehen, bevor er überhaupt etwas bucht. Diese Tabelle kann ich ihm nicht geben – nicht, weil ich sie nicht kenne, sondern weil wir zu Hause nie so entschieden haben.

Wir vergleichen das Meileneinlösen eher mit einer langen Spar-Aktion für den nächsten Familienurlaub als mit einer Kapitalanlage: Fühlt es sich nach dem größten Wurf an, den wir uns dieses Jahr leisten wollen? Wenn ja, buchen wir. Der Einlösewert-Vergleich mit Taschenrechner ist etwas für andere Seiten – bei uns entscheidet am Ende eine Handvoll fester Regeln, kein Excel-Blatt.

Ein Laptop zeigt die Flugbuchung für die Lufthansa First Class während der Meilen-Strategie-Planung am heimischen Schreibtisch.

Statusmeilen, Prämienmeilen und der Unterschied, den niemand erklärt

Status läuft komplett getrennt von den Meilen, die wir für Tickets ausgeben – das eine öffnet Lounges und Prioritäten, das andere kauft die eigentlichen Sitze. Wir jagen aktuell keinem Senator-Status hinterher, weil uns die Bordkarten im Notizbuch wichtiger sind als der Status auf der Karte selbst.

Was ist mit Partnerfluggesellschaften und Punkte-Transfers?

Prämienflüge lassen sich längst nicht mehr nur direkt bei Lufthansa buchen, sondern auch über die Partner-Airlines im Star-Alliance-Verbund – praktisch, wenn die Wunschroute bei Lufthansa selbst ausgebucht ist. Punkte aus anderen Programmen wie Amex oder Payback lassen sich zudem ins Miles-&-More-Konto übertragen, was bei uns schon den einen oder anderen fehlenden Meilenblock aufgefüllt hat.

Upgrades, Meilenkauf und ein paar kleine Stellschrauben

Manchmal muss es kein komplett neues Prämienticket sein – ein Upgrade mit Meilen auf ein bereits gebuchtes Ticket reicht oft schon für mehr Platz mit den Kindern. Manchmal reicht sogar ein Companion Award, bei dem eine zweite Person für einen Bruchteil der Meilen mitfliegt, wenn eine Buchung ohnehin schon steht. Fehlen am Ende ein paar tausend Meilen zur nächsten Klasse, lassen sie sich theoretisch dazukaufen, auch wenn wir das bislang nur einmal gemacht haben, und ab und zu taucht ein echtes Meilenschnäppchen auf, bei dem eine Route plötzlich deutlich günstiger im Punktepreis ist als sonst.

Was, wenn wir stornieren oder umbuchen müssen?

Mit zwei Kindern ändert sich der Plan öfter, als mir lieb ist, und ein Prämienticket lässt sich in der Regel stornieren oder umbuchen – nur eben nicht immer kostenlos, und die genauen Bedingungen schaue ich mir jedes Mal neu an. Wer über die reine Hin- und Rückreise hinausdenkt, kann zudem Stopover oder Gabelflüge einbauen, was wir gerade für einen möglichen Zwischenstopp auf dem Rückweg aus den USA prüfen.

Mietwagen, Versicherung und andere Kleinigkeiten

Auch der Mietwagen für den nächsten Roadtrip läuft inzwischen über einen Partner, bei dem es Meilengutschrift gibt – sofern ich nicht vergesse, die Buchung nachzuverfolgen. Die Kreditkarte selbst bringt außerdem einen Versicherungsschutz mit, den ich anfangs komplett übersehen hatte und erst durch Zufall entdeckt habe.

Wie wir das jetzt systematisch angehen

Für das eigentliche Punktesammeln nutzen wir inzwischen den Meilen Master als eine Art Ordnungssystem für unser Familienkonto – wie sich das für uns konkret angefühlt hat, hier habe ich meine Meilen Master Erfahrungen aufgeschrieben.

Langstrecken folgen dabei einer eigenen Logik: Meilen sammeln für Langstreckenflüge mit Kindern funktioniert anders als für Alleinreisende, die spontan zwei Wochen vorher buchen können.

Größere Lücken in unserem Wissen schließen wir zusätzlich mit dem Luxury Travel Hacking System, vor allem wenn es um die richtige Kreditkarten-Kombination für eine vierköpfige Familie geht.

Der nächste Eintrag in meinem Notizbuch

Das Notizbuch wartet weiterhin auf den nächsten First-Class-Eintrag – nur mit der festen Absicht, dass er irgendwann kommt, nicht mit einem Datum im Kopf. Falls du selbst gerade anfängst und wissen willst, wie das Punktesammeln für deine Familie überhaupt anlaufen kann, schau dir gern den Meilen Master an – für uns war er der erste echte Ordnungspunkt in diesem ganzen Meilen-Durcheinander.