
Vier Bordkarten liegen aufgefächert vor mir, und ich zähle zum dritten Mal die Sitznummern nach, ob unsere Familienreise nach New York wirklich so zusammenpasst, wie ich es mir beim Meilen sammeln ausgerechnet hatte. Zwei Erwachsene, zwei Kinder, ein Flug über Miles & More – und ein Notizbuch, das ich nach dem ersten Buchungsversuch fast zugeklappt und nicht mehr angerührt hätte.
Kurzer Hinweis vorweg: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision – der Preis bleibt für dich exakt gleich. Ich verlinke nur, was mir selbst durch das Meilen-und-Gebühren-Chaos geholfen hat, zum Beispiel den Meilen Master.
New York ist kein zweites San Francisco
Nach der langen Sitzerei mit der A340-600 in Richtung Kalifornien wirkt New York (JFK) mit rund 3850 Meilen ab Frankfurt fast wie ein Katzensprung – kürzer heißt aber nicht einfacher, sobald man in den bayerischen Schulferien vier Plätze zusammen sucht. Die Standard-Tipps aus den großen Meilen-Blogs sind meistens für zwei sammelnde Erwachsene mit flexiblen Reisedaten geschrieben, nicht für uns.
Unsere Meilen liegen sowieso alle auf einem gemeinsamen Konto, seit wir sie nach dem ersten Kreditkarten-Bonus einmal zusammengelegt haben – sonst wäre die Rechnerei für eine vierköpfige Familie noch unübersichtlicher.
Was die Kinderflugprämie an unserer Familienreise nach New York ändert
Ein Eintrag in meinem Notizbuch hat sich als wichtiger herausgestellt als alles andere: die Kinderflugprämie. Bei Miles & More zahlen Kinder zwischen 2 und 11 Jahren nur 75 Prozent der Meilen, die ein Erwachsener für dieselbe Strecke braucht.

Rechnet man für einen Erwachsenen grob 60.000 Meilen für Hin- und Rückflug in der Economy, kommen Kinder mit rund 45.000 Meilen davon – bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern wären das in der reinen Economy etwa 210.000 Meilen für die ganze Familie. In der Premium Economy, die wir am Ende gebucht haben, liegt die Zahl spürbar höher, aber eben nicht doppelt so hoch, wie man ohne die Kinderermäßigung befürchten müsste. Während ich diese Zahlen zum ersten Mal richtig durchgerechnet habe, ist mir wieder eingefallen, wie mühsam Meilen durch Kreditkartenumsätze im Alltag zusammenkommen – gerade deshalb wollte ich sie nicht für Kopfhörer im Worldshop verpulvern, sondern für einen Sitzplatz nach New York. Ein Companion Award wäre für uns ohnehin nie infrage gekommen, bei vier Leuten bringt die Kinderermäßigung schlicht mehr. Statusmeilen jage ich dabei bewusst nicht hinterher, mir geht es einzig um Prämienmeilen für genau solche Reisen.
Online buchen oder lieber anrufen?
Bei uns hat sich die Antwort erst nach etwas Herzrasen geklärt. Ich hatte die Verfügbarkeit für vier Plätze im April gefunden, alles ausgewählt, die Kinderermäßigung sollte automatisch greifen – und dann brach die Buchung dreimal hintereinander mit einer Fehlermeldung ab, weil das System den Kinderrabatt nicht sauber in den Warenkorb übernahm.
Fünf Minuten, dachte ich, dann sind die Plätze weg.
Genau in diesem Moment hat sich der Meilen Master gelohnt – nicht wegen komplizierter Strategien, sondern weil ich mir vorher notiert hatte, welche Begriffe man am Telefon nennt, damit die Hotline die Buchung manuell mit Kinderrabatt einspielt, ohne dass eine Extra-Gebühr fürs Telefonat draufkommt.
Winold Krauss, eine Forum-Bekanntschaft aus einer deutschen Vielflieger-Community, hatte mir vorher erzählt, dass er die Buchungsfenster für neue Awards fast auf die Stunde genau kennt – für den reinen Suchvorgang allein reicht das aber nicht, wenn der Warenkorb bei der Kinderermäßigung streikt.
Für eine einfache Buchung ohne Kinderermäßigung würde ich das Onlinesystem jederzeit wieder nutzen – schnell, ohne Wartemusik, ohne Ansagen.
Sobald aber Kinder mit im Spiel sind und der Rabatt greifen soll, rufe ich inzwischen gleich an, statt online drei Anläufe zu riskieren.
Umbuchen wollte ich an dem Nachmittag lieber nicht gleich testen, dafür saß mir der Schreck noch zu sehr in den Fingern.
Die Steuern, die ich beim ersten Versuch vergessen hatte
Die Steuern, die ich beim ersten Versuch vergessen hatte, haben mir fast die ganze Reise vermasselt.
Ich hatte nur die Meilenzahl im Kopf und keine müde Minute an Steuern und Gebühren gedacht, bis die Zahlungsseite eine vierstellige Summe obendrauf verlangte – in dem Moment wollte ich die Buchung am liebsten wieder abbrechen und alles auf nächstes Jahr verschieben.
Am Ende waren es rund 1500 Euro für alle vier Tickets zusammen, kein Vergleich zu dem, was die gleiche Reise regulär ab Frankfurt (FRA) gekostet hätte, aber trotzdem kein Betrag, den man mal eben aus der Portokasse zahlt.

Der Rest steht klein am Rand meines Notizbuchs
Meilenverfall ist bei uns inzwischen kein Thema mehr – bei dem Tempo, in dem wir sammeln und wieder ausgeben, verfällt nichts mehr unbemerkt.
Kurz habe ich auch bei den Partner-Airlines der Star Alliance nach Plätzen für New York geschaut, bin dann aber doch bei Lufthansa selbst gelandet, weil sich die Buchung dort für uns einfacher anfühlt.
Amex-Punkte übertrage ich neuerdings auch mal ins Miles-&-More-Konto, wenn gegen Ende der Planung noch ein paar Tausend fehlen.
Ob unser Mietwagen am Zielort später überhaupt Meilen gutschreibt, muss ich nach der Landung erst einmal nachverfolgen – das steht schon als Erinnerung im Notizbuch.
Einen Stopover unterwegs fand ich charmant, aber mit zwei Schulkindern bleiben wir lieber beim Direktflug.
Meilen dazuzukaufen, um über die letzten fehlenden Punkte zu kommen, habe ich kurz überlegt und dann doch verworfen.
Ein Upgrade mit Meilen Richtung Business wäre schön gewesen, aber dafür reicht das Konto direkt nach so einer Buchung nie.
Dass unsere Kreditkarte nebenbei auch einen Versicherungsschutz für die Reise mitbringt, habe ich diesmal zum ersten Mal wirklich nachgelesen, statt es einfach vorauszusetzen.
Von einem echten Meilenschnäppchen würde ich bei dieser Buchung trotzdem nicht sprechen – dafür haben wir zu lange gerechnet und zu oft nachgebessert.
Fürs nächste Ziel schaue ich mir inzwischen schon Tipps für Dubai an, weil die Gebühren dort günstiger ausfallen sollen als bei uns nach New York.
Als der Buchen-Button irgendwann grün wurde und die Bestätigung für FRA-JFK in der Premium Economy mit den Kindern auf 24D und 24E im Postfach lag, habe ich als Erstes ein Foto der vier Bordkarten an Reinhild geschickt, meine alte Studienfreundin, die inzwischen in Hamburg lebt. Sie speichert solche Fotos seit Jahren in einem eigenen Album auf ihrem Handy, und diesmal kam nur zurück: Das hast du echt gemacht?
Ich höre die Rollkoffer schon quietschen, wenn wir im April über den langen Gang in Frankfurt zum Gate laufen – bis dahin bleibt das Notizbuch aber noch auf dem Tisch liegen, für die nächste Rechnung.
Wenn du auch gerade erst anfängst, Struktur ins Meilensammeln zu bringen, ohne dafür Nächte in Foren zu verbringen: Schau dir den Meilen Master an. Für uns war er genau richtig, um bei diesem Familienschritt über den Atlantik nicht komplett im Dunkeln zu tappen.